Einer unse­rer meist­ge­le­se­nen Blog­ar­ti­kel ist unser „How-to” für asia­ti­sche Toi­let­ten:

Popo­du­sche und Hock­toi­let­ten – wie du eine asia­ti­sche Toi­let­te benutzt.

Nach­dem wir auf unse­rer Welt­rei­se erst­ma­lig den asia­ti­schen Kon­ti­nent bereist haben, stan­den wir zunächst rat­los vor den asia­ti­schen Klos. Anfangs benutz­te ich die Popo­du­sche in Unkennt­nis ihren wah­ren Bestim­mung zum Abbrau­sen des Bad-Fuß­bo­dens.

Recher­chen zum ord­nungs­ge­mä­ßen Gebrauch der sani­tä­ren Anla­gen erwie­sen sich als schwie­rig, zumin­dest im deutsch­spra­chi­gen Raum. So dach­ten wir, es sei hilf­reich, so einen Ört­chen-Gui­de für Süd­ost­asi­en zu erstel­len. Offen­sicht­lich haben wir damit einen Nerv getrof­fen, denn der Arti­kel hat einen für uns unglaub­li­chen Zuspruch.

Da wir jedoch unse­re Recher­chen nicht auf der gan­zen Welt, son­dern nur räum­lich begrenzt aus­füh­ren konn­ten, rie­fen wir ande­re Rei­sen­de auf, uns ihre Toi­let­ten­ge­schich­ten zu berich­ten – von hilf­reich bis amü­sant. So ent­stand die­ser Roun­dup.

Viel Spaß beim Lesen!

Das dop­pel­te Lott­chen in Olden­burg

Michel­le vom Blog The Road Most Tra­vel­led:

2 Toiletten in einer Kabine.

Freun­din­nen-Toi­let­te in Olden­burg. (Foto: Michel­le La Rosa)

In Olden­burg gibt es ein sehr kurio­ses Klo, von dem ver­mut­lich nicht vie­le wis­sen. Denn die­ses stil­le Ört­chen befin­det sich in einem asia­ti­schen Restau­rant zwi­schen den Uni-Stand­or­ten. Man geht also ganz unvor­ein­ge­nom­men in Rich­tung Toi­let­te. Man öff­net die Türe, und dann? Man staunt nicht schlecht. Man ist ver­wirrt. Man weiß nicht so recht, wie man dar­auf reagie­ren soll. Ein klei­nes Schmun­zeln bleibt nor­ma­ler­wei­se auch nicht aus. Was ist denn nun das Beson­de­re an die­ser Toi­let­te?

Nun ja.. es gibt zwei Toi­let­ten. Das ist ja nun erst ein­mal nichts Unge­wöhn­li­ches. Aber bei­de Toi­let­ten befin­den sich in einem Raum, so ohne Trenn­wand oder ähn­li­ches. Zumin­dest ist das der Fall auf der Damen­toi­let­te. Wie es bei den Her­ren aus­sieht, das kann ich lei­der nicht sagen. Aber hey: den Mädels wird doch immer nach­ge­sagt, sie wür­den nur zusam­men auf die Toi­let­te gehen, und das Restau­rant hat die per­fek­te Lösung gefun­den. Bei­de Per­so­nen kön­nen gleich­zei­tig ihr Geschäft ver­rich­ten und dabei quat­schen ohne über meh­re­re Kabi­nen hin­weg zu brül­len. Ist doch eigent­lich ganz freund­lich, oder? So muss kei­ne drit­te, unbe­tei­lig­te Per­son zwi­schen dem Gespräch ver­wei­len. Es ist auch ein gro­ßer Raum, sodass man nicht Hin­tern-an-Hin­tern sit­zen muss.

Dop­pel­te Toi­let­te: Yay oder ney?

Über Michel­le:

Hey, ich bin Michel­le, Mit­te 20 und pro­mo­vie­re an der Uni­ver­si­tät in Olden­burg. Auf mei­nem Blog The Road Most Tra­v­eled neh­me ich euch mit von Olden­burg bis Sin­ga­pur und gebe Tipps rund ums The­ma Rei­sen.

Tou­ris­ten­ma­gnet in Kawa­ka­wa

Rena­te von Trip­pics

Buntes Toiletten-Gebäude.

Schön bunt: Hun­dert­was­ser-Toi­let­te. (Foto: Rena­te Kraft)

Jetzt mal ein biss­chen Kul­tur, Ihr Lie­ben. Ihr kennt ja sicher alle die­se je nach Geschmack schö­nen, auf jeden Fall aber berühm­ten und außer­ge­wöhn­li­chen Hun­dert­was­ser-Häu­ser? Ihr Erbau­er war ein gro­ßer Neu­see­land-Fan und ist sogar dort­hin aus­ge­wan­dert. Gebaut hat er in sei­ner neu­en Hei­mat fast nichts. Fast, denn am Ende der Welt, ganz im hohen Nor­den der Nord­in­sel, gibt es die Hun­dert­was­ser-Toi­let­te. Ein ech­ter Tou­ris­ten­ma­gnet in Kawa­ka­wa, wohin sonst wohl kein Mensch fah­ren wür­de.

Es gibt in Neu­see­land übri­gens in fast jedem Ort rich­tig gute, sau­be­re öffent­li­che WCs. Und in Kawa­ka­wa ist das Klo was ganz Beson­de­res. Ich kann jetzt, ohne zu lügen, von mir behaup­ten, auf dem Hun­dert­was­ser-Klo pin­keln gewe­sen zu sein.

Der Besuch in Kawa­ka­wa Ende Febru­ar 2019 war übri­gens für mich der Start eines Foto­pro­jekts zum The­ma öffent­li­che Toi­let­ten in Neu­see­land. Ich flie­ge kurz vor Weih­nach­ten wie­der für drei Mona­te rüber. Dann set­ze ich mei­ne Samm­lung fort, die ich auf der Nord­in­sel bereits flei­ßig ange­fan­gen habe. Dies­mal fah­re ich aus­schließ­lich auf der Süd­in­sel her­um. Und ich bin fast sicher: Die Toi­let­ten dort sind genau­so ori­gi­nell, bunt und grund­ver­schie­den wie auf der Nord­in­sel. Viel­leicht mache ich dar­aus ein Buch. Des­halb möch­te ich noch nicht zu viel ver­ra­ten. Aber auf mei­nem Blog gibt’s natür­lich auf jeden Fall dann alles dar­über.

Über Rena­te:

Ich habe 2019 im Alter von 58 Jah­ren beschlos­sen, mein Leben kom­plett zu ver­än­dern und genau das zu tun, was mich wirk­lich begeis­tert – rei­sen und foto­gra­fie­ren. Das Rei­sen war vor vie­len Jah­ren mei­ne größ­te Lei­den­schaft. Dann war aus pri­va­ten Grün­den lei­der für vie­le Jah­re Schluss damit. Aber seit eini­ger Zeit kann ich zum Glück wie­der ver­rei­sen. Über mei­ne Tou­ren berich­te ich auf mei­nem Rei­se- und Foto­blog www.trippics.de.

Die Flug­ha­fen­toi­let­te in Talinn

Lia­ne von Die Rei­se­eu­le

Toiletten-Türen mit bunten Verzierungen.

Sty­li­sche Toi­let­te in Talinn. (Foto: Lia­ne Schi­wy)

Eine Toi­let­te ist ein Ort, den man not­wen­di­ger­wei­se mehr­mals täg­lich auf­sucht. Das dies eine beson­de­re Freu­de sein kann, ist aller­dings wohl eher sel­ten der Fall.

Als Gina und Mar­cus nach Geschich­ten rund ums „Stil­le Ört­chen“ baten, fiel mir sofort die Flug­ha­fen-Damen­toi­let­te in Tallinn/Estland ein. Ich woll­te vor dem Abflug noch mei­ne Bla­se erleich­tern und bereits der Sicht­schutz zum Ein­gang war mit einem Kron­leuch­ter bemalt und hat­te einen flot­ten Spruch.

Ich trat ein und blieb stau­nend in der offe­nen Tür ste­hen. Nicht nur, weil alles piecksau­ber war, son­dern weil jede Toi­let­ten­tür von außen mit einem Damen­ac­ces­soire ver­schö­nert war. Ein Lip­pen­stift, ein Par­fum­fla­kon, eine Hals­ket­te…

Die Beschrift­tung war in est­nisch und eng­lisch. Und sobald man die Tür hin­ter sich schloss, erkann­te man die Erklä­rung für das Bild­nis auf der Vor­der­tür. Zum Bei­spiel, dass der ange­sag­tes­ten Regen­man­tel der Welt von Tho­mas Bur­ber­ry im 1. Welt­krieg für die Sol­da­ten kre­iert wur­de. Weil der Trench­coat aber so prak­tisch war, woll­ten ihn bald alle tra­gen und wur­de zum fashion favo­ri­te.

Für klei­ne Prin­zes­si­nen gab es ein rosa Höcker­chen vor den Wasch­be­cken. So lie­be­voll habe ich noch nie eine Toi­let­te gestal­tet gese­hen.

Wer mehr wis­sen mag, darf ger­ne mei­nen Arti­kel über die Flug­ha­fen­toi­let­te auf­ru­fen und lesen.

Über Lia­ne:

Hin­ter der Rei­se­Eu­le ver­birgt sich Lia­ne, eine Best Age­rin, die frei­be­ruf­lich im Gesund­heits­sek­tor arbei­tet. Auf ihrem Blog schreibt sie über Städ­te­rei­sen in Deutsch­land und Euro­pa, über ihre Wahl­hei­mat Mainz und ihre Rei­sen durch die Welt. Authen­tisch und lebens­froh.

DIY-Klo auf den Kykla­den

Annik von Mis­ses Back­pack

Holzbretter mit Lücke dazwischen als Toilette.

Rus­ti­ka­le DIY-Toi­let­te. (Foto: Annik Gil­les)

Auf mei­nen Rei­sen habe ich schon über vie­len Toi­let­ten der ande­ren Art geschwebt. Am ein­drück­lichs­ten ist mir das Loch im Boden des Toi­let­ten­wag­gons im Zug in Myan­mar geblie­ben. Es war dun­kel, es war rut­schig, die Hosen­bei­ne hat­te ich bereits schon bis zu den Kni­en gekrem­pelt, Erfah­rungs­wer­te, Licht gab mir nur der Schein mei­ner Stirn­lam­pe, die lei­der sehr gut funk­tio­nier­te. Las­sen wir das. Um DAS Loch im Boden soll es nicht gehen. Ich hät­te auch lei­der, oder zum Glück, kein Foto davon, son­dern von die­sem Klo hier unten, was ich so schnell nicht ver­ges­sen wer­de, weil der Abend drum rum so unglaub­lich schön war, möch­te ich kurz berich­ten.

Im Sep­tem­ber war ich auf den Kykla­den unter­wegs und habe in ein­fa­chen Pen­sio­nen genäch­tigt. Mei­ne Ver­mie­te­rin gab mir mit Hän­den und Füßen zu ver­ste­hen, dass ich mich abends am klit­ze­klei­nen Hafen ein­fin­den soll, um mit einem Boot zu einer Insel zu fah­ren, wo gefei­ert wird. Die Info reicht ja schon für mich, um dabei zu sein. So fand ich mich am Hafen ein. Die Fischer hat­ten, für eine schma­le Mark, ihre Boo­te zur Ver­fü­gung gestellt und so einen Shut­tle Ser­vice zu einer unbe­wohn­ten Nach­bar­in­sel ein­ge­rich­tet. Dort gab es nichts, außer Natur und einer Kir­che. Und deren Schutz­pa­tron hat­te Jah­res­tag und der wur­de mit einer grie­chisch ortho­do­xen Mes­se, unter frei­em Him­mel, zum Son­nen­un­ter­gang und anschlie­ßen­dem gesel­li­gen Zusam­men­sein, Essen, Trin­ken, Musik, Tanz, Reden und, ganz wich­tig, das Lachen, zu fei­ern. Irgend­wann drück­te die Bla­se und da es auf der Insel kei­ne Infra­struk­tur gibt, war ich ganz über­rascht, die­ses DIY Klö­chen vor­zu­fin­den.

Ein paar Lat­ten, eini­ge Rol­len Wei­den­mat­te, ein Dusch­vor­hang, ein sehr tief ein­ge­bud­del­tes, rie­sen­gro­ßes Ölfass, zwei Tritt­bret­ter, ein Zweig mit Klo­pa­pier­rol­le, Licht hat mir mein Han­dy gespen­det und fer­tig ist die DIY greek style Toi­let­te.

Über Annik:

Auf Mis­ses Back­pack schreibt Annik, Bau­jahr 1972. Gereist ist sie schon immer ger­ne und viel. Im Sep­tem­ber 2018 hat sie ihre Woh­nung auf­ge­ge­ben und reist seit­dem zeit­lich unbe­grenzt und von unter­wegs aus arbei­tend, als Noma­din durch die Welt­ge­schich­te. Mit­te 2020 zieht sie in ihren Cam­per­van, um dann ver­mehrt Deutsch­land und Euro­pa zu erkun­den.

Wie man in die Wüs­te scheißt…

Ilo­na von Wan­dernd

Rötliche Wüstenlandschaft.

Stil­les Ört­chen in der Wüs­te. (Foto: wandernd.de)

Wer sich meh­re­re Tage und Näch­te in der Wüs­te auf­hält, steht irgend­wann ziem­lich sicher vor der Fra­ge: Was tun, wenn man mal muss?
Zuerst sucht man sich natür­lich mal ein ruhi­ges Eck­chen hin­ter einem Stein, Strauch oder im Zwei­fels­fal­le auch hin­ter einem Kamel. Soweit ist das klar. Aber dann?

Bevor ihr in die Wüs­te auf­brecht, soll­tet ihr wis­sen, was ihr dabei haben müsst: eine Rol­le Klo­pa­pier, ein Feu­er­zeug, Feucht­tü­cher, evtl. auch Des­in­fek­ti­ons­tü­cher oder ‑mit­tel und einen Gefrier­beu­tel mit Zip.
Anders als in unse­ren Brei­ten wird das gro­ße Geschäft in der Wüs­te nicht ver­gra­ben, denn im Wüs­ten­bo­den gibt es nicht die Orga­nis­men, die den Kot zer­set­zen kön­nen. Man lässt ihn also an der Ober­flä­che lie­gen, wo die Son­ne und die Orga­nis­men an der Boden­ober­flä­che sich um das Recy­cling küm­mern. Des­halb soll­te man auch dar­auf ach­ten, wo man sein Geschäft ver­rich­tet. Mit­ten in einer Spur oder an einem Lager­platz ist es eher nicht so prak­tisch, denn auch in der Wüs­te will nie­mand in so etwas hin­ein­tre­ten.
Das Toi­let­ten­pa­pier wird nach Gebrauch ver­brannt. Ach­tet dar­auf, dass dies nicht direkt auf oder neben einer Pflan­ze geschieht! Etwai­ge Glut­res­te kön­nen dann mit Sand erstickt wer­den.

Falls ihr Feucht­tü­cher ver­wen­det – sowohl für den Hin­tern, als auch für die Hän­de oder auch für die rudi­men­tä­re Kör­per­hy­gie­ne – so lasst dies bit­te nicht in der Wüs­te zurück, son­dern steckt es in den Gefrier­beu­tel mit Zip und nehmt es am Ende eurer Wüs­ten­tour wie­der mit und ent­sorgt es dann ganz nor­mal im Müll.
Des­in­fek­ti­ons­tü­cher bzw. ‑mit­tel bewäh­ren sich in sol­chen Situa­tio­nen natür­lich immer, denn Was­ser und Sei­fe zum Hän­de­wa­schen ist meist nicht vor­han­den.

Grund­sätz­lich muss man in punk­to Hygie­ne Abstri­che machen, aber das Gute ist: Es stin­ken eh alle glei­cher­ma­ßen, von daher ist es voll­kom­men egal.

Wer mehr über das Über­nach­ten in der Wüs­te lesen möch­te, fin­det hier mei­nen Arti­kel über mei­ne fünf Näch­te im Wadi Rum in Jor­da­ni­en.

Über Ilo­na:

Ilo­na schreibt auf wandernd.de über Rei­sen für his­to­risch und kul­tu­rell Inter­es­sier­te. Wenn sie nicht in ihrem Lieb­lings­rei­se­land Ita­li­en unter­wegs ist, zieht es sie auch immer wie­der in die mus­li­mi­schen Län­der.

Toi­let­ten-Idyl­le in Kana­das Wild­nis

San­ne von Tra­vels­an­ne

2 hölzerne Toiletten-Häuschen am Waldrand,

Kana­di­sche Toi­let­ten-Idyl­le. (Foto: Susan­ne Glas)

Ein lus­ti­ges Hob­by mei­nes Man­nes ist es, auf unse­ren Kana­da Rei­sen die ein­sams­ten Toi­let­ten­häus­chen in den kana­di­schen Natio­nal­parks zu foto­gra­fie­ren. Die Kin­der und ich schüt­teln zwar immer den Kopf dar­über, aber hey – so hat­ten wir eine rich­ti­ge Samm­lung an Bil­dern zur Aus­wahl für unse­ren Bei­trag zum Roun­dup „Von Ört­chen zu Ört­chen“.

Kana­da ist jetzt wahr­lich kein exo­ti­sches Rei­se­ziel und doch unter­schei­den sich kana­di­sche Toi­let­ten etwas von unse­ren. Bei unse­rem ers­ten Fami­li­en­ur­laub in Kana­da fand ich es leicht irri­tie­rend, dass die Toi­let­ten­tü­ren oft nur halb­hoch sind. Ich bin schließ­lich recht groß und kann ste­hend meist dar­über schau­en. Zudem ist links und rechts der Tür ein unnüt­zer Spalt, durch den man sehen kann, ob die Toi­let­te belegt ist oder nicht. Mehr ist zum Glück aber tat­säch­lich nicht zu sehen.

Dass in Kana­da das Toi­let­ten­be­cken immer zur Hälf­te mit Was­ser gefüllt ist, ist für vie­le Rei­sen­de wohl zuerst auch eher gewöh­nungs­be­dürf­tig. Dafür spa­ren sich die Kana­di­er aber die Toi­let­ten­bürs­ten und die Ört­lich­kei­ten sind gene­rell sau­be­rer als hier­zu­lan­de.

Vie­le der lus­tigs­ten und hüb­sches­ten Toi­let­ten­häus­chen haben wir ent­lang der Trails in den kana­di­schen Natio­nal­parks ent­deckt. Die Holz­hüt­ten sind oft an wirk­lich net­ten Plät­zen posi­tio­niert. Natür­lich gibt es in der ein­sa­men Wild­nis Kana­das nur sel­ten flie­ßen­des Was­ser, son­dern meis­tens Plumps­klos. Das war eine neue Erfah­rung für unse­re Kids. Und ver­mut­lich kom­men auch häu­fi­ger Bären vor­bei als ein Putz­ser­vice, mein­te mei­ne Toch­ter mit ent­setz­tem Gesicht bei ihrem ers­ten Besuch auf einer ech­ten Out­door-Toi­let­te. Recht rus­ti­kal halt.

Die­se bei­den ent­zü­cken­den Toi­let­ten-Häus­chen haben wir auf unse­rer dies­jäh­ri­gen Kana­da Rund­rei­se durch Qué­bec ent­deckt. Sie ste­hen idyl­lisch an einem Wan­der­pfad mit­ten in den Wäl­dern von Bona­ven­ture Island.

Über Tra­vels­an­ne

Kana­da ist das abso­lu­te Traum­land von San­ne, die auf ihrem Fami­li­en-Rei­se­b­log Tra­vels­an­ne übers Rei­sen, Wan­dern und Erle­ben mit Fami­lie berich­tet. Sie ist mit Mann und zwei Teen­agern nicht nur in ihrer Hei­mat Baden-Würt­tem­berg unter­wegs, die vier berei­sen traum­haf­te Zie­le welt­weit, meist abseits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de.

Ein Klo mit Aus­blick

Bar­ba­ra von Rei­se­psy­cho

Toilette zwischen Holzwand und Büschen.

Frei­luft-Toi­let­te am Gar­da­see. (Foto: Bar­ba­ra Hor­va­tits-Ebner)

Ein Klo der beson­de­ren Art haben wir auf der West­sei­te des Gar­da­sees ent­deckt.

Tigna­le liegt hoch auf den Fel­sen über dem See und geht direkt in Wald- und Wan­der­ge­biet über. So stie­fel­ten wir von unse­rem Hotel dort ein­fach los, ohne zu über­le­gen, wo uns der Weg hin­führt. So ent­deckt man ja immer die auf­re­gends­ten Sachen.

Neben Schüt­zen­grä­ben und Höh­len mit altem Kriegs­zeug aus dem ers­ten Welt­krieg fin­det man dort auch ein Frei­luft­klo. Es gehört zu einem ein­sam lie­gen­dem Stein­haus irgend­wo in den Ber­gen von Tigna­le. Eini­ge Meter abseits vom Haus, ver­steckt zwi­schen Tan­nen und einem klei­nem Holz­ver­schlag thront man dort wie auf einem Jagd­sitz mit Aus­blick auf den Wald und den Mon­te Bal­do auf der ande­ren Sei­te des Gar­da­sees.

Wir haben uns natür­lich gefragt, wie jemand auf die Idee kommt, so ein Klo im Frei­en zu bau­en. Ist es Natur­ver­bun­den­heit oder das Bedürf­nis, sein gro­ßes Geschäft mög­lichst geruchs­neu­tral drau­ßen zu erle­di­gen? Immer­hin hat man hier den Duft­baum in real gleich dane­ben. Ob es wohl noch ein WC im Inne­ren des Stein­hau­ses gibt? Denn was tut man, wenn es reg­net? Lei­der war nie­mand zuhau­se, so blieb es bei Spe­ku­la­tio­nen. Zumin­dest scheint der Besit­zer ein Fan der Hygie­ne im Frei­en zu sein, denn ein paar Meter wei­ter steht eine funk­ti­ons­tüch­ti­ge Bade­wan­ne mit Dusche.

Über Bar­ba­ra
Auf ihrem Blog „Rei­se­psy­cho” schreibt Bar­ba­ra über Tipps und Erfah­run­gen ihrer Rei­sen. Man merkt, dass es ihr Euro­pa beson­ders ange­tan hat – allen vor­an Ita­li­en und Por­tu­gal. Sie liebt gutes Essen, Aben­teu­er, das Meer und als Öster­rei­che­rin natür­lich ihre Ber­ge.

Toi­let­te mit­ten­drin

Ange­la von Unter­wegs mit Kind

Toilette vor Glaswand zur Ausstellung.

Muse­ums-Toi­let­te mit Über­ra­schung. (Foto: Ange­la Miss­l­beck)

Huch? Wo bin ich denn hier gelan­det? Stand nicht außen an der Tür Toi­let­te? Ach, da ist ja die Toi­let­ten­schüs­sel. Bei­na­he hät­te ich sie über­se­hen. Kein Wun­der, bei die­sem opu­len­ten Drum­her­um, das im Berg­gast­hof Alte Schmie­de an der Berg­sta­ti­on der Asitz­bahn zwi­schen Saal­bach und Leo­gang (Öster­reich) ver­sam­melt ist. Da kann Frau ja glatt ver­ges­sen, dass sie muss.

Grins. Kicher. Neben­an wenig spä­ter das Glei­che: Über­rasch­tes Gegluck­se. Nun soll ich hier mit einer Aus­stel­lungs­hal­le im Rücken pul­lern? Fühlt sich irgend­wie merk­wür­dig an. Der Raum hin­ter der Toi­let­ten­schüs­sel hat eine Tür. Kann da einer hin­ein? Ganz offen­sicht­lich geht der Raum auch noch an der Nach­bar­ka­bi­ne vor­bei. Kann da auch kei­ne rüber­gu­cken? Eine Glas­schei­be ver­hin­dert das. Jeden­falls kann ich die Nach­bar­toi­let­te nicht sehen. Dann wird das hof­fent­lich auf Gegen­sei­tig­keit beru­hen.

Gemein­sam mit einer Grup­pe ande­rer Fami­li­en sind mein Sohn (damals 8) und ich zum über­ra­schen­den Muse­ums-Berg­gast­hof Alte Schmie­de gewan­dert. Die Wan­der­tour hat das Hotel Egger­hof im Som­mer ein­mal pro Woche als Fami­li­en­an­ge­bot im Pro­gramm.

Der Chef selbst hat unse­re Grup­pe über ein Gip­fel­kreuz vor­bei am Berg­teich Stil­les Was­ser zur kul­ti­gen Alten Schmie­de mit benach­bar­ter Som­mer­ro­del­bahn geführt. Das ver­rück­te Berg­re­stau­rant hat sämt­li­che Räu­me mit einem unfass­bar viel­fäl­ti­gen Sam­mel­su­ri­um alter Din­ge aus dem Land- und Berg­le­ben deko­riert und macht damit auch hin­ter der Toi­let­ten­tü­re nicht Halt.

Ich habe noch nicht gespült, als ich die fröh­lich auf­ge­reg­te Stim­me mei­nes Soh­nes in der Tür zur Damen­toi­let­te höre: „Mama, ist bei dir auch eine Aus­stel­lung auf dem Klo?“ Kaum öff­ne ich die Tür mei­ner Toi­let­ten­ka­bi­ne, kommt er mit scham­lo­ser Neu­gier­de her­ein. Er will das Muse­um in der Toi­let­te sehen.

Auf der Her­ren­toi­let­te, die ich nicht sehe, weil mei­ne Scham stär­ker als mei­ne Neu­gier­de ist, geht es wohl ähn­lich ver­rückt zu.

Über Ange­la

Auf einem Berg in Öster­reich hat Ange­la die mit Abstand kurio­ses­te Toi­let­te im mit­tel­eu­ro­päi­schen Raum ent­deckt. Das ver­dankt die Fami­li­en­rei­se­b­log­ge­rin dem fami­li­en­be­trie­be­nen Hotel Egger­hof in Saal­bach. Unter­künf­te und Rei­se­zie­le für Fami­li­en, Buch- und Beschäf­ti­gungs­tipps und all­ge­mei­nen Rat für Rei­sen (allein) mit Kin­dern stellt die rei­se­lus­ti­ge Sin­gle­mom seit 2015 auf ihrem Blog vor. Und neu­er­dings berich­tet sie immer öfter von ihren Cam­per­van-Road­trips durch Euro­pa.

Toi­let­ten­ge­schich­ten aus aller Welt: ein Pot(t)pourri

Sabi­ne von Fern­ge­weht

Toilette hinter rostiger Abtrennung.

Rus­ti­ka­le Toi­let­te in Süd­afri­ka. (Foto: Sabi­ne Olsch­ner)

Toi­let­ten­ge­wohn­hei­ten im Aus­land kön­nen für den deut­schen Rei­sen­den ein Mys­te­ri­um sein. Mei­ne ers­te Begeg­nung mit einer unge­wohn­ten Toi­let­te hat­te ich in den 80er-Jah­ren als Teen­ager. Die Fami­lie fuhr mit dem Auto nach Spa­ni­en. Zu mei­nem Ent­set­zen gab es auf den fran­zö­si­schen Rast­stät­ten aus­schließ­lich Hock­toi­let­ten. Ich habe mich wäh­rend der gesam­ten Fahrt durch Frank­reich gewei­gert, eines die­ser Klos zu benut­zen.

Nach vie­len wei­te­ren Rei­sen in alle Welt habe ich mich mitt­ler­wei­le an Hock­toi­let­ten gewöhnt – obwohl ich sie immer noch mei­de, wenn es irgend­wie geht. Man wird ja schließ­lich auch nicht jün­ger, und ohne Griff an der Wand fällt es mir immer schwe­rer, aus der unbe­que­men Hock­po­si­ti­on unbe­scha­det wie­der hoch­zu­kom­men.

Eine Toi­let­ten­be­geg­nung der ande­ren Art hat­te ich in Nami­bia: In einer Desi­gner-Unter­kunft in Swa­kop­mund (der Besit­zer war Archi­tekt und hat­te sein Haus ohne Ecken sel­ber ent­wor­fen) befand sich die Toi­let­te mit­ten im Zim­mer. Nur ein Para­vent sorg­te für ein wenig Pri­vat­sphä­re. Wir einig­ten uns dar­auf, dass der eine einen Spa­zier­gang macht, wäh­rend der ande­re sein Geschäft erle­digt.

Die berühm­ten Popo­du­schen in Asi­en (auf Eng­lisch: bum gun – Hin­tern­pis­to­len. Und genau­so sehen sie aus) eig­nen sich mei­ner Ansicht nach beson­ders gut, um sich den Sand vom Strand von den Füßen zu spü­len. Wobei man hier auf­pas­sen muss, dass man mit dem Sand nicht den Abfluss ver­stopft (alles schon pas­siert).

Weil vie­ler­orts die Lei­tun­gen zu dünn sind, darf oft auch kein Toi­let­ten­pa­pier in die Toi­let­ten­schüs­sel gewor­fen wer­den. Ein deut­scher Aus­wan­de­rer in Qui­to hat sich daher in sei­nem Hos­tel extra dicke Lei­tun­gen ein­bau­en las­sen. Uns hat es gefreut: sich end­lich kei­ne Gedan­ken mehr dar­über machen zu müs­sen, wo denn bit­te­schön schon wie­der der Papier­ei­mer abge­blie­ben ist.

Eines der Din­ge, auf die ich mich nach einer Rei­se immer am meis­ten freue? Eine deut­sche Toi­let­te. Da kann ich mich auf den Hin­tern set­zen, wie ich es gewohnt bin.

Über Sabi­ne

Sabi­ne vom Blog Fern­ge­weht  hat Toi­let­ten­er­fah­rung in aller Welt. Auf ihrem Blog berich­tet sie über ihre Rei­sen: immer selbst­or­ga­ni­siert, meist in die Natur – und Toi­let­ten­pa­pier hat sie stets im Ruck­sack.

Noble Toi­let­te im Nir­gend­wo in Nor­we­gen

Kat­ja von Hin­fah­ren, wo es schön ist

Luxuriöse Toilette mit Glaswand nach außen.

Luxus-Toi­let­te mit Aus­sicht. (Foto: Kat­ja Hein.)

Mei­ne schöns­te Toi­let­te liegt in Nor­we­gen, und zwar auf den Ves­tera­len, das sind die Inseln ober­halb der Lofo­ten. Bei unse­rer Fahrt auf der Land­schafts­rou­te Andøya ent­lang der Küs­te, mach­ten wir einen Zwi­schen­s­top auf dem Rast­platz Bukkekjerka/Børhella/Børvågen. Der liegt an der Land­schafts­rout­re Andøya, ein gutes Stück weg von Ande­nes, wo wir am Vor­tag Wale beob­ach­tet hat­ten. Von zen­tral kann hier also kei­ne Rede sein.

Am Park­platz steht ein sehr moder­nes Beton­ge­bäu­de, das wir aber nicht wei­ter beach­te­ten. Wir mach­ten uns über Beton­ste­ge lie­ber auf Ent­de­ckungs­rei­se und genos­sen den Blick auf die schrof­fen Ber­ge und das tür­kis­blaue Meer um uns her­um. Auf der Land­zun­ge gab es frü­her ein Fischer­dorf, das Ende des 19. Jahr­hun­derts durch einen Sturm zer­stört wur­de. Heu­te erin­nert nur noch eine Gedenk­ta­fel auf dem Park­platz dar­an. Die Land­schaft ist wild und spek­ta­ku­lär.

Eine wei­te­re Attrak­ti­on hät­ten wir aber fast ver­passt und zwar den noblen Lokus. Auf dem Rück­weg zum Wohn­mo­bil spra­chen uns zwei Nor­we­ge­rin­nen an und fra­gen, ob wir schon auf der Toi­let­te waren. Das hol­ten wir dann schnells­tens nach, obwohl noch kein drin­gen­des Bedürf­nis bestand.

Wie gut, dass wir die­ser Emp­feh­lung gefolgt sind. Wir fan­den ein hoch­mo­der­nes „Luxus­bad“ vor mit Spie­geln an den Wän­den, moder­nen Sani­tärs und vor allem frei­en Blick nach drau­ßen. Eine Sei­te des Gebäu­des ist kom­plett ver­glast. Und die­se Toi­let­ten sind blitz­sauber, beheizt, es gibt Toi­let­ten­pa­pier und war­mes Was­ser und Sei­fe an den Wasch­be­cken. Durch eine Glas­schei­be kannst Du wäh­rend des Toi­let­ten­gangs das Trei­ben im Frei­en ver­fol­gen und den Blick in die Wei­te schwei­fen las­sen.

Wenn Du also mal im Nir­gend­wo in Nor­we­gen ein moder­nes Gebäu­de siehst, wirf unbe­dingt einen Blick hin­ter die Türen, wer weiß, was Du fin­dest.

Über Kat­ja

Mit ihren Cam­ping- & Wohn­mo­bil-Rei­se­be­schrei­bun­gen & Cam­per-Tipps auf Hin­fah­ren – wo es schön ist gibt Kat­ja (Jour­na­lis­tin und lei­den­schaft­li­che Rei­sen­de) Anre­gun­gen für einen schö­nen Urlaub und macht auf neue Zie­le neu­gie­rig. Ein­stei­ger und Inter­es­sen­ten beglei­tet sie bei den ers­ten Schrit­ten und hilft bei der Ent­schei­dungs­fin­dung zum rich­ti­gen Wohn­mo­bil. Ihr Mot­to: „Der Weg ist das Ziel und das Aben­teu­er war­tet hin­ter der nächs­ten Kur­ve.“

Hak­le Feucht auf kuba­nisch.

Regi­na von Die Rei­se-Laut­spre­cher

Blick über blaue Motorhaube auf eine Straße.

Kuba­ni­scher Road­trip. (Foto: Regi­na Fischer-Cohen)

Es war am sieb­ten Tag mei­ner Kuba Rund­rei­se als mich die Rea­li­tät im real exis­tie­ren­den Sozia­lis­mus eis­kalt erwischt hat. »Give me Five!« fleh­te ich die Toi­let­ten­frau an, aber die schüt­tel­te nur ener­gisch den Kopf und ver­schwand.

Schließ­lich ging es hier ja nicht um ein simp­les Begrü­ßungs­ri­tu­al, wie es unter jugend­li­chen Base­ball­kap­pen­trä­gern üblich ist. Nein, ich bet­tel­te um Klo­pa­pier. Und das wird unter Kuba­nern fast wie Gold gehan­delt. Was natür­lich bedeu­tet, dass man es auf öffent­li­chen Toi­let­ten so gut wie nie vor­fin­det. Ich hat­te es gewusst und ent­spre­chend für mei­nen 5‑wöchigen Road­trip vor­ge­sorgt. Nach einer luxu­riö­sen Ent­span­nungs­wo­che in der Tou­ris­tenen­kla­ve auf Cayo San­ta Maria waren die Toi­let­ten­pa­pier­päck­chen im Gepäck nur dum­mer­wei­se in Ver­ges­sen­heit gera­ten.

Für eine WC-Benut­zungs­ge­bühr von 1 CUC hat­te mir die Gute hier immer­hin drei ein­zel­ne Blätt­chen von der wohl gehü­te­ten Rol­le in ihrer Hand abge­ris­sen. Tou­ris­ten­nepp, dach­te ich noch ent­nervt. Bis ich die Klo­spü­lung betä­tig­te und kein Was­ser kam. Statt­des­sen stand die Toi­let­ten­frau mit einem Eimer vor der Tür und lächel­te ent­schul­di­gend: „Die Tanks sind leer. Kann Wochen dau­ern, bis wir die nächs­te Lie­fe­rung bekom­men.”

In sol­chen Momen­ten wer­de ich als Wel­ten­bumm­ler unter­wegs immer ganz demü­tig und dank­bar. Wie gut es uns doch in Deutsch­land geht. Zum Glück hat­te ich hier nur für ein klei­nes Geschäft ange­hal­ten. Bei drei hauch­dün­nen Blät­tern Papier und einem Was­ser­hahn, aus dem natür­lich auch kein Trop­fen kam… Ich erspa­re euch wei­te­re Gedan­ken dazu.

Aber wie behel­fen sich nun die Ärms­ten der Armen in Kuba? »Zum Bei­spiel mit den Blät­tern der wild­wach­sen­den Kor­doban-Pflan­ze«, ver­riet mir mein Gui­de Ste­ve Tage spä­ter, wäh­rend wir durch Bara­co­as para­die­si­sche Land­schaft wan­der­ten. »Wenn’s mor­gens mal Tau gibt, haben wir sogar Hak­le Feucht«, mein­te er lachend. Aber auf­pas­sen, Freun­de! Er warn­te vor einem ähn­lich aus­se­hen­den Gewächs, das fie­se dor­ni­ge Ansät­ze an den Blatt­stie­len hat.

Über Regi­na

Hin­ter den Rei­selaut­spre­chern ste­hen Elke Gers­mann und ich, Regi­na Fischer-Cohen – zwei mit­ein­an­der befreun­de­te wasch­ech­te Ham­bur­ger Deerns im aller­bes­ten Alter.
Wir sind Rei­se­jour­na­lis­tin­nen, die seit gut drei Jahr­zehn­ten beruf­lich und pri­vat in der Welt umher­rei­sen. Dabei betrach­ten wir uns viel mehr als Geschich­ten­samm­ler und Erzäh­ler. Mit unse­ren Sto­rys aus Deutsch­land und der gan­zen Welt möch­ten wir unse­re Leser unter­hal­ten und infor­mie­ren und zugleich ermun­tern, selbst aktiv zu wer­den. Unser Mot­to: Das Leben ist zu kurz, um auf bes­se­re Zei­ten zu war­ten.

Toi­let­ten in Japan

Vicki von Vicki Via­ja

Schild mit japanischer Schrift und Icons zur Toilettenbenutzung.

Alles klar? Schild an japa­ni­scher Toi­let­te. (Foto: Vik­to­ria Franz)

Wer schon ein­mal in Japan war, weiß, dass die Toi­let­ten dort eine klei­ne Wis­sen­schaft für sich dar­stel­len kön­nen. Das ers­te Mal ist man ger­ne mal mit all den Knöp­fen, Tas­ten und Funk­tio­nen so einer Japa­ni­schen Toi­let­te über­for­dert.

Wäh­rend es bei unse­ren West­li­chen Toi­let­ten meist nur eine Funk­ti­on gibt – das Spü­len – haben die Japa­ner eine weit grö­ße­re Aus­wahl an Funk­tio­nen auf ihrem Stil­len Ört­chen. Ange­fan­gen mit der Spül­funk­ti­on, die natür­lich auch bei der Japa­ni­schen Toi­let­te vor­han­den ist.

Bereits schon wenn man sich setzt, wird die ers­te Funk­ti­on der Japa­ni­schen Toi­let­ten deut­lich: eine beheiz­te Klo­bril­le. Beson­ders an kal­ten Tagen eine groß­ar­ti­ge Funk­ti­on, fin­den wir.

Wenn man sein Geschäft dann erle­digt hat, kann man diver­se Bidet- oder Dusch­funk­tio­nen nut­zen, damit auch wirk­lich alles sau­ber wird. Aber kei­ne Sor­ge, hier wird meist ange­nehm war­mes Was­ser ver­wen­det (nicht so, wie bei der soge­nann­ten Bum Gun in vie­len ande­ren Län­dern Asi­ens).

Aber auch wenn es mal etwas lau­ter wer­den soll­te, haben die Japa­ner beim Bau ihrer Toi­let­ten mit­ge­dacht. Es gibt näm­lich auch eine Musik­tas­te, um unan­ge­neh­me Kör­per­ge­räu­sche zu über­tö­nen. Meist han­delt es sich dabei um einen „Spül-Sound“, der auf Toi­let­ten ja nicht wirk­lich unna­tür­lich ist.

Was uns in Japan sehr über­rascht hat, war die Sau­ber­keit der Öffent­li­chen Toi­let­ten. Vie­le sind mit einer Selbst­rei­ni­gungs­funk­ti­on aus­ge­stat­tet, ande­re wer­den mehr­mals täg­lich gerei­nigt. Selbst an (U-) Bahn­hö­fen kann man beden­ken­los die öffent­li­chen Toi­let­ten benut­zen, ohne sich über unan­ge­neh­me Hygie­ne-Zustän­de die­ser Ort­schaf­ten Gedan­ken machen zu müs­sen.

Über Vicki

Auf Vicki­via­ja kannst du Vicki und ihren Mann Edu­ar­do auf ihrer Rei­se um die Welt und in ihrer Hei­mat Bar­ce­lo­na beglei­ten. Neben prak­ti­schen Spar­tipps fin­dest du vie­le hilf­rei­che Infor­ma­tio­nen und Rei­se­tipps, die dir hel­fen, groß­ar­ti­ge Orte und ande­re Kul­tu­ren rund um die Welt zu ent­de­cken – ger­ne auch fern­ab der Tou­ris­ten­mas­sen.