Unter den unzäh­li­gen Sehens­wür­dig­kei­ten in Por­tu­gal sind vie­le Klös­ter. Wir stel­len dir drei groß­ar­ti­ge Klös­ter nörd­lich von Lis­sa­bon vor, die alle UNESCO-Welt­kul­tur­er­be sind. Die Klös­ter von Batal­ha, Tomar und Alco­ba­ca kannst du sogar mit einem Kom­bi­ti­cket besich­ti­gen.

Das Klos­ter Alco­ba­ca

Klosterkiche und Fassade des Klosters von Alcobaca.

Das Klos­ter Alco­ba­ca von der Pra­ca 25 de Abril aus

Von unse­rem Stand­ort in Obi­dos aus errei­chen wir das Städt­chen Alco­ba­ca (sprich: Alko­bassa) in einer guten hal­ben Stun­de Auto­fahrt.

Nach­dem die katho­li­schen Köni­ge Por­tu­gals die Mau­ren aus dem Land ver­trie­ben hat­ten, grün­de­ten sie zur Fei­er die­ses Erfolgs zahl­rei­che Kir­chen und Klös­ter. Dazu gehör­te auch der gran­dio­se Bau im Ort Alca­ba­ca.

Die Kir­che San­ta Maria

Die Kir­che San­ta Maria stell­te man 1253 im goti­schen Stil fer­tig. Das Klos­ter der Zis­ter­zi­en­ser zieht sich über die beein­dru­cken­de Län­ge von 225 Metern ent­lang der zen­tra­len Pra­ca. Spä­ter setz­te man auf die goti­sche Kir­che baro­cke Tür­me, die heu­te noch das Bild die­ser Sehens­wür­dig­keit beherr­schen.

Im Inne­ren der Kir­che fin­dest du eine schlich­te und stren­ge Gestal­tung, in der Licht als ein­zi­ges deko­ra­ti­ves Ele­ment wirkt. 24 schma­le, hohe Säu­len zie­hen den Blick zum Chor. Es herrscht eine fast mys­ti­sche Stim­mung in die­ser schö­nen Kir­che.

Kirchenschiff mit hohen weißen Säulen.

Ein Traum in Weiß.…

Pedro und Inés – eine por­tu­gie­si­sche Love-Sto­ry

Im Quer­schiff befin­den sich die auf­wen­dig gestal­te­ten Sar­ko­pha­ge von König Pedro I. von Por­tu­gal und sei­ner Frau Inés de Cas­tro. Eine roman­ti­sche und tra­gi­sche Lie­bes­ge­schich­te ver­band die bei­den. Inés wur­de von Pedros Vater, dem König Alfon­so IV. ermor­det, da sie ihm nicht pass­te. Spä­ter stell­te sich her­aus, dass Pedro sei­ne Gelieb­te längst heim­lich gehei­ra­tet hat­te. Die schö­nen Sar­ko­pha­ge wur­den noch zur Regie­rungs­zeit von Pedro I. ange­fer­tigt. Angeb­lich ste­hen sie sich gegen­über, damit die bei­den sich am Tag der Auf­er­ste­hung sofort in die Augen bli­cken kön­nen.

großer weißer Sarkophag mit Steinmetzarbeiten.

Sar­ko­phag der Inés de Cas­tro

Das Klos­ter Real Aba­dia

Das Klos­ter Alco­ba­ca, por­tu­gie­sisch Mostei­ro de Alco­ba­ca, betrittst du vom nörd­li­chen Kir­chen­schiff aus.

Im Königs­saal ste­hen Sta­tu­en der Köni­ge von Por­tu­gal. Die Wän­de sind mit Azu­le­jos, den typi­schen por­tu­gie­si­schen Kacheln geschmückt. Hier kannst du eine gan­ze Zeit ver­wei­len, um dir die ver­schie­de­nen Sze­nen auf den Azu­le­jos anzu­schau­en.

Saal mit Säulen, die Wände mit blauen Kachelbildern und Statuen geschmückt.

Königs­sta­tu­en und Azu­le­jos

Wei­ter geht es in den Kreuz­gang Claus­tro de Silen­cio. Ein Brun­nen­haus und die obe­re, in feins­ter manu­e­lini­scher Gotik gefer­tig­te Eta­ge machen ihn äußerst sehens­wert. Im Inne­ren des Kreuz­gangs ste­hen Oran­gen­bäu­me und tra­gen reich­lich Früch­te. Schön ist auch, dass es hier wesent­lich ruhi­ger zugeht als im Klos­ter Belém bei Lis­sa­bon.

Wei­te­re Sehens­wür­dig­kei­ten im Klos­ter von Alco­ba­ca sind das Refek­to­ri­um, in dem die Mön­che ihre Mahl­zei­ten ein­nah­men und die gigan­ti­sche Klos­ter­kü­che. Beherrscht wird sie von einem impo­san­ten Kamin.

Blick durch einen Bogen ins grüne Innere des Kreuzgangs in Alcobaca.

Im Kreuz­gang des Klos­ters Alco­ba­ca.

Brunnen, im Wasser spiegelt sich die Fassade des Kreuzgangs.

Roman­ti­sche Atmo­sphä­re im Brun­nen­haus.

Wir spa­zie­ren noch etwas wei­ter durch die ruhi­gen Klos­ter­hö­fe und genie­ßen die Stil­le und die fried­li­che Stim­mung, die über allem liegt.

Infos zum Klos­ter Alco­ba­ca

  • Öff­nungs­zei­ten: April – Sep­tem­ber 9 – 19 Uhr, Okto­ber bis März 9 – 18 Uhr.
  • Ein­tritt: 6 Euro, Kom­bi­ti­cket für die Klös­ter Alco­ba­ca, Batal­ha und Tomar 15 Euro (7 Tage gül­tig).
  • Home­page des Muse­ums (eng­lisch): Mostei­ro Alco­ba­ca.
  • Essen und Trin­ken: rund um die Pra­ca 25 de Abril gibt es eini­ge klei­ne Loka­le.

Das Klos­ter in Batal­ha

Außenansicht des Klosters Batalha.

Das Klos­ter Batal­ha.

Auf geht’s zur nächs­ten Sehens­wür­dig­keit! Von Alco­ba­ca aus errei­chen wir den Ort Batal­ha (sprich: Batal­ja) nach zwan­zig Minu­ten Auto­fahrt.

Schon von wei­tem erbli­cken wir die beein­dru­cken­de Fas­sa­de des Klos­ters Batal­ha. Auch die­se Sehens­wür­dig­keit gilt als ein Meis­ter­stück manu­e­lini­scher Archi­tek­tur. Das Mostei­ro San­ta Maria da Vitó­r­ia stammt aus einer spä­te­ren Epo­che als das Klos­ter Alco­ba­ca. Es wur­de fast 200 Jah­re dar­an gebaut, bis es 1557 end­lich fer­tig war.

Durch die lan­ge Bau­zeit fin­den wir hier die Bau­sti­le von Gotik über Manu­e­linik bis Renais­sance. Nahe­zu über­bor­dend geschmückt, weiß man gar nicht, wo man zuerst hin­bli­cken soll. Das Kir­chen­schiff ist noch höher als das der Kir­che San­ta Maria in Alco­ba­ca.

Kirchenschiff mit hohen Säulen in der Klosterkirche Batalha.

Ein impo­san­tes Kir­chen­schiff.

Blick durch Ziersäulen in den Klosterhof.

Schnör­kel und Ver­zie­run­gen im Kreuz­gang.

Der Kreuz­gang Claus­tro Real bie­tet Manu­e­linik vom Feins­ten. Fili­gra­ne Stein­mus­ter in Säul­chen und Bögen, wohin man schaut.

Am meis­ten beein­dru­cken uns aber die Unvoll­ende­ten Kapel­len (Cape­las imper­fei­tas). Über einen sepa­ra­ten Ein­gang errei­chen wir die an die Sei­te des Klos­ters Batal­ha ange­bau­ten Grab­ka­pel­len. Sie waren als Grä­ber für die könig­li­chen Nach­kom­men Por­tu­gals gedacht. In gro­ßer Monu­men­ta­li­tät ange­fan­gen, wur­den sie nie voll­endet. So geben sie ein ganz beson­de­res Zeug­nis der Ver­gäng­lich­keit.

Seitenkapellen und unvollendete Pfeiler.

Das Dach fehlt noch…

Infos zum Klos­ter Batal­ha:

  • Öff­nungs­zei­ten: 1. April – 15. Okto­ber 9 – 18:30 Uhr, 16. Okto­ber – 31. März 9 – 17:30 Uhr
  • Ein­tritt: 6 Euro, Kom­bi­ti­cket für die Klös­ter Alco­ba­ca, Batal­ha und Tomar 15 Euro (7 Tage gül­tig).
  • Home­page des Muse­ums: Mostei­ro da Batal­ha.

Klos­ter Tomar – die Tem­pel­rit­ter-Burg

Runde, burgähnliche Kirche im Kloster Tomar.

Die typi­sche Rund­kir­che des Temp­ler­or­dens.

70 Kilo­me­ter von Alco­ba­ca und 45 Kilo­me­ter von Batal­ha ent­fernt liegt der Ort Tomar. Die Klös­ter von Alco­ba­ca und Batal­ha haben wir an einem Tag besich­tigt. Nach Tomar bre­chen wir am nächs­ten Tag auf.

Die Tem­pel­rit­ter-Burg von Tomar

Die Burg der Tem­pel­rit­ter beherrscht auf einer Fels­hö­he gele­gen den Ort. Die Burg und das Klos­ter Con­ven­to de Cris­to sind seit 1983 als UNESCO-Welt­kul­tur­er­be aner­kannt.

Im 12. Jahr­hun­dert erbau­ten die Tem­pel­rit­ter die Burg als Schutz vor den Mau­ren, die damals in Por­tu­gal und Spa­ni­en herrsch­ten. Bevor wir die Kir­che und das Klos­ter besich­ti­gen, klet­tern wir auf den trut­zi­gen Burg­mau­ern her­um und las­sen uns über das schön gestal­te­te Gelän­de der Fes­tung trei­ben. Der Zugang zum Gelän­de der Burg ist frei, hier musst du noch kei­nen Ein­tritt zah­len.

Graue Mauer mit Schießscharte in Kreuzform.

Burg­mau­er der Temp­ler­burg Tomar.

Die Kir­che ist als Rotun­de gebaut, so wie das für den Temp­ler­or­den typisch war. Mäch­ti­ge Stütz­pfei­ler hal­ten den Bau von außen. Dahin­ter kön­nen wir die manu­e­lini­sche Chris­tus­rit­ter­kir­che erspä­hen, die im 16. Jahr­hun­dert ange­baut wur­de.

Das Klos­ter Con­ven­to de Cris­to

Wir betre­ten das Klos­ter von Tomar über den Ein­gang neben der Rotun­de. Der Weg führt uns zunächst durch zwei Kreuz­gän­ge, bevor wir die Cha­ro­la, die Rund­kir­che errei­chen.

Die Cha­ro­la stammt aus dem 12. Jahr­hun­dert, also der ältes­ten Zeit des Klos­ters von Tomar. Innen fin­den wir ein von Säu­len getra­ge­nes Mit­tel­teil vor, das spä­ter als Chor in die Chris­tus­rit­ter­kir­che ein­be­zo­gen wur­de. Fres­ken schmü­cken die Wän­de und las­sen einen fast byzan­ti­ni­schen Ein­druck ent­ste­hen.

Geschmückte Stützpfeiler.

Pracht im Inne­ren der Rund­kir­che.

Fenster mit reichem STeinmetzschmuck als Rahmen.

Das manu­e­lini­sche Fens­ter.

Als Sehens­wür­dig­keit berühmt ist das manu­e­lini­sche Fens­ter an der West­sei­te der Chris­tus­rit­ter­kir­che. Es gilt als Para­de­bei­spiel der Manu­e­linik.

Zahl­rei­che wei­te­re Kreuz­gän­ge wur­den an das Klos­ter ange­baut. Man­che schlicht, ande­re manu­e­linisch ver­spielt. Es geht durch lan­ge Gän­ge mit den Dor­mi­to­ri­en der Mön­che. Wir bewun­dern das gro­ße Refek­to­ri­um, das heu­te noch ein­drucks­voll ist. Auf einer klei­nen Kan­zel an der Längs­wand las ein Mönch wäh­rend der Mahl­zei­ten erbau­li­che Tex­te vor. Wir pro­bie­ren es aus und stel­len fest: die Akus­tik ist groß­ar­tig. Ich muss gar nicht laut spre­chen, um über­all in dem rie­si­gen Saal ver­stan­den zu wer­den.

Blick durch einen Bogen auf Hof mit Brunnen im Kloster Tomar.

Innen­hof im Klos­ter Tomar.

Großer Saal mit gewölbter Decke und langen Tischen.

Das Refek­to­ri­um im Klos­ter Tomar.

Infos zum Klos­ter von Tomar:

  • Öff­nungs­zei­ten: Juni – Sep­tem­ber 9 – 18:30 Uhr, Okto­ber – März 9 – 17:30 Uhr.
  • Ein­tritt: 6 Euro, Kom­bi­ti­cket für die Klös­ter Alco­ba­ca, Batal­ha und Tomar 15 Euro (7 Tage gül­tig).
  • Home­page des Klos­ters: Con­ven­to de Cris­to.
  • Essen und Trin­ken: Im Klos­ter gibt es eine klei­ne Snack­bar, wo du Kaf­fee, Erfri­schungs­ge­trän­ke und klei­ne Snacks zu dir neh­men kannst. Wei­te­re Restau­rants und Cafés fin­dest du unten im Ort.

Alco­ba­ca, Batal­ha, Tomar – wel­ches Klos­ter ist die bes­te Sehens­wür­dig­keit?

Du hast kei­ne Lust, dir drei Klös­ter hin­ter­ein­an­der anzu­schau­en? Das kön­nen wir nach­voll­zie­hen, denn die Hälf­te von 2 on the go hat beim zwei­ten Klos­ter, also Batal­ha, lie­ber den klei­nen Ort besich­tigt. Es ist schon viel sakra­le Kul­tur auf ein­mal.

Wenn du dir nur eines der drei Klös­ter anschau­en möch­test, raten wir per­sön­lich zum Klos­ter Tomar. Die Bau­kunst der Temp­ler ist eine beson­de­re Sehens­wür­dig­keit. Zum Klos­ter bekommst du auch noch die ein­drucks­vol­le Burg gebo­ten. Durch die vie­len Kreuz­gän­ge kannst du dir ver­schie­de­ne Bau­sti­le anse­hen. Die Burg und das Klos­ter von Tomar eig­nen sich für einen eige­nen Tages­aus­flug.

Grüner Rasen vor der Klosterfassade.

Die Anla­ge der Burg und des Klos­ters Tomar ist einen Besuch wert.

Die Klös­ter von Alco­ba­ca und Batal­ha kannst du zusam­men an einem Tag besich­ti­gen. Wir fan­den Alco­ba­ca etwas beein­dru­cken­der als Batal­ha, aber viel­leicht waren wir auch ein­fach über­sät­tigt an der zwei­ten Sehens­wür­dig­keit an einem Tag.

Hast du die drei Klös­ter schon besich­tigt? Wel­ches ist dein Favo­rit? Ver­ra­te es uns doch in den Kom­men­ta­ren!

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