Aktualisiert am 03/06/2024 von Gina

Unter den unzähligen Sehenswürdigkeiten in Portugal sind viele Klöster. Wir stellen dir drei großartige Klöster nördlich von Lissabon vor, die alle UNESCO-Weltkulturerbe sind. Die Klöster von Batalha, Tomar und Alcobaca kannst du sogar mit einem Kombiticket besichtigen.

Das Kloster Alcobaca

Klosterkiche und Fassade des Klosters von Alcobaca.

Das Kloster Alcobaca von der Praca 25 de Abril aus

Von unserem Standort in Obidos aus erreichen wir das Städtchen Alcobaca (sprich: Alkobassa) in einer guten halben Stunde Autofahrt.

Nachdem die katholischen Könige Portugals die Mauren aus dem Land vertrieben hatten, gründeten sie zur Feier dieses Erfolgs zahlreiche Kirchen und Klöster. Dazu gehörte auch der grandiose Bau im Ort Alcabaca.

Die Kirche Santa Maria

Die Kirche Santa Maria stellte man 1253 im gotischen Stil fertig. Das Kloster der Zisterzienser zieht sich über die beeindruckende Länge von 225 Metern entlang der zentralen Praca. Später setzte man auf die gotische Kirche barocke Türme, die heute noch das Bild dieser Sehenswürdigkeit beherrschen.

Im Inneren der Kirche findest du eine schlichte und strenge Gestaltung, in der Licht als einziges dekoratives Element wirkt. 24 schmale, hohe Säulen ziehen den Blick zum Chor. Es herrscht eine fast mystische Stimmung in dieser schönen Kirche.

Kirchenschiff mit hohen weißen Säulen.

Ein Traum in Weiß….

Pedro und Inés – eine portugiesische Love-Story

Im Querschiff befinden sich die aufwendig gestalteten Sarkophage von König Pedro I. von Portugal und seiner Frau Inés de Castro. Eine romantische und tragische Liebesgeschichte verband die beiden. Inés wurde von Pedros Vater, dem König Alfonso IV. ermordet, da sie ihm nicht passte. Später stellte sich heraus, dass Pedro seine Geliebte längst heimlich geheiratet hatte. Die schönen Sarkophage wurden noch zur Regierungszeit von Pedro I. angefertigt. Angeblich stehen sie sich gegenüber, damit die beiden sich am Tag der Auferstehung sofort in die Augen blicken können.

großer weißer Sarkophag mit Steinmetzarbeiten.

Sarkophag der Inés de Castro

Das Kloster Real Abadia

Das Kloster Alcobaca, portugiesisch Mosteiro de Alcobaca, betrittst du vom nördlichen Kirchenschiff aus.

Im Königssaal stehen Statuen der Könige von Portugal. Die Wände sind mit Azulejos, den typischen portugiesischen Kacheln geschmückt. Hier kannst du eine ganze Zeit verweilen, um dir die verschiedenen Szenen auf den Azulejos anzuschauen.

Saal mit Säulen, die Wände mit blauen Kachelbildern und Statuen geschmückt.

Königsstatuen und Azulejos

Weiter geht es in den Kreuzgang Claustro de Silencio. Ein Brunnenhaus und die obere, in feinster manuelinischer Gotik gefertigte Etage machen ihn äußerst sehenswert. Im Inneren des Kreuzgangs stehen Orangenbäume und tragen reichlich Früchte. Schön ist auch, dass es hier wesentlich ruhiger zugeht als im Kloster Belém bei Lissabon.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Kloster von Alcobaca sind das Refektorium, in dem die Mönche ihre Mahlzeiten einnahmen und die gigantische Klosterküche. Beherrscht wird sie von einem imposanten Kamin.

Blick durch einen Bogen ins grüne Innere des Kreuzgangs in Alcobaca.

Im Kreuzgang des Klosters Alcobaca.

Brunnen, im Wasser spiegelt sich die Fassade des Kreuzgangs.

Romantische Atmosphäre im Brunnenhaus.

Wir spazieren noch etwas weiter durch die ruhigen Klosterhöfe und genießen die Stille und die friedliche Stimmung, die über allem liegt.

Infos zum Kloster Alcobaca

  • Öffnungszeiten: April – September 9 – 19 Uhr, Oktober bis März 9 – 18 Uhr.
  • Eintritt: 6 Euro, Kombiticket für die Klöster Alcobaca, Batalha und Tomar 15 Euro (7 Tage gültig).
  • Homepage des Museums (englisch): Mosteiro Alcobaca.
  • Essen und Trinken: rund um die Praca 25 de Abril gibt es einige kleine Lokale.

Das Kloster in Batalha

Außenansicht des Klosters Batalha.

Das Kloster Batalha.

Auf geht’s zur nächsten Sehenswürdigkeit! Von Alcobaca aus erreichen wir den Ort Batalha (sprich: Batalja) nach zwanzig Minuten Autofahrt.

Schon von weitem erblicken wir die beeindruckende Fassade des Klosters Batalha. Auch diese Sehenswürdigkeit gilt als ein Meisterstück manuelinischer Architektur. Das Mosteiro Santa Maria da Vitória stammt aus einer späteren Epoche als das Kloster Alcobaca. Es wurde fast 200 Jahre daran gebaut, bis es 1557 endlich fertig war.

Durch die lange Bauzeit finden wir hier die Baustile von Gotik über Manuelinik bis Renaissance. Nahezu überbordend geschmückt, weiß man gar nicht, wo man zuerst hinblicken soll. Das Kirchenschiff ist noch höher als das der Kirche Santa Maria in Alcobaca.

Kirchenschiff mit hohen Säulen in der Klosterkirche Batalha.

Ein imposantes Kirchenschiff.

Blick durch Ziersäulen in den Klosterhof.

Schnörkel und Verzierungen im Kreuzgang.

Der Kreuzgang Claustro Real bietet Manuelinik vom Feinsten. Filigrane Steinmuster in Säulchen und Bögen, wohin man schaut.

Am meisten beeindrucken uns aber die Unvollendeten Kapellen (Capelas imperfeitas). Über einen separaten Eingang erreichen wir die an die Seite des Klosters Batalha angebauten Grabkapellen. Sie waren als Gräber für die königlichen Nachkommen Portugals gedacht. In großer Monumentalität angefangen, wurden sie nie vollendet. So geben sie ein ganz besonderes Zeugnis der Vergänglichkeit.

Seitenkapellen und unvollendete Pfeiler.

Das Dach fehlt noch…

Infos zum Kloster Batalha:

  • Öffnungszeiten: 1. April – 15. Oktober 9 – 18:30 Uhr, 16. Oktober – 31. März 9 – 17:30 Uhr
  • Eintritt: 6 Euro, Kombiticket für die Klöster Alcobaca, Batalha und Tomar 15 Euro (7 Tage gültig).
  • Homepage des Museums: Mosteiro da Batalha.

Kloster Tomar – die Tempelritter-Burg

Runde, burgähnliche Kirche im Kloster Tomar.

Die typische Rundkirche des Templerordens.

70 Kilometer von Alcobaca und 45 Kilometer von Batalha entfernt liegt der Ort Tomar. Die Klöster von Alcobaca und Batalha haben wir an einem Tag besichtigt. Nach Tomar brechen wir am nächsten Tag auf.

Die Tempelritter-Burg von Tomar

Die Burg der Tempelritter beherrscht auf einer Felshöhe gelegen den Ort. Die Burg und das Kloster Convento de Cristo sind seit 1983 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Im 12. Jahrhundert erbauten die Tempelritter die Burg als Schutz vor den Mauren, die damals in Portugal und Spanien herrschten. Bevor wir die Kirche und das Kloster besichtigen, klettern wir auf den trutzigen Burgmauern herum und lassen uns über das schön gestaltete Gelände der Festung treiben. Der Zugang zum Gelände der Burg ist frei, hier musst du noch keinen Eintritt zahlen.

Graue Mauer mit Schießscharte in Kreuzform.

Burgmauer der Templerburg Tomar.

Die Kirche ist als Rotunde gebaut, so wie das für den Templerorden typisch war. Mächtige Stützpfeiler halten den Bau von außen. Dahinter können wir die manuelinische Christusritterkirche erspähen, die im 16. Jahrhundert angebaut wurde.

Das Kloster Convento de Cristo

Wir betreten das Kloster von Tomar über den Eingang neben der Rotunde. Der Weg führt uns zunächst durch zwei Kreuzgänge, bevor wir die Charola, die Rundkirche erreichen.

Die Charola stammt aus dem 12. Jahrhundert, also der ältesten Zeit des Klosters von Tomar. Innen finden wir ein von Säulen getragenes Mittelteil vor, das später als Chor in die Christusritterkirche einbezogen wurde. Fresken schmücken die Wände und lassen einen fast byzantinischen Eindruck entstehen.

Geschmückte Stützpfeiler.

Pracht im Inneren der Rundkirche.

Fenster mit reichem STeinmetzschmuck als Rahmen.

Das manuelinische Fenster.

Als Sehenswürdigkeit berühmt ist das manuelinische Fenster an der Westseite der Christusritterkirche. Es gilt als Paradebeispiel der Manuelinik.

Zahlreiche weitere Kreuzgänge wurden an das Kloster angebaut. Manche schlicht, andere manuelinisch verspielt. Es geht durch lange Gänge mit den Dormitorien der Mönche. Wir bewundern das große Refektorium, das heute noch eindrucksvoll ist. Auf einer kleinen Kanzel an der Längswand las ein Mönch während der Mahlzeiten erbauliche Texte vor. Wir probieren es aus und stellen fest: die Akustik ist großartig. Ich muss gar nicht laut sprechen, um überall in dem riesigen Saal verstanden zu werden.

Blick durch einen Bogen auf Hof mit Brunnen im Kloster Tomar.

Innenhof im Kloster Tomar.

Großer Saal mit gewölbter Decke und langen Tischen.

Das Refektorium im Kloster Tomar.

Infos zum Kloster von Tomar:

  • Öffnungszeiten: Juni – September 9 – 18:30 Uhr, Oktober – März 9 – 17:30 Uhr.
  • Eintritt: 6 Euro, Kombiticket für die Klöster Alcobaca, Batalha und Tomar 15 Euro (7 Tage gültig).
  • Homepage des Klosters: Convento de Cristo.
  • Essen und Trinken: Im Kloster gibt es eine kleine Snackbar, wo du Kaffee, Erfrischungsgetränke und kleine Snacks zu dir nehmen kannst. Weitere Restaurants und Cafés findest du unten im Ort.

Alcobaca, Batalha, Tomar – welches Kloster ist die beste Sehenswürdigkeit?

Du hast keine Lust, dir drei Klöster hintereinander anzuschauen? Das können wir nachvollziehen, denn die Hälfte von 2 on the go hat beim zweiten Kloster, also Batalha, lieber den kleinen Ort besichtigt. Es ist schon viel sakrale Kultur auf einmal.

Wenn du dir nur eines der drei Klöster anschauen möchtest, raten wir persönlich zum Kloster Tomar. Die Baukunst der Templer ist eine besondere Sehenswürdigkeit. Zum Kloster bekommst du auch noch die eindrucksvolle Burg geboten. Durch die vielen Kreuzgänge kannst du dir verschiedene Baustile ansehen. Die Burg und das Kloster von Tomar eignen sich für einen eigenen Tagesausflug.

Grüner Rasen vor der Klosterfassade.

Die Anlage der Burg und des Klosters Tomar ist einen Besuch wert.

Die Klöster von Alcobaca und Batalha kannst du zusammen an einem Tag besichtigen. Wir fanden Alcobaca etwas beeindruckender als Batalha, aber vielleicht waren wir auch einfach übersättigt an der zweiten Sehenswürdigkeit an einem Tag.

Hast du die drei Klöster schon besichtigt? Welches ist dein Favorit? Verrate es uns doch in den Kommentaren!

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Profilbild von Gina.

Hi, ich bin Gina Zusammen mit meinem Mann Marcus erkunde ich gerne fremde Länder und Kulturen. Wir sind Reise-Spätzünder und haben unsere Reisen um die Welt erst mit Mitte 50 begonnen. Am liebsten sind wir individuell und abseits ausgetretener Pfade unterwegs. Spontane Abenteuer, das Eintauchen in fremde Kulturen und der Genuss exotischer Speisen machen für mich das Reisen aus. Als Apothekerin bin ich die Spezialistin für Reisegesundheit. Träumerin mit Bodenhaftung, immer bereit für neue Erlebnisse. Mehr über mich erfährst du auf unserer Über-uns-Seite