Obidos ist eine mittelalterliche Stadt in Portugal. Sie liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Lissabon. Strategisch günstig auf einem Hügel erbaut sind die gut erhaltenen Festungsmauern und die Silhouette der Burg schon von weitem zu sehen. Das pittoreske Städtchen mit seinem gewundenen Gassen ist das Ziel vieler Tagesausflügler.

Was gibt es in Obidos zu sehen?

REchteckiger Turm der Stadtmauer, im Vordergrund eine Kirche.

Der hohe Turm der Stadtmauer überragt Obidos.

Das Städtchen ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Es fängt an mit der Stadtmauer, die im 16. Jahrhundert errichtet wurde und noch komplett erhalten ist. Sie ist nahezu rundum begehbar. Wenn du Obidos durch das Haupttor betrittst, führt linkerhand ein breite Treppe mit groben Stufen auf die Mauer hinauf. Hast du sie erklommen, stehst du auf dem Stadttor. Von hier aus führt der Weg auf der Stadtmauer nach links weiter. Allerdings gibt es kein Geländer zur Innenseite, der Weg ist also nur bedingt für Personen geeignet, die nicht schwindelfrei sind.

Durch die Zinnen der Stadtmauer von Obidos erhaschst du weite Blicke über die Landschaft. Von hier aus kannst du auch das Aquädukt sehen, das ebenfalls gut erhalten ist. Wie die Stadtmauer wurde es im 16. Jahrhundert erbaut.

Die Stadtmauer zieht sich einen Hügel empor, daneben grüne Landschaft.

Stadtmauer und Landschaft.

Der hier noch recht breite Weg über die Mauer endet an einem Gitter. Hier führt eine Treppe wieder hinab auf die Straßen des Ortes. Da sich die in Bussen angereisten Ausflügler überwiegend auf der Hauptstraße von Obidos tummeln, ist es in diesem Teil angenehm ruhig.

Wir passieren ein weiteres Stadttor, in dem eine Kapelle untergebracht ist. Weiter geht es an der Innenseite der Stadtmauer entlang. Hübsche alte Häuser und fröhlicher Blumenschmuck erfreuen uns auf unserem Spaziergang durch Obidos.

Gasse mit Kopfsteinpflaster, weißen Häusern und Blumen in Obidos.

Idyllische Gasse in der Altstadt.

Die mittelalterliche Burg

Durch die malerischen Gassen erreichen wir schließlich das andere Ende des historischen Ortskerns. Hoch ragt die Burg in den blauen Himmel. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch der Brauch der portugiesischen Könige, den Ort Obidos als Hochzeitsgeschenk ihrer Gemahlin zu verehren. Das ging so bis ins 16. Jahrhundert.

Burg mit mehreren Türmen und hohen Mauern.

Die Burg von Obidos.

Das trutzige Gebäude der Burg können wir leider nur von außen bewundern, denn im Inneren ist ein schickes Hotel untergebracht.

So schreiten wir durch das neben der Burg liegende Stadttor und nutzen die Gelegenheit, wieder die Stadtmauer zu erklimmen. Hier ist der begehbare Steg noch deutlich schmaler als im vorderen Teil von Obidos. Er schwingt sich in schwindelerregende Höhe hinauf, ohne Absicherung zum Abgrund hin. Wie gesagt, nur für schwindelfreie Menschen ein Vergnügen. Dafür wird der mutige Tourist auch auf dieser Seite mit weiten Ausblicken in die Landschaft belohnt.

Steg mit Mauer an einer Seite und Abgrund an der anderen Seite.

Schmal und hoch ist der Steg an der Stadtmauer entlang.

Der historische Ortskern

Nachdem wir heil von unserem Stadtmauer-Rundgang zurückgekommen sind, werfen wir uns ins Getümmel der Hauptstraße. Wir haben auf dem Parkplatz vor dem Ort schon mehrere Reisebusse gesehen. Deren Passagiere strömen hier durch Obidos. Die Straße ist gesäumt von Souvenirlädchen und Cafes.

Auch hier lohnt sich ein Abstecher in die Seitengässchen, in denen man schnell die Menschenmassen hinter sich lässt. Kleine Kirchen sowie Kunstgewerbeläden kannst du hier entdecken.

Zwei rote Hähne aus Blech.

Kunst und Kitsch findet man in den kleinen Läden.

Weiter auf der Hauptstraße stößt du schließlich auf den zentralen Platz mit der Hauptkirche Santa Maria. Hier fand im 15. Jahrhundert sogar eine königliche Hochzeit statt. Leider verstellt bei unserem Besuch ein Baugerüst wegen Renovierungsarbeiten die Fassade. Im Inneren der Kirche kannst du Gemälde der Künstlerin Josefa de Obidos finden, der es gelang, sich im 16. Jahrhundert einen Namen als Malerin zu machen.

Weiße Kirche und Platz mit großem Baum in Obidos.

Hauptkirche und zentraler Platz in Obidos.

Ginja de Obidos

Überall an der Hauptstraße wirst du Läden finden, die den berühmten Ginja de Obidos anbieten. Diese lokale Spezialität ist ein Sauerkirschlikör. Die Sauerkirschen wachsen hier in der Gegend. Seinerzeit haben die Mönche der Klöster mit viel Raffinesse die Rezeptur entwickelt. Noch heute wird der Ginja de Obidos handwerklich produziert.

Fenster und Tür eines Ladens, in dem verschiedenen Ginja-Flaschen präsentiert werden.

Kleiner Ginja-Laden in Obidos. (Foto: Barbara Horvatits-Ebner)

Die herb-säuerliche Unternote gibt dem Likör einen frischen, besonderen Geschmack. Wir fanden  durchaus geschmackliche Unterschiede (auch in Lissabon haben wir das Getränk probiert) zwischen verschiedenen Herstellern. Du solltest diese Spezialität auf jeden Fall probieren. Sehr gut fanden wir, dass die Probeportionen auch in essbaren Töpfchen aus dunkler Schokolade angeboten wurden. So kannst du ein bisschen Plastikmüll vermeiden.

Restaurants in Obidos

Für einen kleinen Imbiss bietet sich die Snackbar auf der Praca de Santa Maria an. Neben der Kirche sitzt du gemütlich im Schatten großer Bäume. Es gibt köstlichen frisch gepressten Orangensaft, leckere Snacks und alles zu moderaten Preisen.

Ein großer Haufen Orangen.

Orangen für die Saft-Gewinnung.

Wer es gerne edel mag, ist in der Pousada do Castelo richtig. Hier gibt es hochwertige Gerichte zu ebensolchen Preisen, alles im stilvollen Ambiente der Burg.

Für eine süße Pause mit Kaffee und leckerem Gebäck empfehlen wir die Pastelaria D’Avo Adelia an der Hauptstraße.

Die Lagune von Obidos

Auf den ersten Blick fragst du dich sicher, warum die Lagune von Obidos an der Atlantikküste den Namen des Ortes trägt. Schließlich ist sie einige Kilometer von diesem entfernt. Das war aber nicht immer so. Im Mittelalter erstreckte sich die Lagune bis zur Stadt Obidos und bot so Zugang zum Meer. Im Laufe der Zeit versandete sie jedoch, so dass heute die einzige Verbindung der Name ist.

Die Lagune von Obidos lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Mit dem Auto gelangst du innerhalb von 20 Minuten nach Foz de Arelho, dem Ort am Ausgang der Lagune. Für Vogelfreunde ist die Lagune ein Paradies. Es gibt Wanderwege, auf denen du die Natur erkunden und Wasservögel beobachten kannst.

Zwei Kitesrufer flitzen über das Wasser der Lagune von Obidos, dahinter Sandstrand.

Kitesurfer auf der Lagune von Obidos.

Ebenso beliebt ist das ruhige Wasser bei Kitesurfern. Auch wenn wir aus dem Alter für halsbrecherische Sportarten heraus sind, haben wir die Surfer gerne beobachtet. Während wir im warmen Sand saßen, guckten wir zu, wie die Sportler übers Wasser zischten und atemberaubende Sprünge hinlegten.

Infos

Anreise nach Obidos

Obidos erreichst du mit dem Auto von Lissabon aus über die Autobahn A8 in einer guten Stunde Fahrzeit (etwa 80 Kilometer). Parken kannst du in der Nähe der Touristinfo vor dem Haupttor auf zwei gebührenpflichtigen Parkplätzen. In die Altstadt selber kannst du nicht mit dem Auto fahren.

Alternativ kannst du auch mit der Bahn anreisen. Der Bahnhof befindet sich etwa einen halben Kilometer außerhalb des historischen Zentrums von Obidos.

Informationen vor Ort

Vor dem Haupttor findest du den Kiosk der Touristinformation. Hier erhältst du einen kostenlosen Plan des Ortes mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Führungen durch die Stadt werden erst für Gruppen ab mindestens 20 Personen angeboten. Aber du kannst den Ort sehr gut selber erkunden.

Besondere Events

In Obidos finden jährlich bestimmte Festivals und Events statt:

  • Obidos Weihnachtsdorf im Dezember
  • Osterwoche
  • Schokoladenfest im April/Mai
  • Mittelaltermarkt im Sommer
  • Internationale Piano-Woche im August

Infos zu Terminen und Eintrittspreisen gibt es auf der Homepage der Touristeninformation.

*Anzeige*


Booking.com