Graz verzaubert mit südlichem Flair und einer warmen Atmosphäre. Zweimal haben wir die steirische Landeshauptstadt bisher besucht. Beim ersten Mal auf unserem Weg nach Rab in Kroatien. Bei dieser Gelegenheit haben  wir uns die Haupt-Sehenswürdigkeiten angeschaut: den Schlossberg mit dem Uhrturm, die futuristische Mur-Insel, die Burg mit der berühmten Doppel-Wendeltreppe, das Glockenspiel…

Doch Graz hat Potenzial für weitere Besuche. So nutzte ich die Gelegenheit, meine Blogger-Freundin Barbara in Graz zu besuchen und ließ mir von ihr Tipps für weitere Sehenswürdigkeiten geben.

Gina und Babsi beim Schneemann in Graz.

Unterwegs in Graz mit Freundin Barbara

Als Einheimische ist Barbara Expertin für alles, was es in Graz an Sehenswürdigkeiten, Kuriositäten und Spezialitäten gibt. Schau doch mal in ihren umfassenden Graz-Guide auf ihrer Seite Reisepsycho.

Hitler und Mussolini in der Stadtpfarrkirche

Zugegeben, die Stadtpfarrkirche in der Herrengasse haben wir natürlich auch bei unserem ersten Besuch in Graz bewundert. Allerdings nur von außen. So entging uns eine Kuriosität, die einmalig ist: das zwei faschistische Diktatoren Platz auf einem Kirchenfenster gefunden haben.

Die Stadtpfarrkirche ist gotischen Ursprungs und wurde später Barock umgestaltet. Im Zweiten Weltkrieg wurden die originalen gotischen Chorfenster leider zerstört. Der Künstler, der die neuen Fenster gestaltete, gruppierte die Figuren von Hitler und Mussolini zu den Peinigern Christi. Ein interessantes Mahnmal.

Ansicht der Stadtpfarrkirche und des Kirchenfensters.

Die Stadtpfarrkirche auf der Herrengasse

Tipp: Falls du die beiden in dem Gewimmel auf dem Fenster nicht auf Anhieb findest, schau am Eingang der Kirche auf das vergrößerte Foto des Kirchenfensters. Das erleichtert dir das Entdecken der Gesichter.

  • Adresse: Herrengasse 23, 8010 Graz

Ein Schneemann im Sommer

Eine weitere Kuriosität in Graz ist ein Schneemann, der hartnäckig das ganze Jahr über seine Stellung hält. Du musst allerdings ein wenig suchen, denn er ist im Innenhof des Priesterseminars versteckt.

Die Skulptur aus weißem Marmor scheint nachdenklich in die dazugehörige künstliche Wasserpfütze zu blicken. Der Künstler beabsichtigt damit, die Betrachtenden dazu anzuregen, über Vergänglichkeit und Veränderung nachzudenken.

Schneemannskulptur vor einer Pfütze.

Der ganzjährige Schneemann

Auch wenn du nicht so philosophisch unterwegs ist, ist der Schneemann doch eine gelungene und witzige Figur im stillen Innenhof des Priesterseminars.

  • Adresse: Bürgergasse 2, 8010 Graz

Basilika Mariatrost

Für die folgenden Sehenswürdigkeiten verlassen wir die historische Altstadt von Graz und begeben uns hinaus in verschiedene Vororte.

Da Graz ein hervorragendes ÖPNV-System hat, können wir alle Ziele bequem mit der Straßenbahn – die hier „Bim“ heißt – erreichen.

Die Basilika Mariatrost liegt im Osten von Graz am Purberg. Sie zählt zu den wichtigsten Wallfahrtskirchen in der Steiermark. Über 216 Stufen steigt der demütige Pilger – und die atemlose Touristin – zu der in sattem Gelb leuchtenden Barockkirche hinauf.

Mit dem Bau wurde 1714 begonnen, nachdem schon im 17. Jahrhundert eine angebliche wundertätige Marienstatue verehrt wurde. Der Legende nach betete das Töchterlein des Schlossherrn auf dem Purberg vor der Marienstatue in der Schlosskapelle um Heilung. Sie wurde ihr zuteil, was sich herum sprach. So zog die Marienfigur immer mehr Gläubige an und der Pauliner-Orden errichtete ihr diese standesgemäße Kirche.

Gelbe Kirche mit zwei Türmen am Kopf der Treppe.

Das ist nur der obere Teil der Pilgertreppe!

Die Basilika Mariatrost ist nicht nur von außen sehenswert. Auch die barocke Innenausstattung ist beeindruckend. Auf dem Hochaltar hat die spätgotische Marienstatue ihren würdigen Platz gefunden, die Innenräume sind mit Fresken ausgemalt und die Kanzel zeigt ausdrucksstarke Figuren.

  • Adresse: Kirchplatz 9, 8044 Graz
  • Hinkommen: Vom Zentrum (Hauptplatz) Bim 1 Richtung Mariatrost, etwa 25 Minuten

Herz-Jesu-Kirche: Historismus in Graz

Eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit für eine so sehr vom Barock geprägte Stadt ist die Herz-Jesu-Kirche im Stadtteil St. Leonhard.

Sie wurde zwischen 1881 und 1891 im neugotischen Backsteinstil erbaut. Der Kirchturm ist der dritthöchste in Österreich. Die Herz-Jesu-Kirche ist eines der wichtigsten Beispiele für den Historismus in der Steiermark.

Rot-Weiße Kirche in Backsteingotik und Blick in den Chor.

Ganz schön hoch…

Die rot-weiße Backsteinfassade wirkt fröhlich und unbeschwert, obwohl der Bau durch seine Größe ziemlich beeindruckend ist. Auch von innen ist die Herz-Jesu-Kirche hell und freundlich.

  • Adresse: Sparbersbachgasse 58, 8010 Graz
  • Hinkommen: Vom Zentrum (Hauptplatz) mit der Bim 3 Richtung Krenngasse, 8 Minuten

UNESCO-Welterbestätte Schloss Eggenberg

Das Beste kommt zum Schluss: Das Schloss Eggenberg und sein weitläufiger Park ist eine wunderbare Oase.

Schloss Eggenberg

Das Schloss wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut und blieb als eines der wenigen Beispiele für eine frühbarocke Residenz erhalten. Der Bauherr, Fürst von Eggenberg, schuf ein Gesamtkunstwerk, das ein Abbild des Universums darstellt. Naturphilosophische Vorstellungen prägen den gesamten Bau, von kosmischen Bildern bis zum Zeitenlauf. So gibt es zum Beispiel genau 365 Fenster, so viel wie Tage im Jahr.

Barockschloss Eggenberg vor blauem Himmel.

Schloss Eggenberg bietet einen harmonischen Anblick

Der berühmte Prunksaal des Schloss Eggenberg folgt als Planetensaal diesem Prinzip. In der prachtvollen Bemalung sind unter anderem die Planeten und die Tierkreiszeichen dargestellt. Der Planetensaal bildet das Entree der Beletage, die aus weiteren 24 prunkvollen Sälen besteht. Die Räume können im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Da das Schloss weitgehend im Originalzustand belassen wurde, kann es im Winter nicht beheizt werden. Deshalb sind die Räume nur im Sommerhalbjahr zugänglich.

Im Schloss findest du weitere Museen wie die Alte Galerie mit Gemälden und Skulpturen vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert und das Münzkabinett.

Am Rande des Schlossparks befindet sich das Archäologiemuseum in einem Neubau.

Schlosspark und Gärten

Der Park und die Gartenanlagen sind ebenfalls sehenswert. Der ursprüngliche Barockgarten wurde im 19. Jahrhundert in einen Landschaftsgarten verwandelt, wie man das zu der Zeit schick fand. Höhepunkt dieser Landschaftskunst ist der Rosenhügel. Wenn im Juni die vielen historischen Rosensorten blühen und duften, ist das ein ganz bezaubernder Ort. Gekrönt wird der Hügel von einem „chinesischen“ Schirm als Pavillon.

Pavillon in Form eines Schirms.

Der Rosenhügel mit dem chinesischen Schirm

Pfau auf der Wiese.

Auch Pfaue triffst du im Park an

Ein Obstgarten, der Herrschaftsgartel und der neu gestaltete Planetengarten sind weitere reizvolle Bereiche im Park von Schloss Eggenberg. In einem romantischen Pavillon im Park findest du ein kleines Café.

  • Adresse: Eggenberger Allee 90, 8020 Graz
  • Hinkommen: Vom Zentrum (Hauptplatz) mit Bim 1, 15 Minuten
  • Öffnungszeiten Schloss und Museen: Ostern – Okt Di – So 10 – 17 Uhr, Führungen stündlich
  • Eintritt Schloss/Prunkräume inkl. Führung: 15 € (beinhaltet alle Museen des Johanneums)
  • Einzel-Eintritt übrige Museen: 9,50 €
  • Öffnungszeiten des Parks: Apr – Okt täglich 819 Uhr, Nov – März täglich 817 Uhr
  • Eintritt Schlosspark: 2 €

Eine weitere Übersicht über viele Sehenswürdigkeiten in Graz findest du auf dem Blog PlacesofJuma.

Gudrun stellt in ihrem Graz-Artikel auf Reisebloggerin 21 Dinge vor, die es nur in Graz gibt.