Anläss­lich ihres vier­ten Blog-Geburts­tags ruft Sabi­ne von Fern­ge­weht zu einer Blog­pa­ra­de zum The­ma „Der per­fek­te Rei­se­tag” auf.

Wel­ches war unser bis­her schöns­ter Rei­se­tag? Was für eine schwie­ri­ge Fra­ge! So vie­le schö­ne Rei­se­ta­ge haben wir bis­her erlebt, da fällt es schwer, den einen per­fek­ten dar­aus her­vor­zu­he­ben. Also ver­su­che ich, exem­pla­risch an einem der schö­nen Rei­se­ta­ge, die mir in Erin­ne­rung geblie­ben sind zu beschrei­ben, was einen schö­nen Rei­se­tag für uns aus­macht.

Die­ser Tag ist – pas­send zum Geburts­tag von Sabi­nes Blog – mein Geburts­tag auf Rei­sen. Und zwar mein 50. Geburts­tag, den wir  zum Anlass nah­men, unse­re ers­te Fern­rei­se nach Latein­ame­ri­ka zu unter­neh­men. Die führ­te uns nach Mexi­ko und begann in Ver­a­cruz.

1. Die per­fek­te Unter­kunft

Als ich an mei­nem Geburts­tag die Augen auf­schla­ge, sehe ich hoch über mir die alters­krum­men Bal­ken der Holz­de­cke. Die Fens­ter­lä­den fil­tern das Licht, so dass eine ruhi­ge, gedämpf­te Atmo­sphä­re im Zim­mer herrscht. Schwe­re, dunk­le Holz­mö­bel im Kolo­ni­al­stil und bun­te Stein­flie­sen ver­voll­komm­nen das Flair. Unser Hotel ist ein ehe­ma­li­ges Klos­ter. Die Zim­mer gehen zum frü­he­ren Kreuz­gang, der zu einem hüb­schen Innen­hof mit Pool und Ter­ras­se gestal­tet wur­de. Vom leb­haf­ten Auto­ver­kehr, der drau­ßen vor­bei­bran­det, bekommt man hier drin­nen nichts mit.

Im Restau­rant erwar­tet uns das Früh­stücks­buf­fet mit vie­len uns bis­her frem­den Gerich­ten. Natür­lich gibt es auch den übli­chen Brot, But­ter, Mar­me­la­de Drei­klang, doch wir ver­su­chen ger­ne die unbe­kann­ten Köst­lich­kei­ten.

Das Per­so­nal an Rezep­ti­on und im Restau­rant ist warm­her­zig und hilfs­be­reit. Wir füh­len uns hier von Anfang an will­kom­men.

Nach dem Früh­stück tre­ten wir vor die ehe­ma­li­ge Klos­ter­tü­re und sind mit weni­gen Schrit­ten mit­ten im Zen­trum von Ver­a­cruz.

  • Fazit: Die per­fek­te Unter­kunft ist für uns kei­nes­falls eine gesichts­lo­se Luxus-Hotel­ket­te. Wir lie­ben es, wenn es authen­tisch und lan­des­ty­pisch ist. Dafür neh­men wir ger­ne in Kauf, dass auch schon mal die Dusche nicht heiß wird, das Per­so­nal wenig oder kein Eng­lisch spricht oder der bau­li­che Stan­dard nicht dem ent­spricht, was wir aus Deutsch­land gewöhnt sind. Wenn unse­re Blei­be ruhig und zen­tral liegt, sind wir sehr zufrie­den.

2. Das per­fek­te Wet­ter

Vor der Hotel­tür erwar­tet uns blau­er Him­mel und strah­len­der Son­nen­schein. Die war­me Luft strei­chelt unse­re Haut, vom Meer zieht ein leich­ter Salz­duft hin­über.

Ich habe Ende Okto­ber Geburts­tag, meis­tens herrscht nass-grau­es Schmud­del­wet­ter. Umso mehr genie­ße ich die ange­neh­me Wär­me, die mir erlaubt, den Tag im Som­mer­kleid und San­da­len zu ver­brin­gen.

  • Fazit: Natür­lich gibt es auch schö­ne Tage mit dra­ma­ti­schem Wol­ken­him­mel, mys­ti­schem Nebel oder klir­ren­der Käl­te. Wenn es für uns per­fekt sein soll, gehö­ren jedoch Son­ne, blau­er Him­mel und war­me bis hei­ße Tem­pe­ra­tu­ren dazu.

3. Die per­fek­te Umge­bung

Mit weni­gen Schrit­ten sind wir im his­to­ri­schen Zen­trum von Ver­a­cruz. Der Zóca­lo, der zen­tra­le Platz ist von alten Kolo­ni­al­ge­bäu­den umge­ben. Die Kir­che gehört eben­so dazu wie das Rat­haus, zwei Gebäu­de, die heu­te noch ihre alte Funk­ti­on erfül­len. In den Arka­den­gän­gen der ehe­ma­li­gen Paläs­te sind nun Geschäf­te und Cafés zu fin­den.

Wir schlen­dern durch die Stra­ßen und sau­gen das fremd­ar­ti­ge Leben in uns auf. Klei­ne India­ner­frau­en, meist mit einem Kind auf dem Rücken und noch einem an der Hand, ver­su­chen ihre Ware zu ver­kau­fen. Klapp­ri­ge, bunt bemal­te Bus­se röh­ren durch den Ver­kehr. Die Hei­li­gen­fi­gu­ren in der Kir­che haben ech­te Haa­re. Lau­ter neue, inter­es­san­te Rei­ze pras­seln auf uns ein.

Im Museo de la Ciu­dad ler­nen wir die Geschich­te von Ver­a­cruz ken­nen. Sie beschränkt sich zwar auf die Kolo­nia­li­sie­rung, Pira­ten­über­fäl­le und den Frei­heits­kampf, doch eine Sta­tue eines rie­si­gen Olme­ken­kopfs ver­weist auch auf die ursprüng­li­chen Bewoh­ner der Gegend.

  • Fazit: Die per­fek­te Umge­bung an einem Rei­se­tag lässt uns etwas vom Geist des Lan­des sehen. Wie leben die Men­schen heu­te, wie haben sie frü­her hier gelebt? Schö­ne Gebäu­de und inter­es­san­te Muse­en tra­gen dazu bei. Aber auch ein Tag in der Natur lässt uns etwas vom Cha­rak­ter des Lan­des auf­neh­men, bei einer Wan­de­rung oder Boots­fahrt bei­spiels­wei­se.

4. Die per­fek­ten Men­schen

Okay, das hört sich jetzt etwas komisch an. Schließ­lich wis­sen wir alle, dass es kei­ne Per­fek­ti­on bei Men­schen gibt.

In Mexi­ko, wie auch in vie­len ande­ren Län­dern, füh­len wir uns herz­lich auf­ge­nom­men. Die Men­schen sind freund­lich und offen, freu­en sich wie Bol­le, wenn man ein paar Wor­te Spa­nisch spricht und hel­fen ger­ne.

Anfangs machen wir uns noch ein wenig Sor­gen wegen mög­li­cher Kri­mi­na­li­tät (es war unse­re ers­te Rei­se in so ein „gefähr­li­ches” Land), doch schnell ler­nen wir, dass wir uns mit gesun­dem Men­schen­ver­stand pro­blem­los in der Stadt bewe­gen kön­nen.

  • Fazit: Freund­lich­keit und Hilfs­be­reit­schaft gegen­über Frem­den sind etwas, was ganz ent­schei­dend zu einem per­fek­tem Rei­se­tag bei­trägt. Zum Glück haben wir das fast über­all auf der Welt vor­ge­fun­den.

5. Das per­fek­te Essen

Ich erwähn­te schon das Früh­stücks­buf­fet im Hotel, das vie­le ein­hei­mi­sche Spei­sen bot. Beson­ders die vie­len ver­schie­de­nen Vari­an­ten von Eier­ge­rich­ten haben es uns ange­tan.

Unter­wegs holen wir uns einen Snack an Stra­ßen­stän­den oder in klei­nen Läden. Tor­til­las, Empa­na­das, Tama­les, Pica­das – die Aus­wahl ist groß und köst­lich.

Wir been­de­ten mei­nen Geburts­tag mit einem Restau­rant­be­such in einem schö­nen klei­nen Lokal. Hier speis­ten wir die Spe­zia­li­tät von Ver­a­cruz „Huachin­an­go a la Ver­a­cruz­ana”, ein Fisch­ge­richt mit einer schmack­haf­ten Sau­ce aus Toma­ten, Oli­ven, Jala­pe­nos und Kräu­ter über­ba­cken. Köst­lich!

  • Fazit: Wir möch­ten die typi­schen Gerich­te eines Lan­des ken­nen­ler­nen. Ob in Restau­rants oder Gar­kü­chen am Stra­ßen­rand, wir pro­bie­ren (fast) alles. Ein Urlaubs­ort, der nur für west­li­che Tou­ris­ten aus­ge­rich­te­tes Essen anbie­tet, hät­te für uns wenig Reiz.

Was macht für dich einen per­fek­ten Rei­se­tag aus? Ver­ra­te es uns ger­ne in den Kom­men­ta­ren!