Ein langes Wochenende eignet sich perfekt für einen Ausflug ins Grüne. Wir haben den Hunsrück als Ziel gewählt, eine Gegend, die uns bislang unbekannt war.

Hier führt der Saar-Hunsrück-Steig entlang, ein Fernwanderweg über 410 Kilometer. Wir sind vor einigen Jahren einen anderen Fernwanderweg gegangen, den Rheinsteig. Diesmal wollen wir jedoch keine Etappen wandern, sondern suchen nach Rundwanderwegen.

Dafür bieten sich die Traumschleifen an, die ihren Ausgangs- und Endpunkt am Saar-Hunsrück-Steig haben und in einer schönen Runde durch die Natur führen. Drei dieser Traumschleifen haben wir uns für unser langes Wochenende ausgesucht.

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Traumschleife Garten-Wellness-Runde in Losheim am See

Blick von unten in hohe Bäume auf der Traumschleife im Hunsrück.

Da wir erst am frühen Nachmittag im Hunsrück ankommen, haben wir uns eine kleine Runde ausgesucht.

Wir parken auf dem großen Parkplatz in Losheim am See.

Von hier startet die Traumschleifen-Tour auch schon. Wir spazieren zum See hinunter, wo wir bald auf die Traumschleifen-Kennzeichnung treffen.

Durch das Portal am Stausee betreten wir den lichten Wald. Auf einem gewundenen Pfad geht es unter den Bäumen entlang. Im Wald sehen wir ein paar Holzsäge-Kunstwerke. Der Weg führt leicht und stetig bergauf. Der Nadelwald wandelt sich bald zu einem grünen Laubwald. Kleine Bäume mit markanten Ästen lassen uns wie im Zauberwald vorkommen.

Reise-Ringel sitzt auf einer Holzskulptur eines Lamas.

Für diese Kunst kann sich auch Reise-Ringel begeistern

Wir überqueren eine kleine Straße, wandern ein Stück entlang eines Campingplatzes, bevor uns der Nadelwald wieder umfängt. Kurz darauf öffnet sich der Wald zu einer grünen Lichtung, die von blühenden Sträuchern umrahmt wird. Weiter geht es durch ein Areal mit dichten Hecken beidseits des Weges.

Als der Weg auf eine Wiese führt, sind wir enttäuscht, denn das im Wanderführer angepriesene „Farnmeer“ ist nicht zu sehen. Am Wegrand entdecken wir lediglich einige vertrocknete, braune Farnpflanzen. Vielleicht sind wir ja zur falschen Jahreszeit unterwegs?

Wieder geht es durch grünen Wald. Als wir die Losheimer Kneippanlage sehen, wenden wir uns nach rechts in das Metzenbachtal. Linkerhand plätschert der Bach im Talgrund, während wir leicht bergauf dem Pfad folgen. Wir treffen auf den Saar-Hunsrück-Steig, der von nun an Teil der Traumschleife ist.

Gina zeigt auf die Kneipp-Anlage bei Losheim.

Nichts wie rein da!

Es geht nach links ins Bachtal, das wir auf rustikalen Holzstegen überqueren. Auf der gegenüberliegende Talseite wandern wir zurück Richtung Kneippanlage. Dort angekommen, befreien wir uns von Schuhen und Strümpfen und erfrischen uns mit einer Runde Wassertreten. Als Alternative zum Tretbecken gibt es ein Armbecken, falls du keine nassen Füße bekommen möchtest. Infotafeln berichten über die wohltuende Wirkung der Kneippschen Anwendungen.

Nach dieser belebenden Pause ziehen wir weiter. Ein Pfad führt uns eine Weile am gluckernden Losheimer Bach entlang. Weiße Blüten schwanken auf grünen Stengeln am Bachufer. Nachdem wir ein Stück auf einer Asphaltstraße entlang gegangen sind, geht es wieder in die Talaue und Richtung See. Hier in der Aue wird der Weg immer matschiger. Baumscheiben als Trittsteine helfen uns nicht wirklich, um trockenen Fußes hier durchzukommen. Die meisten der Trittscheiben sind schon im Morast versunken. Wir verfluchen unsere Bequemlichkeit, aus der wir auf die robusten Wanderschuhe verzichtet haben. Nun sauen wir unsere Sneaker etwas ein.

Matschiger Weg im Wald.

Hier geht es nicht mit sauberen Schuhen durch…

Aber schließlich ist auch dieses Stück des Wegs bewältigt. Immerhin hat es für ein wenig Abenteuerflair gesorgt. Wir erreichen das Ufer des Losheimer Stausees, das mit dichtem Schilf bewachsen ist. Die Traumschleife führt nun unmittelbar am Seeufer entlang.

Gina sitzt auf einer Bank am See.

Entspannen am See

Zum Abschluss geht es noch einmal hinauf in den Wald und schließlich kommen wir zufrieden am Portal der Garten-Wellness-Runde an.

Die Runde hat uns sehr gut gefallen. Trotz des Feiertags waren wir auf den Pfaden meist völlig allein und konnten die Ruhe und die Natur genießen.

Info zur Traumschleife Garten-Wellness-Runde

  • Länge: 6 Kilometer
  • Dauer: etwa 2 Stunden
  • Schwierigkeit: leichte Wanderung
  • Start/Ziel: Losheim am See, Touristeninfo

Einkehrmöglichkeiten:

  • diverse Restaurants, Cafés etc. am Start/Zielpunkt

Info:

Traumschleife Rockenburger Urwaldpfad

Steiler Pfad auf der Traumschleife Rockenburger Urwaldpfad.

Für den nächsten Tag nehmen wir uns eine etwas längere und anspruchsvollere Wanderung vor als die leichte Garten-Wellness-Runde.

Unser Startpunkt ist an der Fischerhütte Beuren. Wir laufen um den kleinen Weiher herum und passieren die Fischerhütte, bevor es in den lichten Laubwald geht. Auf zunächst breitem und bequemem Weg wandern wir durch den Mischwald. Der Weg wird zum schmalen Pfad, der uns unter hohen Buchen und Nadelbäumen durch die idyllische Natur führt.

Kleiner Weiher.

Am idyllischen Weiher geht die Traumschleifen-Wanderung los

Die gut markierte Route geht immer wieder abwechselnd über breitere Forstwege und schmale Pfade. Dicht liegt das grüne Dach der Baumkronen über uns. Schroffe Felsklippen ziehen unsere Blicke auf sich.

Warnschild an der Treppe.

Ui, hier wird’s gefährlich…

Nach etwa vier Kilometern erreichen wir ein Highlight dieser Traumschleifen-Wanderung: Eine steile, rustikale Holzleiter führt hinab ins Tal der Kleinen Dhron. Ein Schild am Kopf des Abstiegs warnt, dass das Begehen auf eigene Gefahr erfolgt. Falls man sich den Abstieg nicht zutraut, gibt es eine Wegvariante über einen Umgehungspfad.

Natürlich machen wir uns frohgemut an den Abstieg über die kantigen Stufen der Leiter. Am Fuß angekommen, geht es abenteuerlich steil und unwegsam weiter, bis wir den Talgrund erreichen.

Blick von unten die steile Leiter hoch.

Höhepunkt Waldleiter

Was für eine zauberhafte Atmosphäre herrscht hier unten! Die Kleine Dhron plätschert und rauscht durch ihr felsiges Bett. Durch den umgebenden Wald ist das Tal in ein mystisches grünschimmerndes Licht getaucht. Wir genießen das Naturerlebnis hier sehr.

Kleiner Wasserfall.

Im Tal der Kleinen Dhron

Wo der Krennerichbach in die Kleine Dhron mündet, verlassen wir das hübsche Tal. Es geht hinauf durch den Wald, wo wir schließlich wieder in einiger Höhe entlang der Kleinen Dhron laufen. Auch hier faszinieren uns die schroffen Felsformationen, die seit Jahrhunderten der Erosion trotzen.

Nach einem Aufstieg über eine steile Wiese erreichen wir kurz danach das Örtchen Prosterath.  Am Ortsrand beeindruckt uns die Felsformation des Grauen Wacken. Hinter dem Ort geht es noch einmal steil bergauf. Oben belohnt uns ein imposanter Ausblick über den Hunsrück für die Mühen.

Weiter geht es auf der Höhe über offene Wiesen und Felder, so dass wir rundum das Panorama genießen können. Zum Abschluss führt uns ein schmaler Pfad durch den Wald zurück zu unserem Ausgangspunkt am Weiher der Fischerhütte.

Info zur Traumschleife Rockenburger Urwaldpfad

  • Länge: 11,2 Kilometer
  • Dauer: etwa 4 Stunden
  • Höhenmeter: 319 Meter
  • Schwierigkeit: mittelschwere Wanderung
  • Start/Ziel: Fischerhütte Beuren

Einkehrmöglichkeiten:

  • Fischerhütte am Start/Ziel
  • Forellenhof: Abstecher 700 Meter nach Abstieg ins Tal der Kleinen Dhron

Info:

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Traumschleife Kasteler Felsenpfad

Wegmarkierung Traumschleife Kasteler Felsenpfad.

Unsere dritte Wanderung geht entlang der Traumschleife Kasteler Felsenpfad. Auf dieser Runde gibt es weitere beeindruckende Felsformationen.

In der Nähe von Saarburg liegt der Ort Kastel-Staadt. Dort an der Klause finden wir einen großen Parkplatz und starten von hier unsere Wanderung.

An der Einsamen Kirche vorbei führt uns der Weg zu den restaurierten Resten des römischen Amphitheaters. Kastel war zu keltischer und römischer Zeit ein bedeutender Ort, wovon diese historischen Spuren zeugen.

Amphitheater an einem grünen Hang.

Das restaurierte Amphitheater

Weiter geht es bergab und wir landen kurze Zeit später an den Felsen, die den Namen „Nordtor der Römer“ tragen. Hier beginnt die eigentliche Wanderroute des Kasteler Felsenpfads. Wir stehen vor der Wahl, linksrum oder rechtsrum zu gehen.

Nachdem wir den Wanderführer konsultiert haben, entscheiden wir uns dafür, nach links durch die imposanten roten Felswände des Römertors zu laufen. Ein kleiner Abstecher in eine Höhle in der Felswand endet kurz darauf in einer Sackgasse.

Marcus steht unter einem hohen Felsentor.

Ganz schön hoch!

Wir setzen den Weg fort. Über uns das grüne Dach des Waldes, immer wieder unterbrochen von gigantischen Felsen mit lustigen Namen. „Großmutter“ und „Franzen Knippchen“ sind einige davon.

Nachdem wir die Schutzhütte im Fuchsloch passiert haben, geht es über einen steilen Pfad an der Felswand entlang hinauf. Auf einmal stehen wir vor der Mariengrotte. Eine Marienstatue, Lichter mit Kerzen und Blumenschmuck finden wir hier mitten im Fels vor. Die Grotte stiftete ein Soldat aus Dankbarkeit darüber, den II. Weltkrieg überlebt zu haben.

Marienstatue in der Felswand.

Mariengrotte am Kasteler Felsenpfad

Nach der Mariengrotte führt die Wanderung noch einmal über einen Stufenweg steil hinauf. Eine letzte Treppe schnaufen wir hoch und stehen plötzlich mitten im Dorf Kastel-Staadt. Ein Stück folgen wir der Straße, bevor es auf einem Fußweg wieder in die Natur geht.

Wir laufen gemütlich durch freundlichen Mischwald bergab und überqueren auf einem Holzsteg den Pinschbach. Am plätschernden Brunnen erfrischen wir uns kurz und wandern dann weiter.

Gina neben einem Brunnentrog.

Das kühle Nass ist sehr willkommen

Über einen breiten Waldweg keuchen wir steil hinauf. Als wir das Ende der sportlichen Steigung erreichen, beschließen wir, es sei Zeit für eine kleine Stärkung. Wir erholen uns, während wir unser mitgebrachtes Picknick genießen und werfen einen Blick die Routenschreibung unserer Traumschleife.

Zu früh gefreut, dass wir den Aufstieg geschafft haben: das steilste Stück mit fast 30 % Steigung liegt unmittelbar vor uns! Wenigstens sind wir gut gestärkt.

Wir schnaufen den nächsten Anstieg hoch und haben wenig Blicke für das uns umgebende wildromantische Waldgebiet. Der steilste Part geht über eine Treppe, deren Ende wir etwas atemlos erreichen.

Felsgebilde mit Klettersteig.

Der imposante Altfels

Auf ebenem Waldweg wandern wir weiter, bis es wieder spannend wird. Ein schmaler Felspfad ist mit Seilsicherungen ausgestattet und führt uns durch die Sandsteinfelsen. Kurz darauf kommen wir an dem imposanten Altfels an. Über steile Trittstufen könnte man an der Seilsicherung bis hinauf steigen. Wir schauen uns das Spektakel von unten an, bevor es auf einem kleinen Pfad in Serpentinen wieder bergab geht.

Über teils breite Waldwege, teils schmale, steile Pfade wandern wir talwärts und überqueren wieder den Pinschbach. Die alte Wanderer-Weisheit: „Was runter geht, geht auch wieder hoch“ bewahrheitet sich ebenfalls hier. Bald befinden wir uns abermals auf dem stetigen Aufstieg durch den Wald.

Weg mit Stufen im Wald.

Und aufwärts geht’s…

Hoher Felsturm im Gegenlicht.

Der Rote Turm

Auch hier tauchen himmelhohe faszinierende Felsen am Weg auf. Der Rote Turm ist einer davon und ragt mit 36 Meter Höhe aus der Vegetation. Hoch über uns erkennen wir den Klausenfelsen und als Abschluss der Runde grüßt uns der Igelfels, mit Tannen als Stacheln auf dem Rücken.

Damit kommen wir an unserem Startpunkt, dem Nordtor der Römer an und laufen zurück zur Klause. Die Besichtigung dieser historischen Stätte heben wir uns für den nächsten Tag auf.

Grabkapelle der Klause auf einem Felsen über der Saar.

Die Grabkapelle der Klause lohnt eine Besichtigung

Info zur Traumschleife Kasteler Felsenpfad

  • Länge: 8,2 Kilometer
  • Dauer: etwa 4 Stunden
  • Höhenmeter: 378 Meter
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwere Wanderung
  • Start/Ziel: An der Klause, Kastel-Staadt

Einkehrmöglichkeiten:

  • keine

Sehenswürdigkeiten:

  • Römisches Amphitheater
  • Klause: mittelalterliche Pilgerstätte, Eremitensitz und Grabkapelle Johanns von Böhmen
  • Historische Altstadt von Saarburg mit Wasserfall, 10 Kilometer entfernt

Info: