Xanten ist eine Stadt am Niederrhein mit langer Geschichte. Der römische Feldherr Varus, der Nibelungen-Held Siegfried und der Heilige Viktor sind Persönlichkeiten, deren Spuren noch heute die Stadt prägen. Doch Xanten ist auch eine moderne Stadt mit vielen schönen Freizeitmöglichkeiten. Also ein perfektes Ziel in unserem „Corona-Urlaub“, den wir notgedrungen am heimischen Niederrhein verbrachten, statt wie geplant in Sizilien.

Die Römer in Xanten: Archäologischer Park und Römermuseum

Es gab zwei befestigte Militärlager der Römer in Xanten, Vetera I und Vetera II. Von Vetera startete Varus seinen Feldzug ins östliche Germanien, was bekanntermaßen gründlich misslang. Er wurde mit drei Legionen in der berühmten Schlacht am Teutoburger Wald vernichtend geschlagen.

Neben den Militärlagern entwickelte sich mit der Zeit die römische Zivilsiedlung, die im Jahre 110 den Namen Colonia Ulpia Traiana verliehen bekam. Sie existierte wie Vetera II bis ins Jahr 275, in dem sie durch die Franken zerstört wurde.

Heute ist von der römischen Siedlung nichts mehr zu sehen. Wie damals üblich, wurden die Ruinen im Mittelalter als Baumaterial für die neu entstehende Stadt verwendet. So gibt es nur noch unterhalb der Bodenoberfläche Zeugnisse aus der römischen Zeit. Dort bleiben sie aus konservatorischen Gründen auch.

Archäologischer Park Xanten

Hafentempel im Archäologischen Park Xanten.

Der teilrekonstruierte Hafentempel.

Doch im Archäologischen Park Xanten kannst du dennoch nachempfinden, wie die römische Stadt ausgesehen hat. Auf dem Areal der früheren Siedlung sind typische Gebäude im 1:1 Maßstab rekonstruiert worden.

Beeindruckend ist der Hafentempel durch seine schiere Höhe. Wenn du die große Freitreppe hinaufgestiegen bist, kannst du einen Rundgang um die Säulen des Tempels machen. Von hier aus blickst du auf den Rhein, der ganz nahe – wie zu Römerzeiten – vorbeifließt.

Weitere Gebäude sind eine römische Herberge, die zur Zeit unseres Besuchs aufgrund von Corona-Einschränkungen noch nicht wieder geöffnet war. Dafür kannst du durch den Nachbau des Amphitheaters gehen und es dir von der Tribüne, von der Arena und von den Nebenräumen her anschauen.

Römische Herberge im APX.

Blick vom Amphitheater zur Herberge.

Amphitheater.

Im Amphitheater finden immer wieder Aufführungen statt.

Die Stadtmauer ist teils rekonstruiert mit einigen Türmen und dem großen Nordtor. Der Rest wird durch eine große Hecke symbolisiert, so dass das Gelände rundum umfriedet ist.

In kleinen Pavillons auf dem Gelände werden thematische Ausstellungen präsentiert: wie zu römischen Zeiten gebaut wurde, wie der Verkehr bewerkstelligt wurde und andere Themen werden dir dort ausführlich erläutert.

Das Römermuseum

Vertiefen kannst du dein Wissen über die Römerstadt im angegliederten RömerMuseum.

Das Museum ist in einem schicken, modernen Gebäude untergebracht. Die Dauerausstellung bietet einen Überblick über die römische Geschichte in Xanten. In verschiedenen Themenblöcken werden die Besucher durch die römische Welt geführt. Mehrere interaktive Stationen und Exponate zum Anfassen machen das Ganze sehr kurzweilig.

Ein Highlight sind die Großen Thermen. Durch einen der ursprünglichen Archtitektur nachempfundenem Schutzbau, der die römischen Mauern vor Sonne und Regen schützt, kannst du auf Stegen über die große Anlage gehen. Natürlich erhältst du umfassende Informationen über die römische Badekultur.

Ergänzt wird das Angebot durch wechselnde Sonderausstellungen.

Infos zum APX und Römermuseum

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  • Adresse: Am Amphitheater, 46509 Xanten
  • Öffnungszeiten: Di – So 11 – 17 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 9 Euro, ermäßigt 6 Euro, Kinder bis 18 Jahre frei. Zur Zeit wegen Corona-Einschränkungen pauschal 5 Euro. 1. Montag im Monat Eintritt frei.
  • zur Homepage

Die historische Altstadt von Xanten

Nur wenige Schritte vom Archäologischen Park Xanten liegt die historische Altstadt entfernt.

Durch hübsche kleine Sträßchen spazierst du in wenigen Minuten zum zentralen Marktplatz. Zur Rechten siehst du bald die Michaelskapelle, die im 15. Jahrhundert auf das Südtor des Stifts gesetzt wurde. Durch dieses Tor, unter der Kapelle hindurch, erreichst du den Ziegelhof, an dem der mächtige Viktorsdom emporragt.

Tor unter der Michaelskapelle, dahinter der Xantener Dom.

Durch dieses Tor geht es zum St.-Viktor-Dom.

Viktor war ein Märtyrer, der wie der Heilige Gereon aus Köln der Thebäischen Legion angehörte. Er soll im 5. Jahrhundert im Amphitheater von Vetera hingerichtet worden sein. Später wurde über seinen vermeintlichen Gebeinen eine Gedenkkapelle errichtet, zu denen die Menschen pilgerten. Der Name Xanten entspringt dem lateinischen „Ad Sanctos“, übersetzt „zu den Heiligen“ und bezieht sich auf diese frühe Gedenkstätte.

Dom St. Viktor

Dom mit zwei Türmen.

Die Westfassade des Doms.

Der gotische Dom wurde von 1263 bis 1544 erbaut. Ja, auch früher dauerten Großbaustellen lange. An der Westfassade kannst du noch Elemente der Spätromanik ausmachen. Der St.-Viktor-Dom galt lange Zeit als die „größte Kirche zwischen Köln und dem Meer“. Die Bezeichnung Dom ist nicht ganz korrekt, denn hier war nie ein Bischofssitz. Doch wegen seiner schieren Größe wurde die Kirche Dom genannt.

Der goldene, mit Edelsteinen besetzte Schrein mit den sterblichen Überresten des Heiligen Viktor ist einer der ältesten erhaltenen Schreine im Rheinland. Du kannst ihn im prunkvollen Hochaltar bewundern.

Chor mit goldenem Hochaltar und Schrein.

Hier ruhen die Gebeine des Heiligen Viktors.

In der Krypta unter dem Dom ist eine Gedenkstätte für moderne Märtyrer errichtet worden. Menschen, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen werden hier vorgestellt. Eine gute Idee, wie wir finden.

Historische Häuser in der Altstadt

Direkt am Marktplatz steht das Gotische Haus, das heute ein Restaurant beherbergt. Um 1540 erbaut zählt es zu den wenigen gut erhaltenen Beispielen für die spätgotische Architektur am Niederrhein.

Gotische Fassade mit vielen hohen Fenstern.

Das Gotische Haus.

Wenn du durch die Gassen streifst, werden dir noch weitere historische Häuser auffallen. Ein gotischer Treppengiebel steht in der Brückstraße. Direkt gegenüber erhebt sich das Arme-Mägde-Haus, das den im Viktorstift arbeitenden Mägden ein Heim für den Lebensabend geben sollte.

Wenn du mit offenen Augen durch die Gassen der Altstadt läufst, werden dir noch weitere historische Bauten, wie Renaissance-Erker, Rokoko-Giebel und ein barocker Pavillon ins Auge fallen.

Die alte Stadtbefestigung

Von der alten Stadtbefestigung sind noch einige Türme erhalten. Der ehemalige Stadtgraben führt heute als gepflegte Grünanlage einmal um die Altstadt von Xanten herum.

Tor mit zwei Turmspitzen.

Das Klever Tor.

Besonders sehenswert ist das Klever Tor. Als dreistöckiges Doppelturmtor erhebt es sich gewaltig am Beginn der Steinbrücke. Erbaut wurde es 1393. Am inneren Ende der Brücke steht der zweite Teil des Klever Tors, ein rechteckiger Bau. Hier befinden sich Ferienwohnungen, die von der Stadt vermietet werden.

Zwischenzeitlich diente das Klever Tor als Gefängnis. In der Mitte des 19. Jahrhunderts drohte ihm der Abriss, so wie den anderen mittelalterlichen Stadttoren auch. Doch zum Glück entschied sich der Stadtrat, das Tor zu erhalten und zu restaurieren. So können wir uns heute an dem Anblick erfreuen.

Vom Klever Tor aus sehen wir schon die Kriemhildmühle. Sie wurde auf einen der ehemaligen Wehrtürme der Stadtmauer gebaut und Anfang des 19. Jahrhunderts in Betrieb genommen. Mitte des 19. Jahrhunderts drohte auch ihr der Abriss, doch wie das Klever Tor wurde sie verschont.

Alte Windmühle.

Die Kriemhildmühle auf der Stadtmauer.

Heute ist die Mühle wieder in Betrieb und mahlt – sofern der Wind weht – das Getreide auf ganz traditionelle Art. In der dazugehörigen Backstube werden daraus vollwertiges Brot und andere Backwaren hergestellt. Unten in der Mühle befindet sich ein kleiner Naturkostladen, der neben den produzierten Backwaren weitere Lebensmittel anbietet.

Museen in Xanten

Neben dem oben erwähnten Römermuseum im Archäologischen Park Xanten findest du folgende Museen in der Stadt:

Stiftsmuseum

Das Stiftsmuseum liegt neben dem Xantener Dom.

Eine Zeitreise führt dich durch die Entwicklung der Kirchengeschichte in Xanten. Von der Römerzeit übers Mittelalter mit der Gründung des St.-Viktor-Stifts bis zum 19. Jahrhundert, in dem das Stift aufgelöst wurde reicht der Bogen. Der große Kirchenschatz ist natürlich Teil der Ausstellung.

Infos zum Stiftsmuseum

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  • Adresse: Kapitel 21,  46509 Xanten
  • Öffnungszeiten: Di bis Sa 10 bis 17 Uhr, So 11 bis 18 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder unter 18 Jahren frei
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Siegfriedmuseum

Der Sage nach stammt Siegfried aus Xanten. Richtig, der Typ mit dem Drachen! Wenn deine Kenntnisse des berühmten Nibelungenlieds genauso lückenhaft sind wie unsere, dann kannst du deinem Wissen hier auf die Sprünge helfen.

Es werden die Charaktere des Nibelungenmythos vorgestellt, aber auch die immer noch Rätsel aufgebende Geschichte der Sage. Der Verfasser ist unbekannt. Das Mythos wurde wohl Ende des 12. Jahrhunderts aufgeschrieben. Irgendwann ging es in den Wirren der Geschichte verloren und wurde im 18. Jahrhundert wiederentdeckt.

Infos zum Siegfriedmuseum

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  • Adresse: Kurfürstenstraße 9, 46509 Xanten
  • Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 18 Apr – Okt, 10 – 17 Nov – Mrz; Sa, So 10 – 17; 2. Mi im Monat 10 – 20:30
  • Eintrittspreise: Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder bis 18 Jahre frei. Wegen Corona-Einschränkungen ist der Eintritt im Moment frei!
  • zur Homepage

Freizeitspaß in Xanten

Neben der vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten gibt es in Xanten auch viele Möglichkeiten, sich zu entspannen und die Freizeit zu genießen.

Freizeitzentrum Xanten

Nördlich ans Stadtgebiet schließt sich dieses große Freizeitzentrum an. Zwei große Seen – Xantener Südsee und Xantener Nordsee – bilden das Herzstück.

Du kannst die Seen umwandern, es gibt alle Wassersportmöglichkeiten, die du dir vorstellen kannst und eine Adventure-Golf-Anlage bietet Spaß. Adrenalin-Junkies können sich im Hochseilgarten austoben. In der Südsee kannst du im Naturbad schwimmen. Das flache Gelände des Niederrheins ist auch ideal für Fahrradtouren.

Bislicher Insel

Das Naturschutzgebiet Bislicher Insel ist eine zauberhafte Auenlandschaft. Geografisch gesehen ist das Gebiet keine Insel, da der Altrhein-Arm nicht mehr mit dem Hauptfluss in direkter Verbindung steht.

Mit etwas Glück bekommst du Biber zu Gesicht. Auch Störche nisten hier und im Winter überwintern einige arktische Gänsearten auf der Bislicher Insel.

Grünes Ufer am Rhein.

Der Rhein bei Xanten.

Von hier aus kannst du mit der Personenfähre nach Bislich auf der rechten Rheinseite übersetzen. Auch dort erwartet dich ein wunderschönes Naturschutzgebiet, das du zu Fuß oder mit dem Rad erkunden kannst.

Schiffahrten

Wir tuckern sehr gerne mit einem Schiff übers Wasser. In Xanten hast du gleich mehrere Möglichkeiten dazu.

Auf der Xantener Nord- und Südsee kannst du eine 90-minütige Rundfahrt machen. Teilstrecken sind ebenfalls möglich.

Auf dem Rhein bieten mehrere Gesellschaften ihre Dienste an. Du kannst mit dem Linienschiff nach Rees fahren und dabei dein Fahrrad mitnehmen. Verschiedene Rundfahrten und Kurz- oder Tagesausflüge sind im Angebot.

Infos zu den verschiedenen Schifffahrtsgesellschaften ab Xanten findest du hier.

Wissenswertes für deine Reise nach Xanten

Hinkommen

Mit der Bahn erreichst du Xanten über Duisburg mit der Regionalbahn.

Wenn du mit dem Auto anreist, sind die nächstgelegenen Autobahnen die A57 linksrheinisch und die A3 rechtsrheinisch. Xanten liegt an der B57.

Parkplätze findest du rund um den Archäologischen Park.

Unterkünfte

Wenn du ein Wochenende oder ein paar Tage in Xanten verbringen willst, findest du Unterkünfte über die üblichen Buchungsportale oder das Gastgeberverzeichnis der Tourismusinformation. Besonders interessant: du kannst Unterkünfte in historischen Gebäuden buchen, wie z. B. dem Klever Tor, das einige Ferienwohnungen beherbergt.

Restaurants und Cafés

Rund um den Marktplatz findest du viele Möglichkeiten, um etwas Leckeres zu speisen.

Besonders stimmungsvoll ist das Restaurant im Gotischen Haus.

Kaffee und köstlichen Kuchen haben wir bei Tebart am Marktplatz genossen.

Marcus vor Kaffee und Kuchen am Tisch.

Entspannung im Café.

Auf der Marktstraße liegt das kleine, originelle Café Glüxpilz – der Name ist Programm.

Wenn dir der Sinn nach einem herzhaften Snack steht, empfehlen wir dir Fisch&Meer in der Gasthausstraße. Es ist nur ein kleines Imbisslokal, aber mit einem vielfältigem Angebot.