Wir sind auf dem Weg in den Wes­ten Cubas, nach Viña­les. Unse­re Ver­mie­te­rin in Havan­na hat für uns dort ein Zim­mer in einer Casa vor­re­ser­viert, die Ver­mie­ter sol­len uns am Bus abho­len. War­um das so ist, wird uns schlag­ar­tig klar, als der Bus an der Haupt­stra­ße in Viña­les ankommt: eine Trau­be von Ver­mie­tern, die Fotos ihrer Unter­künf­te hoch­hal­ten stürzt sich auf die Bus­tü­ren, so dass fast kein Aus­stei­gen mög­lich ist. „Casa, ami­go?“ lau­tet der Schlacht­ruf. Wir haben schon vom Bus aus Juan ent­deckt, der ein Schild mit unse­ren Namen hoch­hält.

Die Casa liegt direkt um die Ecke, mit schö­nen gepfleg­ten Zim­mern und einer mit Holz­schau­kel­stüh­len bestück­ten Ter­ras­se, auf der wir eine Limo­na­de zur Begrü­ßung ser­viert bekom­men. Außer­halb Havan­nas kann man in den Casas auch Abend­essen bestel­len, wobei man meist güns­ti­ger und bes­ser isst als in den staat­li­chen Restau­rants. So ordern wir für den Abend Lan­gus­te zu einem für unse­re Ver­hält­nis­se lächer­li­chen Preis.

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Ein Spa­zier­gang durch den Ort führt uns zum Jar­dín de Caridad, ein gro­ßer pri­va­ter Gar­ten, in dem vie­le für Cuba typi­sche Pflan­zen besich­tigt wer­den kön­nen. Der Enkel der alten Dame, die den Gar­ten ange­legt hat, führt uns hin­durch und erklärt die Flo­ra. Am Ende dür­fen wir auf der Ter­ras­se Früch­te pro­bie­ren. Wir las­sen ein paar CUC und eini­ge Kugel­schrei­ber als Spen­de da, offi­zi­ell Ein­tritt neh­men dür­fen die Besit­zer nicht.

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Abends ent­span­nen wir bei einem Moji­to auf der Ter­ras­se und gucken dem Trei­ben auf der Dorf­stra­ße zu, wo uralte Last­wa­gen und Tre­cker unter ohren­be­täu­ben­dem Lärm ent­lang ras­seln oder klei­ne­re Trans­por­te mit Pfer­de­wa­gen statt­fin­den.

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Auf der Haupt­stra­ße haben wir die schon die Camio­nes bestaunt, Last­wa­gen meist aus den Fünf­zi­gern, auf deren Lade­flä­che eine Art Pas­sa­gier­ka­bi­ne gesetzt wur­de, mit waa­ge­rech­ten Fens­ter­schlit­zen und stei­lem Ein­stieg. Das ist hier der öffent­li­che Nah­ver­kehr.

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Tags drauf heu­ern wir einen Taxi­fah­rer an, der uns die Sehens­wür­dig­kei­ten im Viña­les-Tal zei­gen soll. Es ist sehr grün und sehr länd­lich geprägt hier, eine Erho­lung nach dem Lärm und Abgas­ge­stank Havan­nas. Wir fah­ren zur Mural­la de la Prehis­to­ri­ca, eine rie­si­ge Fels­wand, die Künst­ler bunt mit ihrer Ver­si­on der Evo­lu­ti­ons­theo­rie bemalt haben.

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Wei­ter gehts zur Cue­va del Indio, eine Höh­le im Karst­fel­sen, die teils zu Fuß, teils mit dem Boot durch­quert wird

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und schließ­lich zum Mira­dor, einem Aus­sichts­punkt mit gran­dio­sem Aus­blick über die Land­schaft des Tals. Aus der dun­kel­grü­nen Vege­ta­ti­on erhe­ben sich über­all halb­run­de Fels­hü­gel, die soge­nann­ten Mogo­tes und prä­gen das Gesicht des Tals.

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Über klei­ne Fuß­pfa­de stei­gen wir spä­ter durch Bana­nen­plan­ta­gen empor, kom­men an sehr ein­fa­chen Bau­ern­häu­sern vor­bei. Nir­gend­wo wer­den wir beläs­tigt oder ange­bet­telt, oft freund­lich gegrüßt. Lei­der gibt es kei­ne mar­kier­ten Wan­der­we­ge, so dass wir uns nicht all­zu weit vom Ort ent­fer­nen, um uns nicht zu ver­lau­fen.

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Um den­noch etwas mehr vom Tal zu sehen, buchen wir für den nächs­ten Tag eine geführ­te Wan­de­rung in die grü­ne Umge­bung.

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Wir sind zu zweit mit unse­rem Gui­de, der uns zu einer Tabak­farm führt. Mit einem Och­sen­ge­spann wird das Tabak­feld bear­bei­tet, angeb­lich, weil die Pflan­zen so emp­find­lich sind, dass nur die zier­li­chen Och­sen­hu­fe Gewähr dafür bie­ten, dass sie nicht beschä­digt wer­den und nicht etwa weil es kein ande­res land­wirt­schaft­li­ches Gerät gäbe…

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Die Fami­lie der Tabak­bau­ern wohnt in einer Holz­hüt­te, die Küche ist aller­ein­fachst aus­ge­stat­tet. Der Bau­er demons­triert uns mit geschick­ten Fin­gern, wie aus den Tabak­blät­tern eine Zigar­re gerollt wird.

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Der Betrieb ist natür­lich staat­lich, das heißt, er muss den Groß­teil sei­ner Ern­te abge­ben, aber einen klei­nen Teil darf er sel­ber ver­ar­bei­ten und ver­kau­fen. Der Rest geht in die Zigar­ren­fa­bri­ken zur Ver­ar­bei­tung

wei­ter nach Cien­fue­gos

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