Die Bus­fahrt nach Tri­ni­dad dau­ert nur andert­halb Stun­den und führt stre­cken­wei­se direkt am Meer ent­lang. In Tri­ni­dad erwar­tet uns der übli­che Auf­lauf an hoff­nungs­vol­len Zim­mer­ver­mie­tern. Rolan­do, bei dem wir ges­tern tele­fo­nisch reser­viert hat­ten ist auch schon da. Zu Fuß errei­chen wir in weni­gen Minu­ten unser neu­es Domi­zil, ein schö­nes altes Kolo­ni­al­haus mit Türen und Fens­ter­lä­den aus dunk­lem Holz und weiß gestri­che­nen schmie­de­ei­ser­nen Git­tern vor den boden­tie­fen Fens­tern.

Rolandos Haus

Rolan­dos Haus

Unser Zim­mer liegt an einem ruhi­gen Innen­hof. Die Fens­ter haben kei­ne Schei­ben, son­dern nur ver­stell­ba­re Lamel­len, mit denen man mehr oder weni­ger Luft und Licht hin­ein las­sen kann.

Trinidad Casa particular Innenhof

Stim­mungs­vol­ler Innen­hof

Nach­mit­tags strei­fen wir durch Tri­ni­dads kopf­stein­ge­pflas­ter­te Stra­ßen und fin­den schließ­lich den „Bahn­hof“, der aus einem klei­nen Bahn­steig neben dem Gleis besteht. Es kommt gera­de ein Schie­nen­bus im wahrs­ten Sinn des Wor­tes an: er sieht aus, als habe man die Karos­se­rie eines Bus­ses auf Zugach­sen gesetzt.

Trinidad Hauptbahnhof

Tri­ni­dad Haupt­bahn­hof

Eine der Haupt­at­trak­tio­nen für Tou­ris­ten ist die his­to­ri­sche Dampf­lok, die ins Val­le de los inge­n­eros, das Zucker­müh­len­tal fährt – oder auch nicht, weil sie gera­de kaputt ist und auf Ersatz­tei­le gewar­tet wird, so wie heu­te. Neben dem Bahn­hof befin­den sich Abstell­glei­se für alle Arten Züge, die gera­de nicht fah­ren. Unter ande­rem steht dort auch die impo­san­te Dampf­lok.

Trinidad Dampflok

Die alt­ehr­wür­di­ge Lok war­tet auf Ersatz­tei­le

Zwei Män­ner gesel­len sich zu uns, win­ken uns zu den Zügen. Wir klet­tern in ver­schie­de­ne Trieb­wa­gen, stolz zei­gen uns unse­re neu­en ami­gos, dass die Instru­men­te im Füh­rer­stand auf Deutsch beschrif­tet sind. Auch auf die ehr­wür­di­ge Dampf­lok darf Mar­cus hoch­klet­tern und aus dem Fens­ter win­ken. Am Ende drü­cken wir jedem einen CUC in die Hand, mal wie­der eine typisch cuba­ni­sche win-win-Situa­ti­on: die bei­den sind an Devi­sen gekom­men, wir hat­ten ein Erleb­nis.

Nach dem schmack­haf­ten Abend­essen in unse­rer Casa machen wir uns noch ein­mal auf, um Tri­ni­dads Abend­le­ben zu erkun­den. Tat­säch­lich erle­ben wir hier zum ers­ten Mal, dass aus fast jedem Lokal Live­mu­sik schallt. Zwei- bis fünf­köp­fi­ge Musi­ker­grup­pen spie­len mit Esprit und Lebens­freu­de Sal­sak­län­ge, Men­schen tan­zen dazu. So hat­ten wir uns kli­schee­haft ganz Cuba vor­ge­stellt, hier kommt es erst­mals dem Kli­schee nahe. Wir set­zen uns in ein klei­nes Lokal und bestel­len Can­chan­cha­ra, eine Art Cock­tail mit Rum, Honig und Zitro­nen­saft, eine Spe­zia­li­tät Tri­ni­dads.

Oldtimer finden sich auch in Trinidad

Old­ti­mer fin­den sich auch in Tri­ni­dad

Am nächs­ten Mor­gen wer­den wir von unse­rem Taxi­chauf­feur an der Haus­tür abge­holt. Zunächst geht die Fahrt nach Mana­ca Izna­ga, durch ein brei­tes, fla­ches Tal, von bewal­de­ten Hügeln umge­ben. Das gan­ze Tal ist zusam­men mit Tri­ni­dad UNESCO-Welt­kul­tur­er­be. Hier hat­ten die Zucker­ba­ro­ne aus­ge­dehn­te Plan­ta­gen ange­legt, die den Reich­tum Tri­ni­dads begrün­de­ten. Das Her­ren­haus Casa Izna­ga ist eine der Haupt­se­hens­wür­dig­kei­ten. Neben dem schi­cken Her­ren­haus wur­de ein über 40 Meter hoher Turm errich­tet, von dem aus man bequem die Skla­ven auf den umlie­gen­den Zucker­fel­dern beob­ach­ten konn­te. Für einen CUC Ein­tritt dür­fen wir den Turm bestei­gen. Eine enge, stei­le Holz­stie­ge führt über meh­re­re Stock­wer­ke nach oben. Die Mühe wird mit einem schö­nen Rund­um­blick über die Zucker­rohr­fel­der bis zu den umlie­gen­den Hügeln belohnt.

Valle de los ingeneros Turm

Aus­sichts­turm auf der Zucker­plan­ta­ge

Wei­ter führt uns die Tour zur Haci­en­da Guachin­an­go, ein wei­te­res ehe­ma­li­ges Her­ren­haus, das ein Restau­rant beher­bergt und außer­dem Bli­cke in ein­ge­rich­te­te Zim­mer mit dunk­len Holz­mö­beln erlaubt. Über den mau­risch ange­hauch­ten Bogen­durch­gän­gen blät­tert male­risch die Far­be ab, die ursprüng­lich auf­ge­mal­ten Mus­ter sind noch blass zu erken­nen.

Hacienda Guachinango

Hier ließ es sich gut leben in alten Zei­ten

Als letz­ter Punkt hal­ten wir am Mira­dor, einer Aus­sichts­ter­ras­se, von wo aus wir bei einem Moji­to noch ein­mal die tro­pi­sche Land­schaft genie­ßen.

Zuckermühlen-Tal

Aus­sicht über das Tal der Zucker­müh­len

In Tri­ni­dad zurück besu­chen wir das Museo His­to­ri­co Princi­pal mit inter­es­san­ten Infor­ma­tio­nen über die Geschich­te Tri­ni­dads. Es liegt in einem ehe­ma­li­gen Her­ren­haus, über ver­win­kel­te Stie­gen kön­nen wir einen klei­nen Aus­sichts­turm erklim­men, von wo aus der Blick über die Dächer Tri­ni­dads schweift.

Trinidad Museum

Ehe­ma­li­ge Her­ren­häu­ser beher­ber­gen heu­te Muse­en

Trinidad Klosterturm

Turm des Fran­zis­ka­ner Klos­ters

Abends essen wir in einem Pala­dor mit Live­mu­sik. Wir sit­zen auf einer klei­nen Ter­ras­se direkt vor dem boden­tie­fen schmie­de­ei­ser­nen Fens­ter­git­ter, hin­ter dem die Com­bo mit Hin­ga­be spielt, spei­sen Lan­gus­te, ver­fol­gen das Trei­ben auf der Stra­ße und las­sen uns von Sal­sa und Rum­ba mit­rei­ßen.

Da wir uns in Tri­ni­dad erst­mals auf der Kari­bik­sei­te Cubas befin­den (die ande­re Sei­te wird vom Atlan­tik umspült) darf natür­lich auch ein Strand­auf­ent­halt nicht feh­len. Prak­ti­scher­wei­se fährt mehr­mals täg­lich ein klei­ner Bus vom Tour­bü­ro an die Playa Ancón. Hier fin­den wir kilo­me­ter­lan­gen Sand­strand und tür­kis­far­be­nes Was­ser mit sanf­ten Wel­len. Von den gro­ßen Hotel­ket­ten ist die­se Ecke noch nicht erobert, es gibt ein paar klei­ne­re cuba­ni­sche Hotels, der Strand ist alles ande­re als über­lau­fen. Wir ent­span­nen eini­ge Stun­den, gegen Mit­tag geht es zurück nach Tri­ni­dad.

wei­ter nach Cama­güey

Mer­ken

Mer­ken