Wir ver­las­sen Kra­tie, es geht über Land wei­ter über die Gren­ze nach Laos. Kam­bo­dscha hat uns sehr gut gefal­len. Natür­lich waren die vier Wochen in die­sem Land auch etwas Beson­de­res, weil wir nicht allei­ne gereist sind. Die Abwech­se­lung mit Vic­to­ria und Elke hat uns gut getan.

Dar­über hin­aus hat uns die offe­ne und freund­li­che Begeg­nung mit den Khmer fas­zi­niert. Wir waren  erstaunt, wie vie­le Kam­bo­dscha­ner rela­tiv gut ver­ständ­li­ches Eng­lisch spre­chen. Das mach­te das Rei­sen und die Besich­ti­gun­gen sehr ein­fach.

Bye bye Kam­bo­dschs

Nach­dem wir Vic­to­ria ver­ab­schie­det haben, sit­zen auch wir kur­ze Zeit spä­ter im Bus. Wir haben einen VIP-Bus gebucht und hohe Erwar­tun­gen. Lei­der wer­den wir her­be ent­täuscht. Die­ser Bus ist wirk­lich der abge­ranz­tes­te Bus, in dem wir je gefah­ren sind. Kaput­te Leh­nen, gebro­che­ne Plas­tik­tei­le. Hof­fent­lich funk­tio­nie­ren die Brem­sen.

Kein guter Zustand

Die Gren­ze nach Laos

Wir sind gespannt auf den Grenz­über­gang. Unge­fähr eine hal­be Stun­de, bevor wir die Gren­ze errei­chen, steigt ein Mann mit Umhän­ge­ta­sche in den Bus ein. Er bie­tet sich an, für alle, die im Bus sit­zen, die Grenz­for­ma­li­tä­ten zu erle­di­gen. Klar, der Ser­vice ist nicht kos­ten­los. Von uns möch­te er 38 Dol­lar dafür, ande­re Rei­sen­de müs­sen je nach Natio­na­li­tät mehr oder weni­ger zah­len. Er fängt an, Rei­se­päs­se ein­zu­sam­meln. Hm, das Visum soll eigent­lich nur 30 Dol­lar pro Per­son kos­ten. Wir hat­ten aber auch gehört, dass sowohl bei der kam­bo­dscha­ni­schen als auch der lao­ti­schen Grenz­kon­trol­le Bestechungs­gel­der, nein, Geld für Dienst­leis­tungs­ser­vice bezahlt wer­den muss.

Miss­trau­isch wie wir sind, möch­ten wir nur ungern unse­re Päs­se abge­ben. Als der Mann mit Umhän­ge­ta­sche dann noch behaup­tet, zwi­schen bei­den Grenz­pos­ten müs­se man vier Kilo­me­ter lau­fen, wis­sen wir, dass er nicht die Wahr­heit erzählt. Wir behal­ten unse­re Rei­se­päs­se bei uns und machen das mit dem Visum selbst.

kambodschanisches Grenzgebäude

Ein­drucks­vol­le Gebäu­de an der kam­bo­dscha­ni­schen Gren­ze

Grenzgebäude von Laos

Grenz­ge­bäu­de von Laos

Grenze Laos Kambodscha

Hier bekom­men wir das Visum.

Der Bus hält an einem Rast­platz und etwa 23 der Mit­fah­rer strömt zum Bier trin­ken in das neben­lie­gen­de Restau­rant. Wir stei­gen aus und gehen zur kam­bo­dscha­ni­schen Grenz­kon­trol­le. Die­se ist etwa 200 Meter vom Rast­platz ent­fernt. Der Mann mit der Umhän­ge­ta­sche hat sich längst auf einen Motor­rol­ler geschwun­gen und ist dort­hin gefah­ren. Alle Kof­fer blei­ben im Bus, die­ser soll uns hin­ter der lao­ti­schen Gren­ze wie­der abho­len. Die Grenz­for­ma­li­tä­ten gehen mit etwas War­te­rei pro­blem­los von­stat­ten. Tat­säch­lich ver­lan­gen die Grenz­be­am­ten auf bei­den Sei­ten eine Zusatz­ge­bühr von je zwei Dol­lar, eine Gebühr für das Arbei­ten nach 16 Uhr. Was denen so alles ein­fällt! Am Schluss haben wir dann doch 35 Dol­lar pro Visum bezahlt und war­ten dann noch eine hal­be Stun­de auf den Bus. Übri­gens beträgt die Ent­fer­nung zwi­schen bei­den Grenz­kon­trol­len unge­fähr 400 Meter.

Ankunft in Laos

Hur­ra, wir sind in Laos ange­kom­men! Es dau­ert nicht lan­ge und wir errei­chen die 4000 Islands. Also noch nicht ganz, erst­mal wer­den wir an einer stau­bi­gen Kreu­zung raus­ge­las­sen. Als der Fah­rer den Kof­fer­raum öff­net, erken­ne ich fast mein Gepäck nicht wie­der. Mein Ruck­sack ist über und über mit einer dicken Staub­schicht über­zo­gen.

Au weia, soviel Dreck!

Die Klap­pe scheint nicht rich­tig geschlos­sen zu habe. Gut, dass nichts wäh­rend der Fahrt raus­ge­fal­len ist. Schon mehr­fach hat die Ruck­sack­hül­le gute Diens­te erwie­sen. Sie ist viel leich­ter abwasch­bar als der Ruck­sack selbst mit sei­nen vie­len Schnal­len, Gur­ten und Extra-Fächern.

Den wei­te­ren Trans­port zur Fäh­re über­nimmt ein klapp­ri­ger Truck. Die Sitz­bän­ke befin­den sich hin­ten auf der Lade­flä­che, wir müs­sen den Truck regel­recht erklim­men. Der Fah­rer nuckelt noch genüss­lich an sei­ner Bier­fla­sche, bevor er lang­sam beginnt, den Truck mit den Gepäck­stü­cken von etwa zehn Mit­rei­sen­den zu bela­den.

Alles ein­stei­gen!

Die Fahrt ist nur kurz, aber recht holp­rig. Irgend­wo wer­den wir abge­setzt. Hier ist doch noch kein Fähr­an­le­ger!?

Gina hat­te einen Geld­au­to­mat erspäht. Wäh­rend ich mich um unser Gepäck küm­me­re, eilt sie davon, um lao­ti­sche Kip zu ergat­tern. Auf der Insel Don Det gibt es näm­lich kei­ne Geld­au­to­ma­ten. Ich ste­he neben dem Truck und ver­su­che, mich zu ori­en­tie­ren. Dahin­ten lie­gen eini­ge Boo­te am Ufer, ein jun­ger Mann zeigt dort­hin und meint fer­ry, fer­ry. Eini­ge unse­rer Mit­rei­sen­den haben sich schon Bier gekauft, ande­re ste­hen um einen Tisch her­um, wo ein Ein­hei­mi­scher Fähr­ti­ckets für je drei Dol­lar ver­kauft.

Uns wur­den die Tickets inclu­si­ve Fäh­re ver­kauft. Eini­ge der Mit­rei­sen­den bezah­len die drei Dol­lar. Ich dis­ku­tie­re wei­ter, bis ich unse­re Fahr­schei­ne in Fähr­ti­ckets umge­tauscht habe. Inzwi­schen leert sich der Platz um mich her­um. Wo bleibt Gina? Ich glaub­te, sie vor weni­gen Minu­ten in Gewüh­le gese­hen zu haben, jetzt ist sie ver­schwun­den. Ich schaue links, ich schaue rechts, kurz sehe ich ihren flat­tern­den Rock am Hafen. Nanu, war­um ist sie an mir vor­bei­ge­gan­gen? Ok, ich neh­me bei­de Ruck­sä­cke und lau­fe zum Fähr­an­le­ger. Kur­ze Zeit spä­ter kön­nen wir ins Boot ein­stei­gen.

Im Abend­licht gehts zur Insel

Unser Hotel liegt unge­fähr zwan­zig Minu­ten Fuß­marsch vom Anle­ge­steg in Don Det ent­fernt. Zwar gibt es dort auch einen Anle­ger, aber die­sen möch­te der Boots­füh­rer nicht anfah­ren. Also müs­sen wir den Weg dort­hin lau­fen. Da es aber mitt­ler­wei­le dun­kel gewor­den ist und die Wege auf Don Det eher einer Sand­pis­te glei­chen, sind wir froh, end­lich unser Ziel zu errei­chen.

Unse­re Tipps zum Grenz­über­gang von Kam­bo­dscha nach Laos

  • Du kannst von Kra­tie, aber auch von Phnom Penh aus den Bus nach Laos buchen.
  • An der Gren­ze wer­den an bei­den Sei­ten „Zusatz­ge­büh­ren” in Höhe von etwa 2 Dol­lar pro Per­son ver­langt. Du kannst ver­su­chen, durch Dis­ku­tie­ren drum rum zu kom­men. Die Beam­ten las­sen dich in die­sem Fall aber erst mal war­ten. Uns war der Stress zu hoch, da wir nicht sicher waren, ob unser Bus auf uns war­ten wür­de.
  • Der Mann im Bus mit dem „Visa­ser­vice” erle­dig­te sei­nen Job. Wenn du also lie­ber genüß­lich ein Bier trinkst, statt dich sel­ber durch die For­ma­li­tä­ten zu arbei­ten, soll­test du über­le­gen, ob dir das die drei Dol­lar mehr, die er ver­langt, wert ist. Es ist aber auch kein Pro­blem, sel­ber die Gren­ze zu pas­sie­ren.
  • Beim Wei­ter­trans­port auf die 4000 Islands wird ger­ne ver­sucht, die Über­fahrt noch­mal zu ver­kau­fen. In die­sem Fall haben wir das aus­dis­ku­tiert und kein Extra­geld bezahlt.
  • Bevor du auf die Inseln über­setzt, soll­test du dir auf jeden Fall lao­ti­sche Kip an einem der bei­den Geld­au­to­ma­ten im Ort besor­gen. Als wir da waren, funk­tio­nier­te nur einer der bei­den Auto­ma­ten. Auf den Inseln sel­ber gibt es kei­ne Mög­lich­keit, Geld zu zie­hen. Wenn du Dol­lar dabei hast, wer­den die aber über­all getauscht. Natür­lich nicht zum güns­tigs­ten Kurs.