Aktualisiert am 20/01/2023 von Gina

Auf dem Landweg über die Grenze von Kambodscha nach Laos

Nachdem wir Victoria verabschiedet haben, sitzen auch wir kurze Zeit später im Bus. Wir haben einen VIP-Bus gebucht und hohe Erwartungen. Leider werden wir herbe enttäuscht. Dieser Bus ist wirklich der abgeranzteste Bus, in dem wir je gefahren sind. Kaputte Lehnen, gebrochene Plastikteile. Hoffentlich funktionieren die Bremsen.

Kein guter Zustand

Die Grenze nach Laos

Wir sind gespannt auf den Grenzübergang. Ungefähr eine halbe Stunde, bevor wir die Grenze erreichen, steigt ein Mann mit Umhängetasche in den Bus ein. Er bietet sich an, für alle, die im Bus sitzen, die Grenzformalitäten zu erledigen. Klar, der Service ist nicht kostenlos. Von uns möchte er 38 Dollar dafür, andere Reisende müssen je nach Nationalität mehr oder weniger zahlen. Er fängt an, Reisepässe einzusammeln. Hm, das Visum soll eigentlich nur 30 Dollar pro Person kosten. Wir hatten aber auch gehört, dass sowohl bei der kambodschanischen als auch der laotischen Grenzkontrolle Bestechungsgelder, nein, Geld für Dienstleistungsservice bezahlt werden muss.

Misstrauisch wie wir sind, möchten wir nur ungern unsere Pässe abgeben. Als der Mann mit Umhängetasche dann noch behauptet, zwischen beiden Grenzposten müsse man vier Kilometer laufen, wissen wir, dass er nicht die Wahrheit erzählt. Wir behalten unsere Reisepässe bei uns und machen das mit dem Visum selbst.

kambodschanisches Grenzgebäude

Eindrucksvolle Gebäude an der kambodschanischen Grenze

Grenzgebäude von Laos

Grenzgebäude von Laos

Der Bus hält an einem Rastplatz und etwa 2/3 der Mitfahrer strömt zum Bier trinken in das nebenliegende Restaurant. Wir steigen aus und gehen zur kambodschanischen Grenzkontrolle. Diese ist etwa 200 Meter vom Rastplatz entfernt. Der Mann mit der Umhängetasche hat sich längst auf einen Motorroller geschwungen und ist dorthin gefahren. Alle Koffer bleiben im Bus, dieser soll uns hinter der laotischen Grenze wieder abholen. Die Grenzformalitäten gehen mit etwas Warterei problemlos vonstatten. Tatsächlich verlangen die Grenzbeamten auf beiden Seiten eine Zusatzgebühr von je zwei Dollar, eine Gebühr für das Arbeiten nach 16 Uhr. Was denen so alles einfällt! Am Schluss haben wir dann doch 35 Dollar pro Visum bezahlt und warten dann noch eine halbe Stunde auf den Bus. Übrigens beträgt die Entfernung zwischen beiden Grenzkontrollen ungefähr 400 Meter.

Ankunft in Laos

Hurra, wir sind in Laos angekommen! Es dauert nicht lange und wir erreichen die 4000 Islands. Also noch nicht ganz, erstmal werden wir an einer staubigen Kreuzung rausgelassen. Als der Fahrer den Kofferraum öffnet, erkennen wir fast unser Gepäck nicht wieder. Unsere Rucksäcke sind über und über mit einer dicken Staubschicht überzogen.

Au weia, soviel Dreck!

Die Klappe scheint nicht richtig geschlossen zu habe. Gut, dass nichts während der Fahrt rausgefallen ist. Schon mehrfach hat die Rucksackhülle gute Dienste erwiesen. Sie ist viel leichter abwaschbar als der Rucksack selbst mit seinen vielen Schnallen, Gurten und Extra-Fächern.

Den weiteren Transport zur Fähre übernimmt ein klappriger Truck. Die Sitzbänke befinden sich hinten auf der Ladefläche, wir müssen den Truck regelrecht erklimmen. Der Fahrer nuckelt noch genüsslich an seiner Bierflasche, bevor er langsam beginnt, den Truck mit den Gepäckstücken von etwa zehn Mitreisenden zu beladen.

Alles einsteigen!

Die Fahrt ist nur kurz, aber recht holprig. Irgendwo werden wir abgesetzt. Hier ist doch noch kein Fähranleger!?

Gina hatte einen Geldautomat erspäht. Während ich mich um unser Gepäck kümmere, eilt sie davon, um laotische Kip zu ergattern. Auf der Insel Don Det gibt es nämlich keine Geldautomaten. Ich stehe neben dem Truck und versuche, mich zu orientieren. Dahinten liegen einige Boote am Ufer, ein junger Mann zeigt dorthin und meint ferry, ferry. Einige unserer Mitreisenden haben sich schon Bier gekauft, andere stehen um einen Tisch herum, wo ein Einheimischer Fährtickets für je drei Dollar verkauft.

Uns wurden die Tickets inklusive Fähre verkauft. Einige der Mitreisenden bezahlen die drei Dollar. Ich diskutiere weiter, bis ich unsere Fahrscheine in Fährtickets umgetauscht habe. Inzwischen leert sich der Platz um mich herum. Wo bleibt Gina? Ich glaubte, sie vor wenigen Minuten in Gewühle gesehen zu haben, jetzt ist sie verschwunden. Ich schaue links, ich schaue rechts, kurz sehe ich ihren flatternden Rock am Hafen. Nanu, warum ist sie an mir vorbeigegangen? Ok, ich nehme beide Rucksäcke und laufe zum Fähranleger. Kurze Zeit später können wir ins Boot einsteigen.

Im Abendlicht geht’s zur Insel

Unser Hotel liegt ungefähr zwanzig Minuten Fußmarsch vom Anlegesteg in Don Det entfernt. Zwar gibt es dort auch einen Anleger, aber diesen möchte der Bootsführer nicht anfahren. Also müssen wir den Weg dorthin laufen. Da es aber mittlerweile dunkel geworden ist und die Wege auf Don Det eher einer Sandpiste gleichen, sind wir froh, endlich unser Ziel zu erreichen.

Unsere Tipps zum Grenzübergang von Kambodscha nach Laos

  • Du kannst von Kratie, aber auch von Phnom Penh aus den Bus nach Laos buchen.
  • An der Grenze werden an beiden Seiten „Zusatzgebühren“ in Höhe von etwa 2 Dollar pro Person verlangt. Du kannst versuchen, durch Diskutieren drum rum zu kommen. Die Beamten lassen dich in diesem Fall aber erst mal warten. Uns war der Stress zu hoch, da wir nicht sicher waren, ob unser Bus auf uns warten würde.
  • Der Mann im Bus mit dem „Visaservice“ erledigte seinen Job. Wenn du also lieber genüßlich ein Bier trinkst, statt dich selber durch die Formalitäten zu arbeiten, solltest du überlegen, ob dir das die drei Dollar mehr, die er verlangt, wert ist. Es ist aber auch kein Problem, selber die Grenze zu passieren.
  • Beim Weitertransport auf die 4000 Islands wird gerne versucht, die Überfahrt nochmal zu verkaufen. In diesem Fall haben wir das ausdiskutiert und kein Extrageld bezahlt.
  • Bevor du auf die Inseln übersetzt, solltest du dir auf jeden Fall laotische Kip an einem der beiden Geldautomaten im Ort besorgen. Als wir da waren, funktionierte nur einer der beiden Automaten. Auf den Inseln selber gibt es keine Möglichkeit, Geld zu ziehen. Wenn du Dollar dabei hast, werden die aber überall getauscht. Natürlich nicht zum günstigsten Kurs.
  • Ausführliche Informationen zum Reiseland Laos findest du auf Gooutbecrazy,

4000 Islands – Inselparadies im Süden von Laos

Auf den zauberhaften 4000 Islands haben wir uns länger als geplant aufgehalten, es war einfach soo entspannt. Daher gibt es auch einen eigenen Blogartikel darüber, den du hier findest:

4000 Islands – Don Det im Süden von Laos

Champasak – angkorianische Ruinen und laotisches Schattentheater

Nach den chilligen Tagen in Don Det geht es weiter Richtung Norden nach Champasak. Pünktlich werden wir vom Boot in Don Det abgeholt. Am Steilufer verlier ich kurz das Gleichgewicht, mein Rucksack zieht mich hintenüber. Pardauz, sitze ich auf dem Hintern! Unsere Klamotten sind schon seit Wochen nur noch staubig, da kommt es auf das eine Mal mehr im Dreck sitzen auch nicht mehr an. Sowieso lege ich weniger Wert auf Äußeres, je ländlicher wir unterwegs sind. Ob Kleidung, Rasur oder Frisur, die Wichtigkeit der Dinge verschiebt sich zu den inneren Werten.

Einfache Fähre als Holzboot.

Noch sind wir alleine auf der Fähre

Von Don Det nach Champasak

Das Boot fährt natürlich nicht für uns alleine, es macht noch an mehreren Hotels halt, um Touristen einzusammeln. Am Ufer des Festlands angekommen, laufen wir den staubigen Weg hoch zum Busbahnhof. Die Dame am Ticketschalter händigt uns unsere Fahrkarten aus und deutet an, dass wir warten sollen. Wir sind es mittlerweile gewohnt, solchen Anweisungen zu folgen ohne zu wissen, was danach kommt. Aber es ist bisher immer gutgegangen, wird es jetzt auch.

Während Gina noch schnell zum Geldautomaten flitzt, halte ich das Gepäck im Auge und beobachte, wann welcher Bus beladen wird. Kurze Zeit später, wir sind gerade dabei, ein Sandwich zu essen, erschallt der Ruf: Pakse!! Das ist unser Bus. Um uns herum springen Wartende auf, endlich geht’s auch für uns los.

Boot mit Rollerfahrer als Passagier.

Immer wieder muss der Mekong überquert werden

Die Fahrt nach Champasak dauert nur wenige Stunden. Er hält jedoch am gegenüberliegenden Ufer, da hier die Hauptstraße entlang geht. Daher dürfen wir zusammen mit einem anderen deutschen Paar und einer Französin den Mekong wieder mit dem Boot überqueren.

Auf der anderen Seite erwarten uns keine Tuktuks, sondern richtige Auto-Taxis. Wir lassen uns zusammen mit der Französin zum Guesthouse des Taxifahrers bringen. Schnell steht für uns fest, hier gefällt uns es nicht. Der Ort ist überschaubar, so schnallen wir unsere Rucksäcke auf und suchen weiter nach einer Bleibe. Die ist dann auch schnell gefunden.

Straße in Champasak.

Idyllisches Champasak

Rostiges Tuktuk.

Oldtimer oder Heritage?

Champasak ist zwar klein, aber doch bedeutend. Zumindest war es das, als es Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs war. Außerdem ist sie das Tor zu Vat Phou, einer der bedeutendsten Tempelanlagen aus der frühen Khmer-Zeit. Als weiteres Highlight wird in Champasak jede Woche ein Schattenfiguren-Theaterstück aufgeführt. Also gibt es für einige Tage genug zu tun.

Einen Tag schauen wir uns im Ort um. Wir wollen wissen, in welchen Gebäuden der König bis weit ins 20. Jahrhundert gelebt hat, bevor der Königssitz verlegt wurde. Die Villen für ihn und seine Verwandten sind in keinem guten Zustand. Wir sehen zwar, dass diese recht groß sind, aber nicht wirklich schön.

Champasak Villa.

Die Villa des königlichen Bruders

Bauruine des Königspalasts in Champasak.

Der nie fertiggestellte Palast des Königs

Mit klapprigen Leihrädern fahren wir zum nahegelegenen farbenfrohen Tempel. Das alte Gebäude ist leider verschlossen, doch können wir uns im neuen Teil des Wats umsehen.

Bunter Tempel.

Ein prächtiger Tempel

Decke mit bunten Mandalas.

Farbenfrohe Decke im Innern des Tempels

Gina und Marcus barfuß im Tempel.

Habt ihr auch eure Schuhe ausgezogen? Na klar doch!

Angkorianischer Tempel Vat Phou

Das Highlight heben wir uns für den nächsten Tag auf. Wir fahren mit einem Motorroller zum Vat Phou. Der Tempelkomplex gilt als UNESCO Welterbe-Stätte. Im Vergleich zu Angkor gibt es hier wesentlich weniger Touristen. Die Anlage begeistert uns. Vom eigentlichen Tempel oben am Hügel hat man eine fantastische Aussicht.

Am oberen Ende der hohen Tempeltreppe.

Wunderschöne Aussicht

Steinerner Tempel mit bröckelndem Dach.

Romantischer Tempeleingang

Mönch in leuchtendem Orange mit Sonnenschirm.

Farbenfroher Mönch

Laotisches Schattentheater

Abends besuchen wir das Champasak Shadow Puppet Theater, das unter Leitung eines Franzosen zweimal die Woche eine Open-Air Vorstellung gibt. Man sitzt auf Kissen oder Stühlen unter Bäumen vor einer großen Leinwand und es wird laotische Live-Musik gespielt. Das ganze Theaterstück wird auf laotisch aufgeführt, jedoch bekommen wir vor Beginn eine englische Einführung.

Leinwand mit Schattenfiguren.

Szene aus dem Schattentheater

Es wird ein lustiger und interessanter Abend.

Vientiane – französisches Flair und Kriegsmahnmale

Nach Vientiane nehmen wir der langen Strecke wegen den Nachtbus. Zuerst geht es mit dem Tuktuk zum Mekong. Dort setzen wir mit einem kleinen Boot über, um den Bus nach Pakse zu erreichen. Erst abends soll dort unser Nachtbus losfahren.

Vientiane

Wieder Boot fahren

Auf Busse zu warten sind wir mittlerweile gewöhnt. Wir können auf kleinen Plastikstühlchen im Schatten eines kleinen Ladens dösen. Eine Stunde später steigen wir in den Bus ein, der uns am frühen Nachmittag vor dem Büro des Nachtbusunternehmers rauslässt. Vier Stunden Zeit haben wir, uns im Ort umzuschauen und zu essen.

Vientiane

Der Bus kommt

Vientiane

Leckereien im Cafe

Nachtbusfahrt mit Tücken

Dann werden wir mit einem Taxi zum Busbahnhof gebracht. Dort stehen sie, die majestätischen Doppelstockbusse, die „Kings of Bus“. Wieder heißt es warten. Wir sehen, wie am Nachbarbus der Fahrer Räucherstäbchen vorne am Fahrzeug befestigt, diese anzündet und sich hinkniet. Beschwört er, dass der Bus durchhält? Unser Bus hat das anscheinend nicht nötig.

Vientiane

Der König der Busse

Endlich können wir einsteigen. Oh je, unsere Schlafplätze sind oben und weit hinten, da ist es ziemlich eng. Um zum Schlafplatz zu gelangen, müssen wir krabbeln, in den Kojen können wir nicht aufrecht sitzen. Ich bekomme ein leichtes Gefühl von Platzangst.

Vientiane

Ein wenig eng ist es schon

Nach ungefähr einer Stunde Fahrt, in der wir von allen möglichen Vehikeln überholt werden (haha, King of Bus), bleibt der Bus stehen. Es ist sehr still um uns herum und sehr dunkel. Es gibt kein Licht im Bus, draußen gibt es auch nicht viel. Nach einiger Zeit bekommen wir mit, dass alle Koffer aus dem Bus ausgeladen werden. Ok, hier stimmt was nicht. Also werden wir aufstehen und rausgehen. Die meisten Passagiere sind schon draußen, einige Männer stehen diskutierend um die geöffnete Motorhaube herum. Nach mehrmaligem Fragen erfahren wir, dass es einen Ersatzbus geben wird, da der hier kaputt ist.

Glück im Unglück, der neue Bus ist viel komfortabler und endlich kann die Reise weitergehen. Das Video hierzu seht ihr hier:

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Ankunft in Vientiane

Frühmorgens gegen halb acht erreichen wir den Busbahnhof in Vientiane. Zahlreiche Songtheows stehen bereit, uns in die Stadt zu fahren. Nachdem wir einen vernünftigen Preis für die Fahrt zum Hotel ausgemacht haben, kann es losgehen.

Hier in Laos buchen wir keine Hotels vor, wir schauen uns bis zu drei Hotels an, die wir vorher im Internet ausgemacht haben. Für die ungefähr acht Kilometer in die Stadt brauchen wir fast anderthalb Stunden. Die anderen Mitfahrer im Songtheow werden zuerst zu ihren Zielen gefahren.

Zum Schluss sind wir beide noch übrig und müssen dem Fahrer wieder mal mühsam erklären, wo wir hinwollen. Mehrmals verfährt er sich, aber am Ende gelangen auch wir zu unserem Ziel. Das Hotelzimmer hat leider nur ein Fenster zum Innenflur, ansonsten gefällt es uns. Wir beschließen, für eine Nacht zu buchen und dann in Ruhe eine andere Unterkunft zu suchen.

Nach einem richtig tollen Frühstück mit Croissants und knusprigem Baguette in einem französischen Cafe kommen unsere Lebensgeister wieder. Die Nacht im Bus war nicht so erholsam wie erwartet.

Und nach kurzem Fußmarsch haben wir auch eine andere nette Unterkunft gefunden. Den Tag lassen wir es ruhig angehen. Eine Massage, essen, ein wenig bummeln, mehr nicht.

Obwohl wir oft gelesen haben, dass Vientiane nicht viel zu bieten hat, gefällt uns die Stadt von Anfang an.

Schwarze Stupa und Tempel Wat Si Saket

Nach dem Umzug ins neue Hotel am nächsten Tag schauen wir uns die schwarze Stupa umd den Tempel Wat Si Saket an.

Vientiane

Schwarze Stupa

That Dam (Schwarze Stupa) stammt vermutlich aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Im Innern soll ein siebenköpfiger Drache wohnen, der während des siamesisch-laotischen Krieges erwachte und die Bevölkerung beschützte. Trotzdem raubten die Siamesen später das ganze Gold vom Stupa. Da hat der Drache wohl gut geschlafen.

Vientiane

Tempel Wat Si Saket

Vientiane

Figuren im Tempel

Vientiane

Buddha im Wat Si Saket

Das Wat Si Saket ist der älteste Tempel in Vientiane. Alle anderen Tempel wurden von den Siamesen im Krieg zerstört. Über 10.000 Buddhastatuen wurden hier aus vielen zerstörten Tempeln gesammelt.

Überfall im Reisebüro

Außerdem buchen wir einen Flug von Vientiane nach Luang Prabang. Wieso das? Wir wollen doch noch nach Vang Vieng, das auf dem Weg nach Luang Prabang liegt. Wir hatten von einer kürzlichen Schießerei im Bus von Vang Vieng nach Luang Prabang mit einem Toten und einigen Verletzten gehört. Solche Überfälle sind wohl gar nicht so selten, Rebellen haben es speziell auf chinesische Busse abgesehen. Und hier fahren einige chinesische Busse. Zudem führt die Strecke über einen hohen Bergpass, man hört ständig von kotzenden Passagieren. Hört sich beides nicht wirklich gut an.

Daher sind jetzt auf dem Weg zu einem Reisebüro. Als wir das erste Reisebüro betreten, starren uns mehrere Paar angsterfüllter Augen an. Nachdem wir unseren Wunsch nach zwei Flugtickets geäußert haben, komme ich mir vor, als hätten wir einen Überfall angekündigt. Erstmal Totenstille. Entweder spricht hier niemand englisch oder das Reisebüro ist in Wirklichkeit keins und verkauft nur Drogen.

Eine der vier anwesenden Damen gibt sich einen Ruck und spricht zu uns. Sorry Sir, Internet down. Die anderen drei haben ihre Köpfe hinter ihren Rechnern versteckt, sind auf Facebook oder Youtube. So einfach komplimentiert man uns aus dem Laden. Draußen müssen wir lachen.

Im zweiten Reisebüro ist die Angestellte freundlicher, allerdings scheitert der Ticketkauf an Sprachschwierigkeiten. Aller guten Dinge sind drei, im dritten Reisebüro bedient man uns freundlich und kompetent.

Vientiane als Hauptstadt gibt sich kulinarisch international. Neben unserem Hotel gibt es eine Pizzeria, die wirklich gut aussieht. Am Abend lassen wir uns eine große Pizza und Rotwein schmecken. Nach über drei Monaten asiatischer Küche freuen wir uns wieder über heimisches Essen.

Vientiane

Mal wieder richtig stilvoll eine Pizza essen

Patuxai

Am nächsten Tag steht wieder etwas Kultur auf dem Programm. Wir wollen mit Leihrädern zum fünf Kilometer entfernten großen Tempel Pha That Luang. Wieder sind wir spät aufgestanden, in der näheren Umgebung gibt es leider nur noch Fahrrad-Leichen zu mieten. Zu klein, schlechte Bremsen, wacklige Lenker. Nein, danke. Da gehen wir lieber zu Fuß. Außerdem  können wir uns dabei besser unterhalten.

Wir kommen am Patuxai vorbei, ein Gebäude, das uns stark an den Arc de Triomphe in Paris erinnert. Ist eben die asiatische Variante des französischen Vorbilds.

Vientiane

Das Patuxai

Nationalsymbol That Luang

Weiter geht es zum Tempel. Dessen Kuppel glänzt schon von Weitem golden. Was für eine Pracht! Allerdings werden im Innern Restaurationsarbeiten durchgeführt. Deshalb gehen wir nicht rein. Nebenan gibt es einen großen liegenden Buddha zu bestaunen. Auf dem Rückweg zum Hotel lassen wir uns von einem Tuktuk fahren, es ist zu heiß zum Laufen.

Vientiane

That Luang in seiner vollen Pracht

Vientiane

Riesiger liegender Buddha

Vientiane

Bild mit Mönchen

COPE Visitor Center

Am nächsten Tag lernen wir noch einige erschreckende Tatsachen über Laos. Wir besuchen das Visitor Center des COPE, einer Organisation zur Hilfe und medizinischen Versorgung von Opfern durch die Bombardierung im Vietnamkrieg.

Obwohl Laos als neutrales Land galt, wurde es von den Amerikanern während des gesamten Krieges mit Streubomben übersät, um die Versorgungswege des Vietkong durch Laos zu zerstören. Somit gilt Laos offiziell als meistbombardiertes Land der Welt.

Statistisch gesehen wurden zwischen 1964 und 1973 alle acht Minuten Bomben über Laos abgeworfen, natürlich vor der Öffentlichkeit geheimgehalten. Streubomben öffnen sich beim Abwerfen in der Luft und lassen hunderte tennisballgroße sogenannte Bombies frei. Viele explodierten beim Aufprall auf die Erde, andere bleiben unbeschädigt und unerkannt liegen, bis jemand drauftrat, mit der Hacke im Feld das Bombie traf oder die Hitze eines Kochfeuers dieses zum explodieren brachte. Immer hinterließ es verheerende Auswirkungen: Tod oder Verstümmelungen, immer Schmerz, Trauer und Wut.

Die COPE hilft den überlebenden und verstümmelten Opfern mit Prothesen. Mitarbeiter fahren in entlegene Gebiete zu den Opfern und helfen unbürokratisch. Auch heute noch kommt es pro Jahr zu bis zu 300 Unfällen mit diesen Bombies.

Vientiane

Laotischer Rollstuhl

Vientiane

Beinprothesen

Vientiane

Hand-Bikes

Streubomben werden heutzutage von ungefähr 100 Ländern geächtet. Die USA sind nicht dabei.

Etwas bedrückt verlassen wir die Ausstellung. Unsere Zeit in Vientiane geht dem Ende entgegen, morgen früh geht’s nach Vang Vieng.

Vang Vieng – zwei Faultiere im Outdoorparadies

Der kleine Ort Vang Vieng inmitten einer wilden Karstlandschaft hatte bis vor einigen Jahren einen Ruf als berüchtigte Party-, Alkohol- und Drogenlocation.

Backpacker ließen sich in großen Traktorreifen den Fluss hinunter treiben, alle paar Meter gab es eine Bar am Ufer. Mit billigem Alkohol, Cannabis und sogar Opium dröhnten sie sich zu. Es gab jedes Jahr 20 bis 30 tödliche Unfälle.

Schließlich griffen die Behörden durch und schlossen die meisten Bars, regulierten den Betrieb auf dem Fluss. Auch heute noch gibt es ein paar Partylokale im Ortszentrum. Darüber hinaus bemüht sich Vang Vieng, ein Zentrum für Outdooraktivitäten zu werden. Hiking, climbing, kayaking, caving, ballooning – die Angebote sind vielfältig.

Vang Vieng

Im Ballon über Vang Vieng

Vang Vieng erkunden

Der Ort ist überschaubar, von der Busstation laufen wir zu unserer Unterkunft. Nachdem wir uns eingerichtet haben, geht es zu einem Rundgang durch Vang Vieng. Restaurants, Guesthouses, Reiseagenturen und Convenience Stores säumen die Straßen und zeugen von dem boomenden Tourismus. Der Tempel geht fast unter im Straßenbild.

Vang Vieng Tempel

Dabei ist der Tempel schön bunt

Wir finden zum Flussufer, wo eine saisonale Bambusbrücke hinüber führt. In der Regenzeit wird sie abgerissen, dann kommt man nur über die mautpflichtige Hauptbrücke ans andere Ufer. Die schmale Brücke wird von Fußgängern und Motorrollern gut frequentiert.

Vang Vieng Bambusbrücke

Eng geht es zu auf der Bambusbrücke

Leider sind die typischen Karstkegel am gegenüberliegenden Ufer in einen dichten Dunstschleier gehüllt. Ob es einfach am diesigen Wetter liegt oder der Dunst durch die burning season, dem Abbrennen von Feldern in der Umgebung verursacht wird, bekommen wir nicht raus.

Vang Vieng Karstlandschaft

Karstberge im Dunst

Viele bunte Kajaks kommen den Fluss herunter, aber wir sehen keinen einzigen Menschen beim Tubing. Das wird sich auch die nächsten Tage nicht ändern, obwohl wir mehrfach sehen, dass Gruppen in Songtheows, auf denen Tubes gestapelt sind durch Vang Vieng transportiert werden. Irgendwo müssen die doch bleiben?

Vang Vieng

Bambusbrücke und Kajak-Armada

Vang Vieng Tubing

Aufladen zum Tubing-Abenteuer

Weitere laotische Transportwunder erleben wir, wenn nachmittags die Kajaks wieder zurückgebracht werden. In und auf die Transporter geklemmt ragen die Boote hinten raus. Meist hängt noch eine Traube von Mitarbeitern an und auf Auto und Kajaks.

Vang Vieng Kajak

Kajaktransport auf laotisch

Wir sind ja so faul…

In einem Ort, der unendlich viele Outdooraktivitäten anbietet, sind wir eigentlich völlig fehl am Platz. Besser geeignet wäre die Faultier-Stadt oder die Gammel-Hochburg. Unser Aktivitätslevel ist nämlich ziemlich weit unten.

Eine Tour buchen, bei der wir zusammen mit 30 Koreanern durch Höhlen schwimmen und an Ziplines über Bäume fliegen? Och nö. Einen Roller mieten und über Dreckpisten rumpeln, um die Gegend zu erkunden? Muss nicht sein. Fahrrad fahren kommt erst recht nicht in Frage. Viel zu anstrengend.

Wir haben die letzten Monate soviel unternommen und gesehen, dass wir ziemlich gesättigt sind. Außerdem beschäftigen wir uns langsam in Gedanken mit der Heimreise, die in zwei Wochen bevorsteht. Vielleicht ist auch ein wenig Reiserückkehr-Blues dabei. Jedenfalls hängen wir überwiegend rum, beschäftigen uns etwas mit dem Blog, spazieren mal durchs Dorf.

Doch noch ein Aktivitätsschub

Eines Tages werden wir doch noch aktiv. Sogar aktiver, als wir eigentlich vorhatten. Wir überqueren die schmale Bambusbrücke, um auf der anderen Flussseite eine kleine Wanderung zu unternehmen. Über abgeerntete, gelb vertrocknete Reisfelder führt ein schmaler Pfad. Ein kleiner Karstkegel, auf dem eine rote Fahne weht ist unser Ziel.

Vang Vieng Wanderung

Da wollen wir hin

Dort oben gibt es sicher einen Aussichtspunkt. Am Fuß des Hügels steht eine Hütte, wo wir Eintritt bezahlen müssen. Eine Höhle soll uns auch erwarten.

Wir hätten gewarnt sein sollen, als wir sahen, dass der Weg schon mit grob gezimmerten Holzleitern begann. Frohgemut beginnen wir den Aufstieg. Teils gibt es ein wackliges Bambusgeländer, teils klimmen wir von Sprosse zu Sprosse. Zwischendurch geht es über einen schmalen steinigen Pfad stetig bergauf.

Vang Vieng

Über Holzleitern – garantiert nicht TÜV-geprüft – geht es hoch

Nach etwa zehn Minuten erreichen wir die Höhle. Ein schmaler Spalt im Fels, der sich in der Dunkelheit verliert. Wir stehen nicht so auf Höhlenexpeditionen, insbesondere wenn wir noch nicht mal Lampen dabei haben. Oder Brotkrumen, um wieder raus zu finden. Also lassen wir die Höhle links liegen und setzen unseren Aufstieg fort. 

Es wird immer steiler und unwegsamer. An Baumwurzeln ziehen wir uns hoch, klammern uns an die Felswand, als wir empor steigen. Felsstürze mit groben Brocken müssen überklettert werden. Mehrmals überlegen wir, ob es nicht zu gefährlich wird und wir besser umkehren sollten. Doch es zieht uns weiter nach oben. So weit kann es ja nicht mehr sein, oder? 

Vang Vieng klettern

Aus der Wanderung wird eine Kletterexpedition

Vang Vieng klettern

Immer gut festhalten – das nächste Krankenhaus ist in Thailand

Nachdem wir das mehrmals gedacht haben, erreichen wir schließlich schweißgebadet den Gipfel. Leider ist das Wetter bedeckt und dunstig, so dass die Aussicht etwas getrübt ist. Nach einer kleinen Imbisspause nehmen wir den Abstieg in Angriff. Dieser läuft überraschend gut und wenig später ziehen wir durch die Reisfelder heimwärts.

Vang Vieng Gipfel

Gipfelfahne in Sicht

Vang Vieng Aussicht

Trotz Dunst eine schöne Aussicht

Vang Vieng Gipfel

Strahlende Gipfelstürmer

Inzwischen weiden einige Kühe auf den Feldern. Kühe fotografieren ist immer gut, ich zücke die Kamera. Vermutlich kennt ihr das auch: kaum hat man die Kamera auf ein Tier gerichtet, fliegt es weg oder dreht einem den Hintern zu. Diese Kühe machen erstaunlicherweise weder das Eine (okay, das ist nicht erstaunlich) noch das Andere. Im Gegenteil, sie gucken neugierig in die Linse und kommen immer näher. Zutraulich stupsen sie mich an, lassen sich streicheln und beginnen sogar, meine Wade zu lecken. Bestimmt lecker salzig!

Vang Vieng Kühe

Zutrauliche Kühe

Zum Abschluss nasse Füße

Am Fluss erreichen wir eine Furt, über die die schweren Lastwagen den Fluss überqueren. Die offizielle Brücke ist nicht für sie ausgelegt.

Vang Vieng Brücke

Nicht geeignet für Schwerverkehr

Zur Bambusbrücke ist es für uns ein Umweg, also überrede ich Marcus, die Furt zu durchwaten. Das Wasser ist maximal etwas über knietief. Vorsichtig tasten wir uns über den steinigen Grund. Mit unseren empfindlichen, verwöhnten Füßen brauchen wir deutlich länger als die Einheimischen, die uns mühelos überholen. Aber auch wir kommen an und hatten unseren Spaß.

Vang Vieng Furt

Auf dem Weg durch den Fluss

Vang Vieng Fluss Furt

Fast angekommen

Nach diesem Aktivitätsschub lassen wir es die letzten zwei Tage wieder gewohnt ruhig angehen. Zwei Faultiere auf Weltreise…

Luang Prabang – Stadt der 1000 Tempel

Um nach Luang Prabang zu gelangen, fahren wir mit dem Bus von Vang Vieng nach Vientiane zurück. Nach einer Übernachtung soll der Flieger um 12.30 Uhr starten. Da es ein Inlandsflug ist, brauchen wir auch erst eineinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Also gegen elf.

Kurzer Weg auf dem Rollfeld

Anreise nach Luang Prabang

Wie immer holt uns das Tuktuk etwas früher ab als geplant, so dass wir schon kurz nach halb elf einchecken können. Als wir unser Gepäck aufgegeben haben, staunen wir nicht schlecht. Boarding Time: 11 Uhr. Wir schauen verwirrt auf die Anzeigetafel für die Abflüge. Wo bitte steht unser 12.30 Uhr Flug? Es geht nur ein Flieger um 11:30 Uhr. Da wurde der Flug mal einfach um eine Stunde vorverlegt und bekam eine neue Flugnummer. Ohne Info! Ärgerlich? Nö, für uns nicht. Wir sind ja schon da und haben soeben eine Stunde Wartezeit eingespart.

Gina am Check-In-Schalter.

Der Check-In geht schnell

Der Flug nach Luang Prabang dauert kaum eine Stunde. Auch die Fahrt zum Guesthouse ist kurz, wir bekommen ein schönes Zimmer. Nachdem wir eine Runde durch den Ort gelaufen sind und uns gestärkt haben, bekommen wir im Guesthouse überraschend Besuch. Dolores und John, ein englisches Ehepaar, das wir im Hotel in Vang Vieng kennengelernt haben, tauchen plötzlich auf. Sie wohnen nicht weit von uns entfernt und so verabreden wir uns zum Abendessen.

Es wird ein sehr netter, kurzweiliger Abend in einem Restaurant am Mekongufer.

Film „Chang“

Ich plage mich mit einer Erkältung, daher verlasse ich den ganzen nächsten Morgen das Zimmer nicht, außer zum Frühstück. Derweil zieht Gina los, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Den ganzen Tag will ich aber doch nicht nur krank sein. Heute abend werden wir uns im Ort einen Stummfilm von 1927 anschauen.

Der Film wird draußen auf der Wiese eines Restaurants vorgeführt. Da er jeden Abend gespielt wird, rechnen wir nicht mit Blockbuster-Massenandrang. So ist es auch, außer uns sind noch sechs andere Zuschauer da, also geht es gemütlich zu.

Kinoleinwand.

Chang, der Film von 1927

„Chang“ bedeutet Elefant auf Thai und ist der Titel des Films. Er fällt sowohl in das Genre Dokumentar- als auch Abenteuerfilm. Es geht um das Leben eines Stammes im Dschungel von Siam, speziell um den Reisbauern Kru und seine Familie. Der Film ist klasse gemacht, besonders wenn man bedenkt, dass er glatt 90 Jahre alt ist. Wie abenteuerlich muss es für das amerikanische Filmteam gewesen sein, im unbekannten Dschungel zu drehen.

Danach gehen wir zum Nachtmarkt, wir finden etwas zu essen und Gina erwirbt noch eine wunderschöne Stofftasche und einen kleinen Stoffrucksack.

Sightseeing in Luang Prabang

Am nächsten Tag besteigen wir den Mount Phou Si mit seinen unglaublichen 300 Stufen. Oben befindet sich ein Tempel. Normalerweise hat man von hier einen fantastischen Ausblick auf Luang Prabang und die Umgebung. Seit einigen Tagen ist es hier allerdings diesig, die Luft riecht in der ganzen Stadt etwas verqualmt, es kratzt mir im Hals. Obendrein fallen immer wieder kleine Ascheflocken herab, bei geöffnetem Fenster auch auf die Betten. Ob die Zeit des Abflämmens der Reisfelder gekommen ist?

Blick über Mekong und Berge.

Der Blick vom Hügel

Goldener liegender Buddha.

Liegender Buddha auf Mount Phou Si

Allerdings schadet das unserer Begeisterung für Luang Prabang keineswegs. Von Anfang an gefällt uns die Stadt, sie hat Flair. Wir fühlen uns hier sehr wohl.

Nach dem Abstieg vom Hügel schlendern wir zu „dem“ Tempel in Luang Prabang. Der Wat Xieng Thong liegt am Ende der Halbinsel. Er ist der älteste Tempel der Stadt und einer der wichtigsten in ganz Laos. Er wurde als königlicher Tempel 1560 erbaut und blieb von Plünderungen und Zerstörungen verschont. Anlässlich des 2500. Todestag von Buddha wurde die Rückseite des Tempels mit Glasmosaiksteinen verziert.

Tempel mit geschwungenen Dächern.

Der Wat Xieng Thong

mehrere Buddhastatuen.

Buddhas

Goldene Schlangen an der Sänfte.

Goldene Schlangen

Beim Geschichten-Erzähler

In Luang Prabang haben wir von einem Story-Teller gehört. Begleitet von einheimischer Musik werden Geschichten aus alten Zeiten erzählt, solche die schon von den Vorvorvorfahren erzählt wurden. Das interessiert uns. Abends finden wir uns in der Altstadt ein. In einem Saal mit ungefähr 50 Sitzplätzen findet die Erzählung statt. Um die 12 Zuschauer folgen dem Spektakel. Es geht um mehrere kleine Geschichten, die viel mit Gut gegen Böse zu tun haben. Ratet mal, wer am Schluss siegt.

Plakat für das Story-Telling-Theater.

Der Story-Teller

Zwei Männer sitzen auf der Bühne.

Sprecher und Musiker

Der Königspalast in Luang Prabang

Am nächsten Tag soll es schon weiter nach Hanoi gehen, aber erst abends. Das heißt, es bleibt noch Zeit für den Besuch des Königspalastes. Nach dem Frühstück laufen wir los. Es ist trotzdem sehr warm an diesem Morgen.

Wir sind nicht allein im Königspalast, zahlreiche Reisegruppen haben sich schon versammelt. Der letzte König hat bis 1975 in dem Palast gelebt, bevor Laos von den Kommunisten übernommen wurde. Der König mitsamt seiner Familie wurde deportiert. Er starb 1984.

Fassade mit Tor und Treppe.

Der Königspalast

Im Palast gibt es wieder jede Menge Prunk und Protz. Ich denke an die teilweise bettelarme Bevölkerung. Im Schuppen ist der königliche Fuhrpark zu sehen, fünf Karossen, ein Toyota Landcruiser, zwei Lincoln, ein Ford Edsel und ein Citroen DS. Allesamt Fahrzeugee, die ich adoptieren würde. Aber zu Hause hab ich leider keinen Platz.

Gruppe von orange gekleideten Mönchen auf der Straße.

Mönche unterwegs

Nach diesem Ausflug geht Gina noch zur Massage, während ich auf der Terasse unseres Guesthouses abhänge. In Anbetracht unserer nahenden Heimreise haben wir nicht nur einen Gang runtergeschaltet, wir lassen ausrollen…

Wir geniessen einfach die faszinierende Andersartigkeit des Lebens hier, die Sonne und die Wärme. Und die letzte Zeit, von jetzt auf gleich Entscheidungen treffen zu können, ohne diese rechtfertigen zu müssen.

Gerne würden wir in dieser Stadt noch etwas bleiben, aber für fünf Uhr ist das Tuktuk zum Flughafen bestellt.

Reisekosten Laos

Auch in Laos haben wir fleißig unsere Reisekosten notiert, obwohl wir sonst eher faul waren.

Reisekosten Laos

Mönch, Tempel, blauer Himmel

Unser Reisestil ist weitgehend so wie in den anderen Ländern: wir bewegen uns überwiegend mit lokalen Verkehrsmitteln fort, wohnen in Guesthouses in Doppelzimmern mit eigenem Bad und essen meist lokale Küche.

Wenig überraschend hat es Laos auf den Spitzenplatz unserer Liste der preisgünstigsten Länder geschafft. Und das, obwohl unsere Disziplin auch auf unsere Ausgaben bezogen etwas bröckelte.

Hier ist die Übersicht über unsere Reisekosten in Laos. In der ersten Spalte findet ihr die gesamten Ausgaben für uns beide, die zweite Spalte zeigt die durchschnittliche Ausgabe pro Tag und Person, in der dritten Spalte ist hochgerechnet, was eine Person pro Monat zahlen würde. Alle Preise sind in Euro angegeben.

reisekosten LaosUnterkunft

Mit einem durchschnittlichen Betrag von 7,37 € pro Tag und Person haben wir in Laos den günstigsten Übernachtungspreis unserer gesamten Weltreise bezahlt. Dafür hatten wir teilweise sehr einfache Quartiere, aber immer mit eigenem Bad. Wären wir bereit gewesen, öfter in ganz einfachen Unterkünften zu nächtigen, hätten wir noch weniger bezahlt. Wenn wir mehrere Nächte an einem Ort bleiben, haben wir es allerdings auch gerne etwas komfortabler. Und auch das war ja erschwinglich.

Reisekosten Laos

Einladende Guesthouses gibt es genug

Essen 

Hier haben wir ordentlich zugelangt. Dieser Posten könnte deutlich niedriger sein, wenn wir uns mehr in einfachen Lokalen verköstigt hätten. Nach über drei Monaten in Asien erwachte bei uns ganz stark der Wunsch nach westlichem Essen. Pizza und Spaghetti haben ihren Preis, den sie uns wert waren. Man muss ja nicht nur sparen…

Reisekosten Laos

Nicht billig, aber lecker: westliches Frühstück mit Müsli

Sehenswürdigkeiten

Touren haben wir in Laos keine unternommen, für einige Sehenswürdigkeiten haben wir Eintritt bezahlt. Mit 1,35 € pro Person als Tagesdurchschnitt kam uns das nicht allzu teuer zu stehen.

Transport 

Mit 6 € pro Person ist dieser Posten recht günstig. Und das, obwohl auch hier unsere bröckelnde Disziplin zu unnötigen Ausgaben führte. Der Flug nach Luang Prabang hätte nicht wirklich sein müssen. Nach Tausenden von Kilometern, die wir uns in asiatischen Bussen durchschütteln ließen, reichte es uns und wir buchten den Flug.

Reisekosten Laos

Auch mit malerischen Bussen waren wir unterwegs

Sonstiges 

Unter Sonstiges fallen alle Ausgaben, die in keine der obigen Kategorien passen. Massagen, Wäsche, Geschenke und Mitbringsel gehören dazu.