Da ich hin und wieder beruflich in der Slowakei zu tun habe hatte ich letztes Mal die Gelegenheit, mir nach Feierabend die schöne Burg Trencin anzuschauen.

Trencin liegt im Nordwesten der Slowakei und gehört mit derzeit circa 55.000 Einwohnern zu den ältesten Städten der Slowakei. Nur wenige Kilometer im Norden befindet sich die Grenze zu Tschechien. In gut zwei Stunden erreichst du die Stadt von Wien aus mit dem PKW.

Schon bei der Anreise kannst du von weitem die mittelalterliche Burg sehen, die erhaben mitten in der Stadt auf einem imposanten Felsen thront.

Geschichte der Stadt Trencin

Die Stadt Trencin von der Burg aus.

Die Stadt Trencin von der Burg aus

Trencin wurde bereits im 12. Jahrhundert in Urkunden erwähnt. Der Ort wurde lange zuvor an einer strategisch wichtigen Kreuzung von Handelswegen besiedelt und gewann dadurch rasch an Bedeutung. Zur Zeit der Erwähnung gehörte Trencin zum ungarischen Königreich.

Zwischen 1528 und 1708 erlebte die Stadt Eroberungsversuche der Türken und ihrer Vasallen und Aufstände mit dadurch entstandenen Verwüstungen. Im 18. Jahrhundert gab es zwei Pestepidemien, später wurde die Stadt von einem Brand und einer großen Flut heimgesucht.

Nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn wurde Trencin 1918 von tschecheslowakischen Truppen besetzt und gehörte danach zur Tschecheslowakei. 1993 wurden die Tschechische Republik und die Slowakei unabhängige Staaten.

Die königliche Zitadelle

Mauerreste der Burg Trencin.

Alte Teile der Zitadelle

Die königliche Zitadelle spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte des Königreichs Ungarn.
Hier wurde 1335 der Vertrag von Trencin geschlossen. Bei diesem trafen sich der böhmische König Johann von Luxemburg mit seinem Sohn Markgraf Karl und dem polnischen König Kasimir der Große zu Friedensverhandlungen .

Als Vermittler wirkte Kasimirs Schwager, der ungarische König Karl von Anjou. Mit dem Vertrag wurde die politische Trennung Schlesiens von Polen festgelegt.

Im Laufe der Zeit wurde die Festung mehrmals belagert, musste kapitulieren und wurde beschädigt. Später wurde die Burg erweitert und umgebaut. 1782 hatte man sie als Kaserne genutzt, 1790 fiel sie einem Feuer zum Opfer und wurde dabei zerstört.

Mauerrest im Abendlicht.

Teile der Burg sind ziemlich zerstört

Zwischen 1594 und 1835 besaß die Familie Illeshazy die Burg. 1835 wurde die Festung an den Wiener Bankier Georg Sina verkauft. 1905 schenkte die letzte Burgbesitzerin Iphigenie d`Hartcoure die Burgruine der Stadt Trencin. Ab 1956 begannen intensivere Renovierungsarbeiten, die bis heute fortgeführt werden.

Übrigens gibt es am Fuße der Burg eine um 179 n. Chr. in den Fels eingemeißelte Inschrift, die die Anwesenheit römischer Legionen bezeugen soll.

Rundgang durch den Burghof Trencin

Von der sehenswerten Altstadt sind es wenige, allerdings schweißtreibende Gehminuten bis du hoch oben den Eingang der Burg erreichst. Zwei Rundtürme flankieren das erste Tor aus dem 16. Jahrhundert, welches zum Schutz eine Zugbrücke hat.

Tor auf der Burg.

Ein trutziger Torturm

Vorbei geht es am aus dem 14. Jahrhundert stammenden Uhrturm. Nicht weit entfernt steht ein rekonstruierter 80 Meter tiefer Brunnen. Eine Wasserquelle hatten die Arbeiter im von Hand ausgegrabenen Brunnen wohl nie gefunden, dafür wurde in dem Schacht das Regenwasser gesammelt.

Eine gotische Kapelle aus dem frühen 14. Jahrhundert schließt sich an. Diese ließ Mathias der III. erbauen.

Natürlich darf in einer Burg der Kerker nicht fehlen. Erst als Verteidigungsturm errichtet, wurde dieser später als Kerker genutzt und passend „Teufelsturm“ genannt.

Kanone auf der Zitadelle.

Die Verteidigung war nicht immer erfolgreich

Der Kavalier genannte Teil der Festung ist mit Kanonen ausgestattet. Einen schönen Blick auf den südlichen Teil der Stadt hast du vom halbrundförmigen Wehrgang.

Auf der anderen Seite des Wehrgrabens steht eine Replik eines hölzernen Katapultes, Trebuchet genannt. Die riesige Waffe wurde von Schülern der Sekundarschule in Povazska Bystrica gebaut.

Nachbildung eines Katapults.

Altertümliche Waffenkunst

Im weiteren Verlauf kommst du an einem steinernen Gebäude vorbei, Jeremiah`s Bastion. Die nun folgenden Überreste gehören zum ältesten Gebäude der Burg, die Rotunda. Sie ist eine aus dem 11. Jahrhundert stammende Kapelle.

Langsam geht es wieder zurück zum Ausgang. Leider bleibt mir aus zeitlichen Gründen ein Besuch des inneren Teils der Burg verwehrt.

Auf jeden Fall ist ein Besuch des äußeren Teiles der Burg empfehlenswert. Du bekommst einen Eindruck der Größe der Festung und hast einen Einblick in deren Geschichte.

  • Adresse: Matúšova 75/19, 912 50 Trenčín, Slowakei

Öffnungszeiten:

  • Mai – Sep 9:00 – 17:30 Uhr
  • Apr – Okt 9:00 – 16:30 Uhr
  • Nov – Mrz 9:00 – 15:30 Uhr

Eintrittspreise:

  • 8,50 EUR Große Besichtigung mit Führung
  • 7,00 EUR Kleine Besichtigung ohne Führung
  • 2,00 EUR Unterer Burghof ohne Führung