Eine Wan­de­rung rund um Steyl

Den strah­len­den Vor­früh­lings­tag nut­zen wir zu einem spon­ta­nen Aus­flug ins benach­bar­te Aus­land. Von Neuss aus sind wir in einer knap­pen Drei­vier­tel­stun­de in dem idyl­li­schen klei­nen Ort Steyl an der Maas ange­kom­men. Wir befin­den uns hier in der nie­der­län­di­schen Pro­vinz Lim­burg.

Bekannt ist der Ort, der heu­te zu Ven­lo gehört wegen der Klös­ter der Stey­ler Mis­si­on. Sie wur­den Ende des 19. Jahr­hun­derts von dem deut­schen Pries­ter Arnold Jans­sen gegrün­det.

Kloster und Kirche hinter kahlen Bäumen an der Maas

Blick auf Klos­ter und Kir­che in Steyl

Wir par­ken gegen­über des Stey­ler Mis­si­ons­mu­se­ums und lau­fen hin­un­ter zum Ufer der Maas. Auf der Home­page von Lust auf Lim­burg haben wir uns die Wan­der­rou­te „Maas- und Stau­werk” aus­ge­sucht. In zehn Kilo­me­tern führt sie uns ent­lang der Maas und durchs länd­li­che Lim­burg wie­der zurück nach Steyl.

Maas- und Stau­werk­rou­te

Die Rou­te star­tet in Steyl an der Maas­fäh­re. Der Him­mel strahlt in einem unglaub­li­chen Blau und bringt das ruhi­ge Was­ser der Maas zum Leuch­ten.

weiße Fähre fährt über die Maas bei Steyl

Die Maas-Fäh­re bei Steyl

Boje in Form eines Bootes

Das ist die Boje, über die die Fäh­re gezo­gen wird

Wir schau­en der Seil­fäh­re zu, die Grup­pen von Rad­fah­rern und ein ver­ein­zel­tes Auto vom ande­ren Ufer über­setzt. Das Seil, an dem die Fäh­re hin­über gezo­gen wird, ver­läuft über eine Boje, die strom­auf­wärts mit­läuft. Eine inter­es­san­te Kon­struk­ti­on, die wir noch nicht kann­ten.

Nach­dem wir genug Fäh­re geguckt haben, wen­den wir uns am Ufer der Maas fluss­auf und las­sen Steyl hin­ter uns zurück. Bald sehen wir vor uns ein gro­ßes Bau­werk im Strom: die Schleu­se, die den Schiffs­ver­kehr über die wei­ter oben lie­gen­de Stau­stu­fe bringt.

Ein leb­haf­tes Vogel­kon­zert beglei­tet uns auf unse­rem Weg ent­lang der Maas. Kor­mo­ra­ne sit­zen hoch oben auf den Schiff­fahrts­zei­chen. Kana­di­sche Gän­se flie­gen paar­wei­se laut trö­tend über die Was­ser­flä­che. Nil­gän­se schwim­men im Ver­bund mit einem Enten­paar. Schnee­wei­ße Möwen zie­hen ihre Krei­se oder ruhen sich auf den Bojen aus.

Schwarzer Kormoran sitzt auf einem weißen Pfahl

Kor­mo­ran auf dem Pfahl

Zwei Gänse und zwei Enten schwimmen zusammen auf der Maas

Gän­se-Enten-For­ma­ti­on

Die Stau­an­la­ge Bel­feld

Schließ­lich errei­chen wir die Stau­an­la­ge Bel­feld, ein beein­dru­cken­der Bau­kom­plex im brei­ten Strom der Maas. In der Fluss­mit­te ragt die Anla­ge mit zwei turm­ho­hen Toren empor. Dane­ben tost das Was­ser über zahl­rei­che klei­ne Stau­klap­pen hin­un­ter. Spru­deln­des, schäu­men­des Was­ser hat für uns einen beson­de­ren Reiz. Wahr­schein­lich kommt das noch aus unse­rer Ära als Wild­was­ser­padd­ler. Unser geüb­tes Auge kommt jeden­falls schnell zu dem Schluss, dass dies hier als Pad­del­re­vier defi­ni­tiv nicht geeig­net ist.

Wasser strömt schäumend durch die Wehrklappen

Es rauscht und zischt…

Ober­halb des Stau­werks liegt das Was­ser der Maas ruhig und spie­gel­glatt da. Eine Rei­he von Ton­nen in fröh­li­chem Gelb rie­gelt die Zufahrt zu den gefähr­li­chen Stau­klap­pen ab.

Wehrkante und große Stau-Tore hinter glatter Wasserfläche

Das Stau­werk von strom­auf gese­hen

Reihe von gelben, schwimmenden Tonnen auf der Maas

Ton­nen in früh­lings­haf­tem Gelb

Über Bel­feld ins bäu­er­li­che Lim­bur­ger Land

Wenig spä­ter ver­lässt unse­re Wan­der­rou­te die Maas, wir bie­gen ab und lau­fen durch den Ort Bel­feld. Ganz offen­sicht­lich wird hier ger­ne Kar­ne­val gefei­ert. Die Häu­ser sind mit bun­ten Fah­nen beflaggt, über­all hän­gen Pla­ka­te mit den dies­jäh­ri­gen Kar­ne­vals­prin­zen, ‑prin­zes­sin­nen und Jung­prin­zen.

Bunte Fahnen an den Häusern

Bun­te Fah­nen an den Häu­sern

Rot verklinkertes Haus mit Turmspitze auf dem Dach

Das Rat­haus

Am rot ver­klin­ker­ten Rat­haus vor­bei suchen wir uns unse­ren Weg hin­aus auf die Fel­der. Wir kom­men an klei­nen Bau­ern­hö­fen vor­bei. Pfer­de ste­hen auf den Wei­den, auch Scha­fe und Zie­gen sehen wir ver­ein­zelt. Gro­ße Erd­beer­far­men prä­gen etwas spä­ter das Bild. Wir könn­ten tat­säch­lich jetzt, im Febru­ar, dort Erd­bee­ren kau­fen. Wol­len wir aber nicht. Da begeis­tern uns die Schwei­ne, die in einem Aus­lauf vor der Farm gehal­ten wer­den, mehr. Neu­gie­rig kom­men sie zum Zaun gelau­fen, als wir ste­hen blei­ben.

hellbraunes Pferd auf der Weide

Dem Pferd schmeckt’s

liegendes Schwein

Die­ses Schwein­chen über­legt noch, ob es sich lohnt, zum Zaun zu lau­fen

Es geht wei­ter ent­lang der klei­nen Land­stra­ße. Zwei Lamas auf einer Wei­de gucken uns genau­so inter­es­siert an wie wir sie.

Lama steht auf der Wiese

Hol­län­di­sches Lama

Das Dorf Tege­len und ein Was­ser­schloss

Dann bie­gen wir von der Stra­ße ab. Auf einem baum­be­stan­de­nen Weg nähern wir uns einem gro­ßen Teich, in dem sich das ehr­wür­di­ge Gemäu­er eines eins­ti­gen Was­ser­schlos­ses spie­gelt. Heu­te beher­bergt es ein schi­ckes Hotel.

Schloss spiegelt sich im Teich

Was­ser­schloss und Hotel

Bach durch winterlichen Wald

Noch ist es recht kahl ent­lang des Bach­ufers

Hin­ter den Tei­chen bie­gen wir links ab und fol­gen einem spru­deln­den Bäch­lein. Ab und zu füh­ren nied­li­che klei­ne Bogen­brü­cken auf die ande­re Sei­te.

Nach­dem wir eine grö­ße­re Stra­ße über­quert haben, befin­den wir uns wie­der in Steyl. Durch schma­le Gäss­chen lau­fen wir zurück zum Mis­si­ons­haus.

Sehens­wer­tes in Steyl

Domi­niert wird das Klos­ter­dorf Steyl, wie der Name ver­mu­ten lässt von den Klös­tern der Stey­ler Mis­si­on. Es sind derer drei: das Klos­ter der Stey­ler Mis­sio­na­re, das Klos­ter der Stey­ler Mis­si­ons­schwes­tern und das Klos­ter der Schwes­tern der Ewi­gen Anbe­tung.

Im Mis­si­ons­mu­se­um Steyl fin­det sich eine bun­te Ansamm­lung von Kunst­ge­gen­stän­den und natur­his­to­ri­schen Objek­ten, die die Mis­sio­na­re von ihren Rei­sen aus aller Welt ange­schleppt haben. Öff­nungs­zei­ten und Ein­tritts­prei­se fin­dest du auf der Home­page des Muse­ums.

Den Klos­ter­gar­ten der Mis­si­on kannst du eben­falls besu­chen. Hier fin­dest du unter ande­rem meh­re­re Grot­ten, die Anfang des 20. Jahr­hun­derts ange­legt wur­den.

Wiese mit Schneeglöckchen, im Hintergrund ein weißes Denkmal

Ein Teil des Klos­ter­gar­tens in Steyl

Marienfigur auf Altar in der Grotte

Kitsch oder Kunst? Die Mari­en­grot­te im Klos­ter­gar­ten

Den Bota­ni­schen Gar­ten Joch­ums­hof haben wir uns für einen spä­te­ren Besuch auf­ge­spart. Er soll beson­ders im Som­mer­halb­jahr von April bis Okto­ber sehr sehens­wert sein.