Burg Bar­di oder Schloss Bar­di, auf ita­lie­nisch Cas­tel­lo di Bar­di, thront über dem klei­nen, gleich­na­mi­gen Ört­chen Bar­di. Ein Aus­flug zu dem mit­tel­al­ter­li­chen Gemäu­er ist eine loh­nens­wer­te Alter­na­ti­ve zu über­lau­fe­nen Tou­ris­ten­or­ten. Hier kann man stun­den­lang durch die Fes­tung strei­fen und sie auf eige­ne Faust ent­de­cken.

Schloss Bardi auf hohem Fels

Eine trut­zi­ge Burg auf hohem Fels ist Schloss Bar­di

Kur­ven­rei­che Anfahrt zur Burg Bar­di

Von unse­rem Feri­en­haus in der Nähe von Bor­go Val di Taro geht es über klei­ne, kur­vi­ge Stra­ßen zunächst Rich­tung Bedo­nia. Im nächs­ten Ort ent­de­cken wir einen Weg­wei­ser Rich­tung Burg Bar­di und bie­gen auf eine noch klei­ne­re Neben­stra­ße ab. In zahl­rei­chen Ser­pen­ti­nen zieht sich der Weg die Höhen der Apen­in­nen hin­auf und hin­un­ter. Nur sel­ten kommt uns ein ande­res Fahr­zeug ent­ge­gen. Schließ­lich kön­nen wir die Burg auf einem schrof­fen Fel­sen erken­nen. Als trut­zi­ge Fes­tung bewacht sie den Ort Bar­di.

Besich­ti­gung von Schloss Bar­di

Durch schma­le, ver­win­kel­te Gas­sen Bar­dis fol­gen wir dem Weg­wei­ser zum „Cas­tel­lo”.

Klei­ne Gas­sen mit Blick auf Burg Bar­di

An dem klei­nen Kas­sen­häus­chen erwer­ben wir unse­re Tickets. Der Weg führt uns durch einen schma­len Ver­tei­di­gungs­gang ins Schloss Bar­di hin­ein. Wir errei­chen einen gras­be­wach­se­nen und mau­er­um­wehr­ten Platz, auf dem in frü­he­ren Zei­ten Artil­le­rie­ge­schüt­ze die Burg Bar­di ver­tei­dig­ten. Von hier aus haben wir einen wei­ten Blick auf die umlie­gen­den Ber­ge und das brei­te Fluss­tal des Ceno tief unter uns. Wol­ken­fet­zen hän­gen wie Strei­fen von Zucker­wat­te an den Berg­hän­gen.

Blick von Schloss Bardi über Berge

Blick vom Schloss über die wol­ken­ver­han­ge­nen Ber­ge

Jetzt erst geht es durch das eigent­li­che Tor ins Schloss hin­ein. Die ehe­ma­li­ge Zug­brü­cke ist heu­te ein fes­ter Steg, die Pech­na­sen über dem Tor sind noch gut zu erken­nen. Dahin­ter befin­det sich die Wachstu­be, von zwei ros­ti­gen Kame­ra­den bewacht. Eini­ge archai­sche Waf­fen wie Mor­gen­ster­ne und Bei­le sind aus­ge­stellt.

Schloss Bardi Rüstungen

Von den drei­en ist höchs­tens einer als Wache geeig­net.

Schloss Bardi Wachstube Morgensterne

Ros­ti­ge Mor­gen­ster­ne in der Wachstu­be

Streif­zug durch die Burg

Wir kön­nen uns völ­lig frei über das Gelän­de bewe­gen. Es gibt kei­nen fest­ge­leg­ten Rund­gang, kei­ne Absper­run­gen. Mit dem gro­ben Plan in der Hand, den es zu den Ein­tritts­kar­ten gab, iden­ti­fi­zie­ren wir die Funk­tio­nen ver­schie­de­ner Räu­me. So strei­fen wir auf eige­ne Faust durch Gän­ge und über Trep­pen, hier­hin und dort­hin. Wir füh­len uns wie die Ent­de­cker von Schloss Bar­di, zumal wir fast die ein­zi­gen Besu­cher sind. 

Wir fin­den den Eis­kel­ler, in dem für den Fall der Bela­ge­rung der Burg Bar­di Lebens­mit­tel frisch gehal­ten wur­den. Der Para­de­platz bot Raum zum Exer­zie­ren. In einem Turm sind Gefäng­nis­zel­len unter­ge­bracht, eiser­ne Ket­ten hän­gen von den Wän­den. Bei genau­em Hin­schau­en kön­nen wir Inschrif­ten erken­nen, die ehe­ma­li­ge Gefan­ge­ne in den Stein geritzt haben.

Schloss Bardi Uhrturm am Paradeplatz

Para­de­platz mit Uhr­turm

Dorf Bardi

Aus­blick auf das Dorf Bar­di

Die ver­schie­de­nen Ebe­nen von Schloss Bar­di sind ver­schach­telt und weit­läu­fig. Es macht viel Spaß, sie zu erkun­den und immer wie­der groß­ar­ti­ge Aus­bli­cke, ob auf das Dorf Bar­di oder die Land­schaft drum her­um zu genie­ßen. 

Die Muse­en in Schloss Bar­di

Ver­schie­de­ne Aus­stel­lun­gen sind in den Innen­räu­men von Schloss Bar­di zu bewun­dern. Vom Ehren­hof aus betre­ten wir die Räu­me des Fürs­ten, die alte Ein­rich­tun­gen zei­gen. Es gibt auch ein Gri­mal­di-Zim­mer, in dem einst eine ehe­li­che Ver­bin­dung mit dem Fürs­ten­tum Mona­co besie­gelt wur­de.

Blick aus einem Fenster auf das Dorf Bardi

Blick aus einem Fens­ter der fürst­li­chen Räu­me auf Bar­di

In den obe­ren Räu­men zeigt eine natur­kund­li­che Aus­stel­lung vie­le prä­pa­rier­te Tie­re der Regi­on. So viel wir mit unse­rem rudi­men­tä­ren Ita­lie­nisch ver­ste­hen, geht es um Wil­de­rei. In eini­gen Schau­käs­ten ist dar­ge­stellt, wel­che unter­schied­li­chen Fal­len benutzt wur­den.

Wei­ter­hin zeigt eine archäo­lo­gi­sche Aus­stel­lung Fun­de aus prä­his­to­ri­scher Zeit. Die Beschrif­tun­gen sind eben­falls nur auf ita­lie­nisch. Wir ver­ste­hen immer­hin, dass es um Nean­dertha­ler geht. Ein Pla­kat, das die Begeg­nung eines Nean­dertha­lers mit einem Mäd­chen der heu­ti­gen Zeit zeigt, ist uns aus dem Nean­dert­hal­mu­se­um bei Düs­sel­dorf bekannt.

Das Hei­mat­mu­se­um zeigt das Leben in Bar­di und Umge­bung im vor­letz­ten Jahr­hun­dert. Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de und Werk­zeu­ge ver­an­schau­li­chen, wie die Ein­woh­ner ihren All­tag bewäl­tigt haben.

Schlafzimmer im Museum

Schlaf­zim­mer im Hei­mat­mu­se­um

Der Wehr­gang von Schloss Bar­di

Ein wei­te­rer Höhe­punkt ist der Spa­zier­gang über den Wehr­gang. Im Uhr­turm geht es über ein stei­les und enges Trep­pen­haus nach oben. Wir errei­chen den über­dach­ten Wehr­gang, der um drei Sei­ten um die Burg Bar­di führt. Weit schweift der Blick über die Hügel der Apen­in­nen, unter uns lie­gen  die Dächer von Bar­di. Zwei rus­ti­ka­le Eck­tür­me bie­ten fan­tas­ti­sche Aus­sich­ten zu meh­re­ren Sei­ten.

Schloss Bardi Wehrgang

Durch den Wehr­gang

Blick vom Eckturm

Einer der Eck­tür­me mit Blick übers Land

Natür­lich darf in einer mit­tel­al­ter­li­chen Burg das Grau­en einer Fol­ter­kam­mer nicht feh­len. Male­risch begrüßt uns ein Ske­lett in einem von der Decke hän­gen­den Käfig. Alles mög­li­che an den übli­chen Fol­ter­werk­zeu­gen ist vor­han­den und wird anschau­lich erklärt. Wer’s mag…

Auch die Fol­ter­kam­mer ist vom Wehr­gang  aus zugäng­lich. Merk­wür­dig, ich hat­te gedacht, gefol­tert wür­de immer im Kel­ler. Noch merk­wür­di­ger ist, dass die Küche von Schloss Bar­di unmit­tel­bar neben der Fol­ter­kam­mer liegt. Der Innen­ar­chi­tekt, der sich das aus­ge­dacht hat, muss einen schrä­gen Humor beses­sen haben. 

Das Dorf Bar­di

Nach meh­re­ren Stun­den Rund­gang auf Schloss Bar­di gön­nen wir uns eine Pau­se in einem klei­nen Café in Bar­di. Bei köst­lich duf­ten­dem Café Mac­chia­to und knusp­ri­gem Blät­ter­teig­ge­bäck beob­ach­ten wir das Leben um uns. Hier herrscht kei­ne Hek­tik, alles wird mit Ruhe erle­digt und Zeit für einen klei­nen Schwatz ist immer. Im Win­ter­gar­ten des Cafés sit­zen alte Män­ner bei einem Glas Weiß­wein und dis­ku­tie­ren ita­lie­nisch tem­pe­ra­ment­voll.

Balkon in Bardi

Schö­ner Bal­kon in Bar­di

Kleiner Platz mit Springbrunnen n Bardi

Klei­ner Platz mit Spring­brun­nen

Geschäf­te säu­men die Gas­sen, Bäcke­rei­en, Metz­ge­rei­en und klei­ne Lebens­mit­tel­lä­den bie­ten ihre Waren an. Schö­ne alte Stein­häu­ser mit kunst­voll gear­bei­te­ten Bal­ko­nen und blu­men­ge­schmück­ten Fens­tern prä­gen das Bild. Ein klei­ner Spring­brun­nen plät­schert auf einem drei­ecki­gen Platz mit dem Regen um die Wet­te.        

Infos zu Schloss Bar­di

  • Home­page: Die Home­page von Schloss Bar­di bie­tet vie­le Infor­ma­tio­nen, aller­dings nur auf ita­lie­nisch
  • Lage: Bar­di liegt etwa eine gute Stun­de Auto­fahrt von Par­ma ent­fernt. Von Pia­cen­za aus ist man andert­halb Stun­den, von La Spe­zia zwei Stun­den unter­wegs. Adres­se: Piaz­za Cas­tel­lo 1 – 43032 Bar­di (Pr)
  • Ein­tritts­prei­se: Erwach­se­ne 6 Euro, Kin­der bis 14 Jah­re 3,50 Euro
  • Öff­nungs­zei­ten: Die Öff­nungs­zei­ten sind etwas erra­tisch und für jeden Monat unter­schied­lich. Dezem­ber, Janu­ar und Febru­ar bleibt Schloss Bar­di außer zu beson­de­ren Events geschlos­sen. Im März Sams­tag 14 – 17 Uhr, Sonn- und Fei­er­ta­ge 10 – 18 Uhr. April und Mai Sams­tag, Sonn- und Fei­er­ta­ge 10 – 19, Wochen­ta­ge 14 – 17 Uhr. Juni Sams­tag, Sonn- und Fei­er­ta­ge 10 – 19 Uhr, Wochen­ta­ge 14 – 19 Uhr. Juli täg­lich 10 – 19 Uhr. August Wochen­ta­ge 10 – 19, Fei­er­ta­ge 10 – 20 Uhr. Sep­tem­ber Wochen­ta­ge 14 – 19 Uhr, Sams­tag, Sonn- und Fei­er­ta­ge 10 – 19 Uhr. Okto­ber Don­ners­tag und Frei­tag 14 – 17 Uhr, Sams­tag, Sonn- und Fei­er­ta­ge 10 – 18 Uhr. Am bes­ten, vor dem Besuch noch­mal infor­mie­ren, auf der Home­page unter dem Punkt „Ora­ri di Aper­tu­ra” zu fin­den.

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