Aktualisiert am 17/07/2024 von Gina

Wir wollen unser Wohnmobil mit einer Trockentrenntoilette ausstatten, die wir aus einem Bausatz selber bauen.

Dass unser Balu eine Toilette an Bord haben soll, ist für uns eine selbstverständliche Voraussetzung. Auch wenn es einige Camper gibt, die eine eigene Toilette für entbehrlich halten.

Der Komfort, nicht nachts über den dunklen Campingplatz zum Toilettenhäuschen stolpern zu müssen ist uns das wert.

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Warum eine Trockentrenntoilette im Wohnmobil?

Ganz ehrlich: Bevor wir uns mit dem Thema Selbstausbau eines Kastenwagens beschäftigt haben, war uns eine Trockentrenntoilette kein Begriff. Wir kannten nur die üblichen Chemie-Toiletten, die standardmäßig im Wohnmobil verbaut werden.

Doch als wir bei unserer Recherche auf die Trockentrenntoilette stießen waren wir schnell fasziniert. Wir erkannten die Vorteile, die sie uns bieten würde:

  • keine umweltschädliche Chemie nötig
  • einfacher Einbau
  • unkomplizierte Entsorgung
  • keine oder wenig Geruchsbelästigung
  • kein Verbrauch von Wasser für die Toilette

Wie funktioniert eine Trockentrenntoilette?

Für alle, die – genau wie wir früher – noch ahnungslos sind, was eine Trockentrenntoilette eigentlich ist, erläutern wir die Funktionsweise:

Das Prinzip der Trockentrenntoilette besteht darin, dass feste und flüssige Stoffwechsel-Endprodukte beim Toilettengang voneinander getrennt werden. Der typische Gestank entsteht durch chemische Reaktionen zwischen Urin und Fäkalien. Bei einer herkömmlichen Wohnmobil-Toilette versucht man den Gestank zu begrenzen, indem man Chemikalien zugibt.

Das Herzstück der Trockentrenntoilette ist der Trenneinsatz, der die normale Kloschüssel ersetzt. Er ist so konstruiert, dass beim Verrichten der Geschäfte der Urin in einen separaten Behälter fließt, während das große Geschäft in einen anderen Behälter plumpst.

Trenneinsatz der Trockentrenntoilette.

So sieht der Trenneinsatz aus

Der Behälter fürs Feste ist mit einer Art Streu bestückt, von dem man nach getaner Dinge nochmal eine Handvoll über den Haufen streut. So wird das Produkt des möglichen Anstoßes ausgetrocknet. Je nachdem, welches Material man als Streu verwendet, könnte das Ganze theoretisch sogar kompostiert werden. Deswegen nennt man die Trockentrenntoilette auch manchmal Komposttoilette. Allerdings ist es in Deutschland nicht erlaubt, Fäkalien auf dem Kompost zu entsorgen. Als Streu eignet sich alles Mögliche, von Kokosfasern über Kleintierstreu bis zu Katzenstreu.

Behälter für Festes und Flüssiges in der Trockentrenntoilette.

Das Innenleben

Entsorgen kannst du den Inhalt der Trockentrenntoilette, ohne eine Entsorgungsstation suchen zu müssen. Der Kanister mit dem Urin kann einfach ins nächste WC entleert werden, da er keine Chemie enthält. Den Sack mit dem “Kompost” wirft man gut verschlossen in einen Mülleimer. So ähnlich wie mit den Hunde-Tütchen…

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Hier geht`s zu unserem Video zum Bau unserer Trockentrenntoilette:

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Welche Trockentrenntoilette soll in unser Wohnmobil?

Es gibt einige Anbieter für Trockentrenntoiletten auf dem Markt. Allen gemeinsam ist, dass das Produkt nicht gerade billig ist. Für eine fertige Trockentrenntoilette kannst du bis zu 1000 Euro loswerden.

Eine günstigere Alternative ist, die Toilette selber zu bauen. Ein paar Anbieter verkaufen Trenneinsätze und Behälter separat. Dann kann man sich die entsprechende Kiste selber zimmern.

Nach einiger Recherche entscheiden wir uns für das EasyLoo von Kildwick*. Als handwerklich Teilbegabte stellen wir uns vor, dass wir mit diesem Bausatz leichter ans Ziel kommen.

Neben dem Trenneinsatz, dem Urinkanister und dem Feststoffbehälter enthält der Bausatz das Material, um die komplette Toilette zusammenzuzimmern. Sogar eine schöne Klobrille aus Bambus wird mitgeliefert. Ebenso alles an Material, was wir benötigen, um die Toilette zusammenzubauen: Nägel, Holzleim und zwei Holzwinkel als Konstruktionshilfen.

Zusätzlich erhielten wir ein Starter-Kit, das folgende praktische Erstaustattung umfasste:

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Trockentrenntoilette bauen

An einem schönen Nachmittag breite ich mich mit dem EasyLoo-Bausatz auf dem Balkon aus und beginne mein Werk.

Gina hämmert den Korpus der Trockentrenntoilette zusammen.

Freiluft-Werkstatt – diesmal auf dem Balkon

Der Korpus der Trockentrenntoilette besteht aus Birken-Sperrholzplatten. Auf dem Deckel ist bereits der Trenneinsatz aus Polystyrol fest verklebt. In die vordere Seitenwand ist mittig ein Schlitz gesägt, durch den wir den Füllstand des Urinkanisters kontrollieren können.

Boden, Seitenwände und Deckel sind so zurechtgesägt, dass ich sie automatisch richtig zusammenstecken kann. Aufgrund der Aussparungen, die exakt ineinander passen ist es unmöglich, versehentlich falsche Teile zusammenzubauen.

Die Löcher für die Nägel sind vorgebohrt. Ich brauche nur den Holzleim auftragen und die Nägel in die vorgesehenen Stellen einschlagen.

Nachdem ich den Kasten für die Trockentrenntoilette fertig habe, baue ich die Halterungen für die Kanister zusammen. Sie sollen den Urinkanister und den Feststoffbehälter daran hindern zu verrutschen. Hier ist das einzige Mal, wo ich aufpassen muss, dass ich die Holzteile richtig zusammensetze, damit alles passt.

Gina baut die Abstandshalter der Toilette.

Fast fertig

Eine ganze Menge Nägel kommen im Laufe des Nachmittags zusammen, die ich ins Holz hämmere. Die Nachbarn werden sehr froh gewesen sein, als ich endlich fertig war…

Das Birkensperrholz ist unbehandelt, so dass der Kasten gestrichen werden sollte, bevor er das erste Mal benutzt wird. Um die Toilette gut reinigen zu können, verwenden wir Acryllack zum Anstreichen.

Von innen streiche ich den Kasten weiß, die Außenwände erstrahlen in einem kräftigen Himmelblau.

Benötigtes Werkzeug

Benötigtes Material

  • Easy-Loo-Bausatz* von Kildwick
  • Holzleim und Nägel (im Bausatz enthalten)
  • Acryllack (Baumarkt)

Wo soll die Trockentrenntoilette im Camper eingebaut werden?

In manchen Campervans ist die Toilette unter einer Sitzbank oder hinter einer Schranktür verstaut. Das bedeutet, dass im Falle der Nutzung der ganze Camper-Innenraum zum Klo wird.

Wir legen Wert auf ein wenig Privatsphäre, auch wenn wir schon lange verheiratet sind. Zudem finden wir die Vorstellung merkwürdig, in unserer Küche die Geschäfte zu verrichten, die irgendwann zwangsläufig auf die Nahrungsaufnahme folgen.

Daher planen wir ein Mini-Bad mit Dusche und Toilette in unserem Kastenwagen. Da Platz ein kostbares Gut im Campervan ist, soll dieser Raum so kompakt wie möglich ausfallen. Unsere Idee ist, die Trockentrenntoilette auf einem Schwerlastauszug unter dem Bett zu montieren. Bei Bedarf wird sie in die Dusche ausgezogen. Wollen wir duschen, verschwindet die Toilette in der Wand.

Die Trockentrenntoilette steht im Wohnmobil.

Die Toilette ist an Ort und Stelle – fehlt nur noch das Bad drumrum

Da wir es nicht schaffen, vor unserem ersten Urlaub mit Balu das Bad zu bauen, sind wir erst mal mit der provisorischen Lösung unterwegs. Die Trockentrenntoilette wird während der Fahrt unter dem Bett verstaut und sicher befestigt. Wenn wir stehen, holen wir sie hervor und sie dient als Hocker solange wir sie nicht zu ihrem eigentlichen Zweck benutzen.

Trockentrenntoilette als Sitzgelegenheit am Tisch.

Auch als Sitzplatz macht sie sich gut

Unsere Erfahrungen mit der Trockentrenntoilette

Im September waren wir drei Wochen auf unserem Wohnmobil-Roadtrip Kroatien – Slowenien – Italien unterwegs.

Zu Beginn nutzten wir die Trockentrenntoilette nur als Nachttoilette, fürs kleine Geschäft. Ein wenig Privatsphäre stellten wir dadurch her, dass wir den Schlafbereich mit einem Vorhang abgetrennt hatten. Tagsüber nutzten wir die Toilette auf dem Campingplatz.

Camper unter Pinien vor dem blauen Meer.

Auf dem Campingplatz nutzen wir unsere Toilette nur nachts

Später waren wir auch schon mal auf Stellplätzen ohne Toilettenhäuschen oder haben frei gestanden. So wurde unsere Toilette ihrer vollumfänglichen Nutzung zugeführt. Wir hatten uns ja erst ein wenig gescheut, auch das große Geschäft zu verrichten. Es stellte sich schnell heraus, dass unsere Sorgen diesbezüglich unbegründet waren. Tatsächlich absorbierte das Streu im Eimer alle unangenehmen Gerüche.

Vom Urinkanister kommen allerdings doch manchmal Duftfahnen geweht, auch wenn die Öffnung im Trenneinsatz mit einem Silikonstopfen verschlossen wird. Vor allem, wenn er relativ voll ist und es warm im Van ist, riechen wir, dass die Zeit zum Leeren gekommen ist.

Das Ausleeren des Urintopfs geht wie oben beschrieben mühelos in jeder öffentlichen Toilette. Der Vorgang riecht natürlich nicht nach Rosen, ist aber schnell erledigt.

Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unserer Entscheidung, einen Trockentrenntoilette in unserem Camper einzubauen.

Disclaimer

Dieser Beitrag ist eine Kooperation mit der Firma Kildwick. Wir haben dafür den Easy-Loo-Bausatz und das Starter-Kit zur Verfügung gestellt bekommen.