Die Les­sing­stadt Wol­fen­büt­tel ist die­ses Jahr Treff­punkt für sech­zig deut­sche Rei­se­b­log­ge­rin­nen und Rei­se­b­log­ger. Alle Jah­re wie­der tref­fen sich die Rei­se­b­log­ger zum Bar­camp, um Ide­en und Erfah­run­gen aus­zu­tau­schen. Orga­ni­siert wird das Tref­fen von Romy vom Blog Snoops­maus.

Außer den gan­zen Tipps, Tricks und Know-how, was aus­ge­tauscht wird steht natür­lich auch Wol­fen­büt­tel als tou­ris­ti­sche Desti­na­ti­on im Mit­tel­punkt. Zuge­ge­ben, die meis­ten von uns hat­ten die Stadt bis­her nicht wirk­lich auf dem Schirm. Zu Unrecht, denn Wol­fen­büt­tel hat mehr zu bie­ten, als man denkt.

Am Frei­tag­abend füh­ren uns kennt­nis­rei­che Stadt­füh­rer in vier klei­nen Grup­pen zu den kul­tu­rel­len High­lights und Sehens­wür­dig­kei­ten von Wol­fen­büt­tel.

Schloss Wol­fen­büt­tel

Das präch­ti­ge rot-wei­ße Schloss Wol­fen­büt­tel domi­niert den Schloss­platz. Wie sich das gehört.

beleuchtetes Schloss bei Nacht

Schloss Wol­fen­büt­tel ist auch bei Nacht ein impo­san­ter Anblick

In dem umge­ben­den Was­ser­gra­ben spie­geln sich die Bogen der Fun­da­men­te der ehe­ma­li­gen Was­ser­burg. Hier liegt die Keim­zel­le Wol­fen­büt­tels, denn die Burg wur­de errich­tet, um die Oker­furt, die weit und breit die ein­zi­ge Mög­lich­keit war, den Fluss zu über­que­ren, zu schüt­zen. So hat­te sie eini­ge Jahr­hun­der­te Bestand.

Blick durch ein ovales Mauerfenster auf den Wassergraben

Auch heu­te noch umgibt ein Was­ser­gra­ben das Schloss Wol­fen­büt­tel

Als einer der Her­zö­ge von der damals übli­chen Bil­dungs­rei­se durch Euro­pa zurück­kehr­te, fand er die trut­zi­ge Was­ser­burg nicht ele­gant genug. So beauf­trag­te er einen Bau­meis­ter, ihm so was ähn­li­ches wie Ver­sailles zu bau­en. Der Bau­meis­ter errich­te­te eine Fas­sa­de in Fach­werk, dem gän­gi­gen Bau­ma­te­ri­al. Die­se wur­de so kunst­voll bemalt, dass sie noch heu­te dem Betrach­ter einen schi­cken, ele­gan­ten Stein­pa­last a la Ver­sailles vor­täuscht.

Das Wappen der Welfenfürsten über dem Schlossportal

Das Wap­pen der Wel­fen­fürs­ten über dem Schloss­por­tal

Zum Besuch des Schloss Muse­ums, das die höfi­sche Pracht und Kul­tur zeigt, kom­men wir lei­der nicht mehr. Das müs­sen wir auf einen spä­te­ren Besuch ver­schie­ben.

  • Das Muse­um ist diens­tags bis sonn­tags von 10 bis 17 Uhr geöff­net.
  • Der Ein­tritt beträgt 5 Euro, ermä­ßigt 2,50 Euro. Unter 18 Jah­re ist der Ein­tritt frei. An jedem ers­ten Frei­tag im Monat ist der Ein­tritt frei.

Das Les­sing­haus

Ein hüb­sches, in zar­tem Gelb gestri­che­nes Haus an der Sei­te des Schlos­ses war das Wohn­haus von Gott­hold Ephraim Les­sing. Er wur­de aus Ham­burg in das damals recht unbe­deu­ten­de Wol­fen­büt­tel beru­fen, um hier eine bedeu­ten­de Biblio­thek zu pfle­gen und wei­ter auf­zu­bau­en. Das Häus­chen, das um einen klei­nen atri­um­ar­ti­gen Innen­hof ange­legt ist, dient heu­te als Muse­um, um Les­sings Leben und Wir­ken zu doku­men­tie­ren.

Das Lessinghaus

Das Les­sing­haus

Unter ande­rem ist ein Modell der Rotun­de, des Gebäu­des, das zu Les­sings Zei­ten als Biblio­thek dien­te zu sehen.

  • Ein­tritt zusam­men mit Her­zog August Biblio­thek 5 Euro, ermä­ßigt 2 Euro, Jugend­li­che bis 18 Jah­re 1 Euro.
  • Geöff­net diens­tags bis sonn­tags 10 bis 16 Uhr.

Her­zog August Biblio­thek

Biblio­the­ca Augus­ta prangt in gol­de­nen Let­tern über dem Por­tal und erin­nert damit an den gelehr­ten Her­zog August, der im 17. Jahr­hun­dert mit sei­ner Sam­mel­lei­den­schaft die Biblio­thek in Wol­fen­büt­tel begrün­de­te. Das heu­ti­ge neo­ba­ro­cke Gebäu­de stammt vom Ende des 19. Jahr­hun­derts und ersetz­te die bau­fäl­li­ge Rotun­de. Zwei Bron­ze-Löwen bewa­chen die Trep­pe, tat­kräf­tig unter­stützt von einem roten, sehr wür­de­vol­len Kater.

roter Kater sitzt auf den Stufen

Der Wäch­ter auf der Trep­pe

Wir betre­ten die Räu­me der Biblio­thek und der typi­sche Geruch von Leder­ein­bän­den und Per­ga­ment erfüllt die Luft. Tau­sen­de von groß­for­ma­ti­gen Büchern fül­len die Rega­le. Einen gro­ßen Teil der Samm­lung machen Bücher aus dem 17. Jahr­hun­dert aus. Noch heu­te ist die Biblio­thek von inter­na­tio­na­lem Rang.

Alte Bücher mit Lederrücken

Alte, leder­ge­bun­de­ne Bän­de in der Biblio­thek

Aufgeklapptes Buch mit bunten Darstellungen

Schmuck­stück: Das Evan­ge­li­ar Hein­rich des Löwens

Eine ganz beson­de­re Sehens­wür­dig­keit ist das Evan­ge­li­ar Hein­rich des Löwens, das ver­mut­lich aus dem Jahr 1188 stammt.

  • Ein­tritt zusam­men mit dem Les­sing-Haus 5 Euro, ermä­ßigt 2 Euro, Jugend­li­che bis 18 Jah­re 1 Euro.
  • Geöff­net diens­tags bis sonn­tags 10 bis 16 Uhr.

Das Bür­ger Muse­um

Als vor­letz­te Sta­ti­on unse­rer Kul­tur­sa­fa­ri besu­chen wir das Bür­ger Muse­um. In einer ehe­ma­li­gen Reit­hal­le, in der zu frü­he­ren Zei­ten Offi­zie­re ihre Pfer­de tra­ben lie­ßen, wird heu­te die Geschich­te der ein­fa­chen Bür­ger der alten Her­zogstadt berich­tet. Teils inter­ak­ti­ve Aus­stel­lungs­stü­cke und Hör­sta­tio­nen machen deren Leben anschau­lich.

Altes Paddelboot

Aus­stel­lungs­stück im Bür­ger Muse­um

Das Bür­ger Muse­um ist die jüngs­te Sehens­wür­dig­keit Wol­fen­büt­tels. Es wur­de erst 2017 eröff­net und die Mit­ar­bei­ter prä­sen­tie­ren es mit sicht­li­chem Stolz.

  • Geöff­net diens­tags bis sonn­tags von 10 bis 17 Uhr, der Ein­tritt ist frei.

Die Haupt­kir­che Bea­tae Mariae Vir­gi­nis

Wenn man die­se präch­ti­ge Kir­che am Korn­markt erblickt und ihren latei­ni­schen Namen liest, kommt man erst­mal nicht auf die Idee, dass dies der ers­te bedeu­ten­de pro­tes­tan­ti­sche Kir­chen­bau ist. Her­zog Hein­rich Juli­us, der der Refor­ma­ti­on ange­hör­te woll­te eine Kir­che errich­ten las­sen, die sowohl als pros­tes­tan­ti­sche Pre­digtstät­te als auch als ange­mes­se­ne fürst­li­che Grab­le­ge dien­te.

Die Hauptkirche in Wolfenbüttel

Die Haupt­kir­che in Wol­fen­büt­tel

Wir wer­den vom Küs­ter durch die ein­drucks­vol­le Hal­len­kir­che geführt. Der gold­schim­mern­de Hoch­al­tar wird auch „Pra­ger Altar” genannt, weil der Her­zog ihn in der Zeit, als er in Prag weil­te, beauf­tragt hat­te.

Auch in die fürst­li­che Gruft stei­gen wir hin­ab. Hier ste­hen Sarg an Sarg, einer präch­ti­ger als der ande­re. Meh­re­re Genera­tio­nen der Wel­fen­fürs­ten haben hier ihre letz­te Ruhe­stät­te gefun­den.

goldener Hochaltar

Der Pra­ger Altar

Sarkophage im Gewölbe

Die Grab­le­ge der Wel­fen­fürs­ten

  • Öff­nungs­zei­ten der Kir­che: diens­tags bis sams­tags 10 – 12 und 14 – 16 Uhr, mon­tags geschlos­sen, sonn­tags nach dem Geot­tes­dienst geöff­net.
  • Ein­tritt: es wird um eine Spen­de von 1 Euro gebe­ten.

Fach­werk­häu­ser in der Alt­stadt Wol­fen­büt­tels

Die Alt­stadt Wol­fen­büt­tels blieb glück­li­cher­wei­se weit­ge­hend von Kriegs­schä­den ver­schont. So prä­sen­tiert sie sich auch heu­te noch in dem gemüt­li­chen Flair, das die gepfleg­ten Fach­werk­häu­ser austrah­len.

Fachwerkhäuser am Stadtmarkt

Fach­werk­häu­ser am Stadt­markt

Auch im his­to­ri­schen Rat­haus, in dem unser Rei­se­b­log­ger Bar­camp statt­fin­det fin­den sich pracht­voll ver­zier­te Decken­bal­ken im Saal und knar­zen­de Die­len in den Gän­gen. Gol­de­nen Dach­fah­nen mit dem Wap­pen Wol­fen­büt­tels dre­hen sich auf dem First.

Ein Spa­zier­gang durch die Fuß­gän­ger­zo­ne oder die klei­nen Stra­ßen rund­um lässt uns immer wie­der aufs Neue schnu­cke­li­ge Fach­werk­häus­chen bestau­nen. Da Wol­fen­büt­tel auf sump­fi­gen Grund liegt, wur­den Grä­ben und Kanä­le gezo­gen, um den Ort zu ent­wäs­sern. So ent­stand der Orts­teil Klein-Vene­dig, in dem Fach­werk­häu­ser mit schmu­cken Blu­men­käs­ten den Kanal säu­men.

Reihe von Fachwerkhäuschen

Krumm und schief sind die Häus­chen in den klei­nen Stra­ßen

Häuser am Kanal, im Vordergrund bunte Blumen

Blu­men­käs­ten schmü­cken die Brü­cke im Stadt­teil Klein-Vene­dig

Du hast Lust bekom­men, Wol­fen­büt­tel selbst zu erkun­den? Wei­te­re Infos fin­dest du auf der Sei­te der Tou­rist-Infor­ma­ti­on Wol­fen­büt­tel und auf dem Blog echt les­sig.