Pamplona? Da denken die meisten sofort an den berühmten Stierlauf, tobende Menschenmassen und Hemingway mit seinem Whiskey. Wir ehrlich gesagt auch. Touristennepp, Rummel und eine Stadt, die sich nur um dieses eine Event dreht – so stellten wir uns Pamplona vor.

Bronzestatue eines Mannes, der auf dem Boden liegend einen Stier auf sich zurennen sieht; im Hintergrund sind weitere Stiere und Figuren in einer städtischen Umgebung zu sehen.

Der wilde Stierlauf in Pamplona im Encierro-Monument festgehalten

Aber manchmal lohnt es sich, Vorurteile über Bord zu werfen. Als Pamplona ohnehin am Weg lag, dachten wir uns: Versuchen wir’s mal. Und was sollen wir sagen? Außerhalb der San Fermín-Zeit entpuppte sich die Stadt als echte Überraschung: sympathisch, entspannt, mit tollen Sehenswürdigkeiten, einer atmosphärischen Altstadt und richtig leckerem Essen.

Falls du also bisher dachtest, Pamplona sei nur was für Stierlauf-Fans und Hemingway-Pilger – lass dich eines Besseren belehren. Diese Stadt hat weit mehr zu bieten, als du vielleicht denkst.

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Zusammenfassung für Eilige

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Beste Reisezeit: Außerhalb der San Fermín-Zeit (Juli) für entspannte Atmosphäre ohne Touristenrummel
  • Wohnmobil: Großer Parkplatz gegenüber dem offiziellen Stellplatz, erste 24h kostenlos, danach sehr günstig
  • Zu Fuß: Kompakte Altstadt, alles bequem erreichbar, kostenloser Aufzug vom Parkplatz in die Stadt (15 Min.)
  • Must-see: Gotische Kathedrale mit Königsgrab, barockes Rathaus, alte Festungsanlage Ciudadela
  • Kulinarik: Authentische Pintxos-Bars in der Altstadt statt Touristenlokal Café Iruña
  • Sicherheit: Sehr entspannt, normale Vorsichtsmaßnahmen reichen völlig
  • Fazit: Perfekt für alle, die authentische Orte auf eigene Faust entdecken möchten

Überraschend entspannt – Warum Pamplona anders ist als erwartet

Ehrlich gesagt hatten wir uns auf Touristenmassen eingestellt. Gedränge in den engen Gassen der Altstadt, Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten und womöglich lautstarke Reisegruppen – so stellten wir uns Pamplona vor. Aber davon war im Herbst nichts zu spüren.

Verschiedene Pintxos auf einem Tablett, darunter Toast mit Sardellen und Paprika, Schälchen mit pochierten Eiern in Soße sowie Toast mit Spiegeleiern.

Typisch Pamplona: Die leckeren Pintxos

Klar, Touristen gab es schon, aber nirgends war es überfüllt oder hektisch. Stattdessen erlebten wir in den typischen Pintxos-Bars echtes spanisches Leben: Die lebhafte Atmosphäre der Einheimischen, die nach Feierabend bei einem Glas Wein und kleinen Häppchen den Tag ausklingen lassen. Genau so hatten wir uns eine authentische spanische Stadt vorgestellt – nur dass wir nicht erwartet hatten, sie ausgerechnet in Pamplona zu finden.

Pamplona zu Fuß erobern – Perfekt für entspannte Entdecker

Ein echter Glücksgriff: Vom Wohnmobilstellplatz bringt dich ein kostenloser öffentlicher Aufzug direkt in die obere Ebene der Stadt. Von dort sind es nur etwa 15 Minuten gemütlicher Spaziergang bis zum ersten Stadttor – und der Weg ist schon das halbe Vergnügen.

Ein hohes, modernes, orangefarbenes Gebäude mit Glasaufzug und Aussichtsplattform überragt einen Park mit Bäumen und Spazierwegen; oben und unten sind Menschen zu sehen.

Per modernem Aufzug geht es in die Altstadt von Pamplona

Der Pfad führt durch den wunderschönen Park Jardines de la Taconera, wo du schon die ersten Highlights entdeckst: alte Festungsmauern, plätschernde Brunnen und je nach Jahreszeit viele blühende Pflanzen. Genug Ruhebänke laden zum Verschnaufen ein, falls du es nicht eilig hast. In der Altstadt selbst flanierst du durch verwinkelte Gassen mit prächtigen Hausfassaden.

Ein gepflegter Park besticht durch geometrisch geschnittene Hecken, Blumenbeete, gestutzte Sträucher und Bäume unter strahlend blauem Himmel.

Entspanntes Flanieren durch die Jardines de la Taconera

Die schönsten Sehenswürdigkeiten von Pamplona

Pamplona überrascht mit einer richtig schönen Mischung aus bekannten Highlights und versteckten Perlen. Und alles ist bequem zu Fuß erreichbar.

Vom Park Jardines de la Taconera aus überqueren wir auf einer steinernen Brücke die tiefer unten liegende Straße und betreten durch die Puerta Nueva die Altstadt.

Die schmalen Gassen mit Häuserfronten in warmen Farben versprühen einen anheimelnden Charme. Kleine schmiedeeiserne Balkone und Erker prägen die Fassaden.

Iglesia de San Lorenzo

Eine beigefarbene Steinkirche mit einer Uhr und Bogenfenstern, teilweise von grünen Bäumen verdeckt, vor einem strahlend blauen Himmel.

Iglesia de San Lorenzo

Am Rande der Altstadt treffen wir auf eine kleine, aber bedeutende Kirche Pamplonas. Die Iglesia de san Lorenzo mit ihrer neoklassizistischen Fassade ist hübsch anzusehen. Das Wichtigste ist aber, dass die Kirche die Kapelle des Heiligen San Fermin beherbergt. Die barocke Kapelle mit imposanten Marmorsäulen zeigt die Figur des San Fermin in einem reich verzierten, bunten Mantel.

Ein reich verzierter religiöser Altar mit Marmorsäulen, einer Statue in roten und silbernen Gewändern sowie Blumenarrangements zu beiden Seiten.

San Fermin ist prachtvoll untergebracht

San Fermin war der erste Bischof der Stadt. Ihm zu Ehren wird im Juli das Fest Sanfermines gefeiert, für das Pamplona berühmt ist. Am 6. Juli wird die Figur des Heiligen in einer Prozession durch die Stadt getragen. Die Feiern dauern bis zum 14. Juli. Neben Konzerten und Tanzvorführungen stehen leider immer noch die Stierkämpfe im Mittelpunkt des Geschehens. Wir fragen uns ja, was Fermin selber davon gehalten hätte…

Iglesia de San Lorenzo, Calle Mayor 74

Öffnungszeiten: Mo – Sa 8:15 – 12:30, 17:30 – 20:30; So 8:30 – 14, 17:30 – 20:30

Wir folgen der Calle Mayor ins Casco Historico, der Altstadt. Hohe Häuser mit schönen Fassaden säumen die schmalen Straßen. Auf der Calle Mayor finden wir das nächste Highlight: der Palacio de Ezpeleta. Die barocke Fassade mit ihren schmiedeeisernen Balkonen und dekorativen Steinmetzarbeiten zeugt vom Wohlstand der einstigen Besitzer.

Iglesia de San Saturnino

Steingebäude mit gewölbtem Durchgang und Turm unter strahlend blauem Himmel; auf der linken Bildseite sind moderne Wohnungen zu sehen.

Dicke Wehrmauern charakterisieren die Kirche San Saturnino

Folgen wir der Calle Mayor weiter in die Altstadt hinein, stoßen wir an deren Ende auf die Calle de San Saturnino mit der gleichnamigen Kirche. Ihre dicken, fast fensterlosen Mauern geben ihr einen burgartigen Charakter. Sie wurde Ende des 13. Jahrhunderts als Wehrkirche erbaut und ist dem Schutzheiligen von Pamplona gewidmet.

An dem Brunnen vor der Iglesia de San Saturnino soll der Heilige die ersten Christen in der Stadt getauft haben, darunter auch San Fermin.

Leider ist die Kirche geschlossen, als wir vorbeikommen, so dass wir sie nur von außen bewundern können.

Iglesia de San Saturnino, Calle San Saturnino

Öffnungszeiten: Mo – Sa 9:15 – 12, 18 – 19;30, So 10 – 13:30, 18:30 – 19:30

Das Rathaus von Pamplona

Wenige Schritte weiter stoßen wir auf das Rathaus von Pamplona. Es wurde 1752 erbaut und erstrahlt in barocker Pracht. Bunte Fahnen wehen vor dem Gebäude. Im Foyer sind historische Stadtschlüssel – teils in beeindruckender Größe – und Wappen ausgestellt.

Ein prunkvolles Steingebäude mit Balkonen, einer Uhr, Statuen auf dem Dach und zahlreichen Flaggen an der Fassade vor blauem Himmel.

Volle barocke Pracht: das Rathaus von Pamplona

Hier ist ein wichtiger geschichtlicher Spot: Im Jahr 1242 vereinte König Carlos III. die bis dahin konkurrierenden und verfeindeten drei Stadtbezirke (“burgos”) zu einer Stadt. Er ließ die Mauern zwischen den Vierteln abreißen und eine die ganze Stadt umfassende Mauer errichten. An der Stelle, wo das heutige Rathaus steht, ließ er das erste Rathaus erbauen.

Ayuntamiento, Pl. Consistorial

Öffnungszeiten Mo – Fr 8:30 – 14:30

Gegenüber vom Rathaus findest du die Touristeninformation, wo du dich mit Stadtplan und weiteren Informationen eindecken kannst.

Officina de Turismo, C. San Saturnino 2

Öffnungszeiten: Mo – Sa 10 – 18, So 10 – 14

Plaza del Castillo

Als nächstes gehen wir zum Hauptplatz Plaza del Castillo im Herzen des Casco Antiguo. Zwischen den prächtigen Häusern reihen sich Cafés und Bars aneinander. Die Ursprünge des Platzes gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Diente er zunächst als Paradeplatz für das Castillo an seiner Seite – das längst nicht mehr existiert -, so wurde er in späteren Jahrhunderten als Marktplatz, für Festivitäten und weitere öffentliche Veranstaltungen genutzt.

Eine Person steht in einem runden, offenen Pavillon mit blauer Decke, umgeben von Gebäuden im europäischen Stil.

Auch einen Musikpavillon gibt es auf der Plaza del Castillo

Die heutigen Wohnhäuser, die die Plaza del Castillo umschließen, entstanden im 17. und 18. Jahrhundert. Bis im Jahr 1844, als eine feste Stierkampfarena errichtet wurde, fanden hier die Stierkämpfe statt. Später eröffneten die Cafés und Bars, so dass der Platz immer ein lebendiger Ort blieb.

Hemingway verhalf in seinem Roman “Fiesta – Die Sonne geht auf” dem Café Iruña zu unsterblichen Ruhm. Hier trafen sich die Figuren seines Romans und vermutlich war auch Hemingway gerne Gast in diesem Lokal. Noch heute ist die Einrichtung aus dem 19. Jahrhundert zu bewundern. Natürlich lassen auch wir uns unter den Arkaden nieder und futtern ein paar Pintxos.

Verzierter Holzeingang zum Café Iruña mit goldener Beschriftung und der Jahreszahl 1888 über dem Eingang.

Tradition seit 1888: Das Café Iruña

Kathedrale Santa Maria la Real

Gestärkt suchen wir als nächstes die Kathedrale von Pamplona auf.

Der romanische Vorgängerbau stürzte 1391 ein. Daher ließ König Carlos III. ab 1392 die heutige gotische Kirche errichten. Fertiggestellt wurde sie erst 1501. Im 18. Jahrhundert fügte man eine klassizistische Fassade vor das Hauptportal an.

Das Innere der Kathedrale ist erfrischend schlicht gehalten, wie es für die navarresische Gotik üblich war. Beeindruckend ist der Alabaster-Sarkophag von König Carlos III. und seiner Gemahlin Leonor aus dem 15. Jahrhundert.

Zwei bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Statuen von Königsfamilienmitgliedern mit Kronen liegen Seite an Seite, die Hände zum Gebet gefaltet, auf kunstvoll verzierten Kissen in einer historischen Kulisse.

Beeindruckendes Kunstwerk: das Grabmal von Carlos III. und seiner Frau

Silberstatue einer gekrönten Gestalt, die ein Kind im Arm hält und auf einem kunstvoll verzierten Sockel sitzt, in einer Kirche mit gewölbten Steinwänden und Buntglasfenstern.

Die romanische Marienfigur

Hoch über dem Altar befindet sich ein romanisches Schmuckstück: eine Marienstatue aus versilbertem Holz.

In den beiden Türmen sind insgesamt elf Glocken installiert, von denen die 10 Tonnen schwere La Maria im Nordturm hervorsticht. Sie ist die drittgrößte Glocke in Spanien und die größte, die noch geläutet wird. Wegen ihres Gewichts kann sie nicht drehend geläutet werden, wie die anderen Glocken. Ein 300 Kilogramm schwerer Klöppel sorgt für den Klang. Sie erklingt nur an bestimmten Festtagen.

Sehr beeindruckend ist auch der gotische Kreuzgang, der sich an die Katedrale anschließt. Verziert mit den typischen Spitzgiebeln, Rosetten und filigranen Säulen ist er ein gotisches Schmuckstück.

Steinbögen im gotischen Stil mit aufwendigem Maßwerk bilden die obere Fassade eines historischen Gebäudes, das sich durch Spitzbögen und dekorative Details auszeichnet.

Spitzgiebel und Arkaden im gotischen Kreuzgang

Catedral Metropolitana de Santa María la Real de Pamplona, C. Dormitalería 1

Öffnungszeiten: Sommer Mo – Sa 10:30 – 18, Winter 10:30 – 16

Eintritt 5 Euro, ermäßigt 4 Euro

Plaza de Toros

Außenansicht eines großen, runden Gebäudes mit roten Türen, Wandmalereien an den Wänden und einem Laternenpfahl davor. An einem Versorgungskasten sind Graffiti zu sehen.

Die Plaza de Toros haben wir nur von außen besichtigt

In Pamplona führt kein Weg an der Plaza de Toros, der Stierkampfarena, vorbei. Die Arena ist ein kreisrunder Bau aus den 1920er Jahren. Im Inneren gibt es eine Ausstellung zur Tradition des Stierkampfes, die wir uns aber nicht antun wollen. Uns reicht es, das Gebäude von außen zu umkreisen. Für Interessierte gibt es Führungen, aber nur auf Spanisch. Audioguides sind auf Deutsch verfügbar.

Plaza de Toros, Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro

Öffnungszeiten 10:30 Uhr – 15/17/19:30/20 Uhr je nach Saison

Vor der Plaza de Toros stoßen wir auf das Denkmal von Hemingway, dem die Stadt Pamplona und ihre Stierkampftraditionen viel Publicity verdankt. Auf einem rechteckigen Sockel erhebt sich eine stilisierte, massive Büste, auf der der charakteristische Kopf von Hemingway thront. Bekanntermaßen war der Schriftsteller ein großer Fan des San-Fermin-Festes, an dem er mehrmals teilnahm und es in seinem Roman in lebhaften Farben schilderte.

Granitstatue von Ernest Hemingway mit verschränkten Armen, die im Freien zwischen Bäumen und Gebäuden steht und auf deren Sockel eine Inschrift zu sehen ist.

Hier ehrt Pamplona Hemingway

Encierro-Monument

Als nächstes kommen wir zum Encierro-Monument, eine eindrucksvolle Skulptur, die einen Moment des Stierlaufs (Encierro) festhält. Die lebensgroßen Figuren von Stieren und Männern, die teils schon gestürzt vor den Hufen der Tiere liegen sind sehr beeindruckend.

Bronzestatuen von rennenden Stieren und einem Mann sind in einer städtischen Außenkulisse ausgestellt, umgeben von Gebäuden und Menschen.

Lebensnah dargestellt ist der Encierro in diesem Monument

Der Encierro ist eine Tradition, die untrennbar mit den Stierkämpfen verbunden ist. Am Morgen des Kampfes werden die sechs Stiere, die an diesem Tag in der Arena antreten müssen, von den Ställen durch die Straßen Pamplonas zur Arena getrieben. Dabei rennen die todesmutigen (oder lebensmüden?) meist jungen Männer vor ihnen her, während Zuschauende hinter Barrikaden und aus Fenstern sie anfeuern. Es kommt – wenig überraschend – immer wieder zu Verletzungen und auch Todesfällen während des Spektakels.

Bronzeskulptur, die Menschen zeigt, die vor Stieren fliehen, wobei ein Mann am Boden liegt; sie befindet sich auf einem städtischen Platz im Freien, umgeben von Gebäuden und Bäumen.

Das Monument stellt atemberaubende Szenen dar

Disclaimer: Wir sind keine Freunde des Stierkampfs und beschreiben dies hier, um einen Eindruck zu vermitteln. Keinesfalls wollen wir diese tierquälerische Praktik befürworten.

Ciudadela de Pamplona

Nach dem ausgedehnten Rundgang durch die Altstadt von Pamplona ist uns am nächsten Tag nach Erholung im Grünen. In den Jardines de la Taconera lassen wir uns Zeit und schlendern durch die schattigen Alleen. Wir gehen entlang der wuchtigen Festungsmauern, die den Park an einer Seite begrenzen. In den Wassergräben davor tummeln sich Gänse.

Eine Steinmauer säumt einen schmalen Bach mit einer kleinen Insel aus Sträuchern und einem Springbrunnen in der Mitte, aus dem Wasser nach oben spritzt.

Schöne Atmosphäre im Park

Ein zehnminütiger Spaziergang bringt uns zur Ciudadela, der Zitadelle von Pamplona. Wuchtige Mauern in einem fünfeckigen Grundriss umgeben heute einen grünen Park. Im 16. Jahrhundert erbaut, um sich gegen die französischen Truppen zu verteidigen, schützen sie heute vor dem Straßenlärm.

Ein Park mit grünem Rasen, hohen Bäumen, Laternen, Gehwegen und einigen Gebäuden, die sich im Hintergrund abzeichnen.

Die ehemalige Zitadelle dient heute friedlichen Zwecken

In verschiedenen alten Gebäuden sind Kunst- und Ausstellungsräume untergebracht. Auch auf dem Gelände sind moderne Kunstwerke verteilt. Wir flanieren entspannt durch die Anlage und über die Bastionen und genießen diese grüne Lunge in der Stadt.

Ciudadela de Pamplona, Av. del Ejército

Öffnungszeiten: Mo – Fr 7:30 – 21:30, Sa 8 – 21:30, So 9 – 21:30

Sicherheit in Pamplona – Entspannt unterwegs sein

Pamplona ist eine Stadt, in der du dich entspannt bewegen kannst. Wir fühlten uns zu jeder Tageszeit sicher – sowohl beim Stadtbummel als auch abends in den Pintxos-Bars.

Natürlich schadet es nie, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Taschendiebstahl zu beachten, wie in jeder größeren Stadt. Aber unsere Erfahrung zeigt: Die Menschen hier sind ehrlich. Als wir unseren Fotorucksack in einer Pintxos-Bar vergessen hatten und 20 Minuten später panisch zurückkamen, stand er immer noch unberührt da. Das sagt schon einiges über die Mentalität der Pamplonesen aus.

Auch unser Wohnmobil stand die ganze Zeit über sicher auf dem Parkplatz. Kurz gesagt: Du kannst Pamplona mit gutem Gefühl erkunden, ohne ständig über die Schulter schauen zu müssen.

Mit dem Wohnmobil nach Pamplona

Für Wohnmobilfahrer gibt es in Pamplona einen offiziellen Stellplatz ganz nah an der Altstadt – allerdings ist der fast immer voll. Du musst wirklich früh da sein, um einen Platz zu ergattern.

Aera de Autocaravanes, Av. de Guipúzcoa 1-409

Preis: 10 Euro/24 Std., max. 48 Std. erlaubt

An einem klaren, sonnigen Tag stehen mehrere weiße Wohnmobile auf einem Stellplatz hinter einer Schranke. Im Hintergrund sind einige Bäume und ein Gebäude zu sehen.

Eng, aber zentrumsnah: Wohnmobilstellplatz in Pamplona

Die clevere Alternative steht direkt gegenüber: ein großer Parkplatz, wo eigentlich immer Platz ist. Das Beste daran: Die ersten 24 Stunden sind kostenlos, ab dem zweiten Tag zahlst du einen sehr günstigen Betrag. Die Bezahlung läuft unkompliziert über Nummernschild-Erfassung – du musst dich um nichts kümmern.

Von diesem Parkplatz sind es nur etwa 15 Minuten zu Fuß bis zur Altstadt, und du kannst denselben kostenlosen Aufzug beim Wohnmobilstellplatz nutzen, um bequem in die obere Stadtebene zu gelangen. Die Anfahrt nach Pamplona ist unproblematisch, der Verkehr hält sich in Grenzen.

Wenn du lieber einen Campingplatz zum Übernachten wählst, gibt es etwas außerhalb der Stadt den Camping Ezcaba. Von dort kommst du auf einem Radweg entlang des Flüsschens in die Stadt. Eine Bushaltestelle ist 500 m vom Campingplatz entfernt. Der Platz ist allerdings über die Wintermonate geschlossen.

Camping Ezcaba, Carretera N-121A, Km 7 Carretera Pamplona, Carr. Irún, Km 7, 31194 Orikain

Preis: 25 – 35 Euro, je nach Saison und Strombedarf, während San Fermin deutlich teurer

Unterkunfttipps für Pamplona

Du bist nicht mit dem Wohnmobil unterwegs und suchst eine schöne Unterkunft in Pamplona? Hier haben wir ein paar Tipps für dich:

Kulinarische Entdeckungen – Pintxos und authentische Bars

Pintxos (sprich: Pintschos) sind eine baskische Spezialität. Es handelt sich um kleine Häppchen, die üblicherweise auf einer Brotscheibe aufgeschichtet werden und mit einem kleinen Spieß (spanisch: pincho) zusammengehalten werden. Die Pintxos liegen an der Bar aus, wo du sie dir aussuchen kannst. Manchmal bekommst du einen Teller und nimmst dir deine Häppchen selber aus der Auslage, oft werden sie vom Thekenpersonal ausgehändigt. Unbedingt probieren!

Eine Auswahl verschiedener Pintxos, darunter mit Käse, Gemüse und Sardellen belegtes Brot sowie Paprikaspieße, angerichtet auf einem Tablett.

Die baskischen Pintxos sollte man unbedingt probieren

Das kulinarische Herz Pamplonas schlägt in den Pintxos-Bars. Im berühmten Café Iruña, Hemingways alter Stammkneipe, kannst du zwar die prächtige Innenausstattung im Stil von 1888 bewundern, aber die Qualität der Pintxos ist nur okay und der Service eher unpersönlich und wenig freundlich – typisch für Touristenhotspots eben.

Auf einem Holztisch werden drei kleine Teller mit verschiedenen Pintxos serviert, darunter Brot mit frittierten Speisen, Ei, Gemüse und ein Spieß.

Davon konnten wir nicht genug bekommen…

Das authentische Pamplona findest du in den kleinen Bars der Altstadt. Hier erlebst du, was echte Pintxos-Kultur bedeutet: eine fantasievolle Auswahl an kleinen Kunstwerken auf dem Teller, dazu eine große Getränkeauswahl und die lebhafte Atmosphäre der Einheimischen. Der beste Tipp? Lass dich einfach durch die Straßen treiben und entdecke die Bars spontan. Dort, wo es voll und laut ist und die Einheimischen stehen, da stimmt meist auch die Qualität.

Fazit – Pamplona verdient eine Chance

Pamplona hat uns wirklich sehr gut gefallen und wir können die Stadt von Herzen weiterempfehlen. Die entspannte Atmosphäre ohne zu viel Touristenrummel, die wunderschönen historischen Gebäude und die Möglichkeit, einfach gemütlich durch die Gassen zu bummeln – das alles macht Pamplona zu einem echten Geheimtipp.

Ein vierstöckiges Gebäude mit orangefarbenen Wänden und schwarzen schmiedeeisernen Balkonen, von denen einige bepflanzt sind, bei Tageslicht von der Straße aus gesehen.

Schöne Altstadtgasse in Pamplona

Besonders für alle, die gerne authentische Orte auf eigene Faust entdecken, ist Pamplona perfekt. Du kannst die Stadt in deinem eigenen Tempo erkunden, ohne dich durch Menschenmassen zu drängeln oder ständig auf andere Rücksicht nehmen zu müssen.

Also: Setz Pamplona ruhig mal auf deine Reiseliste. Die Stadt verdient definitiv eine Chance – auch und gerade außerhalb der berühmten Sanfermines.