Unter­wegs zum Dain­tree Natio­nal­park

Nach­dem wir Ker­mit mit der Grund­aus­stat­tung Lebens­mit­tel bela­den haben, geht es Rich­tung Nor­den. Wei­te Zucker­rohr­fel­der säu­men die Stra­ße. Etwas spä­ter fol­gen wir in vie­len Kur­ven der Küs­te und erha­schen immer mal wie­der einen Blick aufs Meer.

Alle Campervans nach rechts! Auf der Seilfähre über den Daintree River

Alle Cam­per­vans nach rechts! Auf der Seil­fäh­re über den Dain­tree River

Der Dain­tree River mar­kiert die Gren­ze des Dain­tree Natio­nal­parks. Mit einer Seil­fäh­re set­zen wir über. Die schma­le Stra­ße führt durch dich­ten, tro­pi­schen Regen­wald. Schil­der war­nen vor kreu­zen­den Kasua­ren. Die­ser gro­ße Lauf­vo­gel ist lei­der bedroht.

Achtung, Kasuare kreuzen!

Ach­tung, Kasua­re kreu­zen!

Unser ers­tes Camp mit Ker­mit schla­gen wir in Lync Haven auf, ein klei­ner Cam­ping­platz mit­ten im Regen­wald. Beim Ein­che­cken an der Rezep­ti­on irri­tiert mich lau­tes Krei­schen eines Papa­geis und ich schaue mich erst ver­ge­bens nach dem Stö­ren­fried um, bis ich ihn end­lich auf der Schul­ter der Rezep­ti­ons­da­me mir gegen­über erbli­cke.

Auch ein Kakadu gehört zum Haushalt

Auch ein Kaka­du gehört zum Haus­halt

Von Kro­ko­di­len und Kän­gu­rus

Nicht nur diver­se tro­pi­sche Vögel wer­den hier gehal­ten. In der klei­nen Hal­le ste­hen meh­re­re Ter­ra­ri­en mit Schlan­gen. Außer­dem gibt es ein Gehe­ge mit Wal­la­bies, klei­nen Kän­gu­rus. Das High­light ist aber eine Kro­ko­dil­s­ta­ti­on. Hier wer­den Kro­ko­di­le, die in ille­ga­ler Gefan­gen­schaft gehal­ten wur­den, gepflegt. Wir dür­fen uns am nächs­ten Mor­gen die Füt­te­rung anse­hen. Ein ker­ni­ger Aus­sie erklärt uns die Eigen­ar­ten der Kro­ko­di­le. Zwei klei­ne­re Arten, eins ziem­lich scheu, das ande­re eher aggres­siv machen den Auf­takt, ehe wir zu Doris kom­men, einem aus­ge­wach­se­nen Salz­was­ser­kro­ko­dil.

"Wenn der Typ noch ein bisschen näher kommt, schnapp ich ihn"

„Wenn der Typ noch ein biss­chen näher kommt, schnapp ich ihn”

Doris hat jah­re­lang in einem viel zu klei­nen Beton­ge­he­ge ein trau­ri­ges Dasein fris­ten müs­sen, ehe sie befreit wur­de und hier ein gro­ßes Gehe­ge mit einem eige­nem Pool ein­ge­rich­tet bekam. Sie ist aller­dings kein biss­chen dank­bar und wür­de ihren Pfle­ger sofort ver­spei­sen, wenn er nah genug ran­kä­me. Tut er aber nicht, mit einem aus­rei­chen­den Sicher­heits­ab­stand bewegt er sich um sie her­um und hält ihr mit einer an einen Stock gebun­de­nen Schnur ein Stück Fleisch hin. Als sie danach schnappt, hören wir einen lau­ten Knall, ver­ur­sacht durch die schie­re Beiß­kraft ihrer Kie­fer.

Nach die­ser schau­ri­gen Vor­füh­rung geht es ins Gehe­ge der Wal­la­bies, die nied­lich und zutrau­lich sind und sich von uns mit Süß­kar­tof­fel­stü­cken füt­tern las­sen.

Süße Wallabies ♡

Süße Wal­la­bies ♡

Spä­ter sit­zen wir im Auto am Tisch, als Mar­cus plötz­lich unar­ti­ku­lier­te Lau­te von sich gibt und auf­ge­regt in die Rich­tung hin­ter mei­nem Rücken fuch­telt. Ich dre­he mich um und erwar­te eine Rie­sen­spin­ne hin­ter mir. Aber nein, ein Kasu­ar schrei­tet wür­de­voll über den Cam­ping­platz! Ich schnap­pe mir die Kame­ra und sprin­ge aus dem Auto, um aus gebüh­ren­dem Abstand – Kasua­re kön­nen sehr aggres­siv wer­den und mit ihren kräf­ti­gen Klau­en sehr unan­ge­neh­me Sachen anstel­len – ein paar Fotos zu schie­ßen.

Eine Inspektionsrunde über den Campingplatz

Eine Inspek­ti­ons­run­de über den Cam­ping­platz

Regen­wald ganz nah

Nach­mit­tags erkun­den wir im Dain­tree Dis­co­very Cen­ter den Auf­bau des Regen­walds. Auf einem Board­walk, einem Plan­ken­steg, bekom­men wir mit einem Audio­gui­de Erläu­te­run­gen zu ver­schie­de­nen Sta­tio­nen. Dabei führt der Board­walk immer wei­ter in die Höhe, bis wir schließ­lich über den Wip­feln der höchs­ten Bäu­me sind. So kön­nen wir alle Eta­gen des Regen­walds sehen, von den mäch­ti­gen Wur­zeln über Lia­nen und Schling­pflan­zen, in den Bäu­men wach­sen­de Far­ne bis zu den Kro­nen der Urwald­rie­sen.

Reise-Ringel chillt in der Fächerpalme

Rei­se-Rin­gel chillt in der Fächer­pal­me

Mächtige Stützpfeiler-Wurzeln der Urwaldriesen

Mäch­ti­ge Stütz­pfei­ler-Wur­zeln der Urwald­rie­sen

Auch ein Weg nach oben: Schlingpflanzen

Auch ein Weg nach oben: Schling­pflan­zen

Würgefeige, die ihren Wirtsbaum erstickt hat

Wür­ge­fei­ge, die ihren Wirts­baum erstickt hat

Auf die­se Art ist der Besuch des Urwald viel auf­schluss­rei­cher als der im sehr ähn­li­chen Dschun­gel im perua­ni­schen Ama­zo­nas­ge­biet.

Abends sit­zen wir in der offe­nen camp kit­chen, der Camp­kü­che mit meh­re­ren ande­ren Rei­sen­den zusam­men, die wie wir mit gemie­te­ten Motor­ho­mes unter­wegs sind. Was wir da an Geschich­ten über schad­haf­te und unge­pfleg­te Fahr­zeu­ge hören, über­zeugt uns, mit Ker­mit einen guten Fang gemacht zu haben. Trotz der ein oder ande­ren klei­nen Macke, die wir bis jetzt ent­deckt haben.

Cape Tri­bu­la­ti­on

Am nächs­ten Tag fah­ren wir Rich­tung Cape Tri­bu­la­ti­on, dem nörd­lichs­ten Punkt des Dain­tree Natio­nal­parks.

Over the Boardwalk...

Over the Board­walk…

Auf dem Weg dort­hin lau­fen wir einen wei­te­ren Board­walk, der uns dies­mal in die Welt der Man­gro­ven führt.

Mangrovenwurzeln

Man­gro­ven­wur­zeln

Auch das rie­si­ge Nest eines brush tur­key bekom­men wir zu sehen. Der etwas mehr als hüh­ner­gro­ße Vögel trägt Blät­ter und Zwei­ge zu einem gigan­ti­schen Hau­fen zusam­men, der ein bis zwei Meter Höhe erreicht und einen ent­spre­chen­den Durch­mes­ser hat.

Brush turkey, ganz schön clever

Brush tur­key, ganz schön cle­ver

Dort legt er sei­ne Eier hin­ein, die durch die Wär­me des Kom­pos­tie­rungs­pro­zes­ses aus­ge­brü­tet wer­den. So braucht er nicht sel­ber dumm dar­auf rum­zu­sit­zen. ?

Am Cape Tri­bu­la­ti­on machen wir eine Pau­se am Strand.

Cape Tribulation

Cape Tri­bu­la­ti­on

Wir set­zen uns in den wei­chen Sand, mit respekt­vol­lem Abstand zum Was­ser, wegen der Kro­ko­di­le, und schau­en auf den dich­ten Regen­wald des Kaps. Schön ist es hier! (G)

Ker­mit-Log­buch:

Road­trip mit Ker­mit Tag 1 – 3:

Cairns bis Dain­tree Natio­nal­park 

Kilo­me­ter 176

Camp: Lync Haven Rain­fo­rest Retre­at