Das Mer­ce­des-Benz Muse­um in Stutt­gart

Mercedes-Benz Museum Stuttgart

Schon von außen sieht das Muse­um sehr tech­nisch aus

Bei einem Aus­flug nach Stutt­gart darf der Besuch des Mer­ce­des-Benz Muse­um nicht feh­len. Am Sams­tag vor­mit­tag machen wir uns auf und sind schon bald am Ein­gang des Muse­ums. Das Muse­um wirkt von außen sehr modern. Nach dem Erwerb der Ein­tritts­kar­ten fah­ren wir mit einem futu­ris­tisch aus­se­hen­den Lift in den obers­ten Stock. Von da aus arbei­tet man sich spi­ral­för­mig an den Expo­na­ten nach unten. Es beginnt mit den Anfän­gen des Auto­mo­bils und führt nach und nach bis in die heu­ti­ge Zeit mit einem Blick in die Zukunft. Am Ein­gang gibt es elek­tro­ni­sche Audio­gui­des. Die­se bie­ten an den Aus­stel­lungs­stü­cken Infor­ma­ti­ves und sehr Unter­halt­sa­mes. Für Kin­der gibt es ein spe­zi­el­les Hör-Menu.

Der Auf­zug aus der Enter­pri­se bringt uns rasch nach oben

In den Wän­den ein­ge­las­se­ne Nischen zei­gen in Modell­ei­sen­bahn­grö­ße mit Mer­ce­des ver­bun­den­de Sze­nen aus den frü­hen Jah­ren. Immer wie­der gibt es Hin­wei­se, wel­che wich­ti­gen his­to­ri­schen Ereig­nis­se mit den Fahr­zeu­gen in Ver­bin­dung gebracht wer­den kön­nen.

Mercedes-Museum Stuttgart

In lie­be­vol­ler Detail­ar­beit her­ge­stell­tes Modell des Stutt­gar­ter Markt­plat­zes Ende des 19. Jahr­hun­derts

Gera­de die ers­ten moto­ri­sier­ten Gefähr­te sind beson­ders inter­es­sant, erin­nern doch die Autos eher an Kut­schen und die Motor­rä­der an eine Kreu­zung aus Pferd und Fahr­rad. Auch ein Boot ist zu bewun­dern.

Eine Kut­sche als Motor­fahr­zeug – der Benz Omni­bus 1895

Der Sat­tel gehört zum Pferd, der Rest gleicht einem Motor­rad mit Stütz­rä­dern

Mercedes-Museum Stuttgart

Ein wirk­lich ele­gan­tes Boot

Schon bald wer­den aus den Kut­schen die Auto­mo­bi­le, von denen wir uns vor­stel­len, wie Old­ti­mer aus­zu­se­hen haben. Offen oder geschlos­sen, gro­ße Räder, aus­la­den­de Kot­flü­gel. Die Kot­flü­gel ver­dien­ten ihren Namen, sie schütz­ten Fahr­zeug und Pas­sa­gie­re vor auf­sprit­zen­dem Pfer­de­mist.

Mer­ce­des Sim­plex 40 PS 1902 – das ers­te Auto mit dem Namen „Mer­ce­des”

Spei­chen­rad des Mer­ce­des 75 PS Dop­pel­phae­ton 1908

Alter Mer­ce­des, neu­er Mer­ce­des…

Wäh­rend sich Gina mehr für die Auto­mo­bi­le aus der ers­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­dert inter­es­siert, fas­zi­nie­ren mich die Autos aus der zwei­ten Hälf­te. Natür­lich haben bei­de ihren Reiz. Und: Frü­her war doch nicht alles bes­ser. Wer ganz frü­her Auto fah­ren woll­te, muss­te sich gut vor­be­rei­ten. Ben­zin gab es nur in der Apo­the­ke und wer in der Dun­kel­heit fah­ren woll­te, muss­te vor­her die Lam­pen am Auto mit Petro­le­um befül­len. In die­sen Jah­ren war es auch wirk­lich nicht sehr bequem, per Auto­mo­bil zu rei­sen. Kaum befes­tig­te Pis­ten, unzu­rei­chen­de Fede­run­gen und Holz- oder Voll­gum­mi­rei­fen setz­ten den Band­schei­ben von Fah­rer und Mit­fah­rern ordent­lich zu. Da die Geschwin­dig­keit der Fahr­zeu­ge sehr gering war, dau­er­ten die Fahr­ten ver­hält­nis­mä­ßig lan­ge.

Benz 2035 PS Land­au­let 1909

Mer­ce­des und der zwei­te Welt­krieg

Wuss­test du, dass Gott­lieb Daim­ler und Carl Benz sich nie getrof­fen hat­ten und die bei­den Auto­fir­men nur aus wirt­schaft­li­chen Grün­den 1926 fusio­nier­ten? Zu die­sem Zeit­punkt war Gott­lieb Daim­ler schon lan­ge tot.

Natür­lich spielt auch der zwei­te Welt­krieg eine Rol­le. Die pri­va­te Auto­in­dus­trie sta­gnier­te. Dafür wur­den in den Wer­ken zahl­rei­che Mili­tär­fahr­zeu­ge gebaut. Auf weni­gen Schau­ta­feln wird das düs­te­re The­ma der Zwangs­ar­bei­ter ange­ris­sen. Wenn auch in mei­nen Augen längst nicht dem Anlass ange­mes­sen.

Nutz­fahr­zeu­ge und Renn­sport­au­tos

Nach dem Krieg wur­den end­lich wie­der Fahr­zeu­ge für die zivi­le Nut­zung gebaut. Neben PKWs fin­det sich im Muse­um ein gro­ßes Are­al mit Nutz­fahr­zeu­gen. Ob Ambu­lanz, Feu­er­wehr oder Prit­schen­wa­gen, sie begeis­tern wie auch die Fahr­zeu­ge aus dem Motor­sport. Schon im frü­hen 20. Jahr­hun­dert lie­fer­te man sich Duel­le auf Renn­stre­cken oder bei Zuver­läs­sig­keits­fahr­ten.

Mercedes-Benz Krankenwagen

His­to­ri­sche Ambu­lanz 1937

Benz Feu­er­wehr-Motor­sprit­ze 1912

LKW mit Die­sel­mo­tor 1932

Benz 200 PS Renn­wa­gen „Blit­zen-Benz” 1909

Mercedes-Museum Stuttgart

Mer­ce­des Sil­ber­pfeil

Mercedes-Museum Stuttgart

Renn­sport-Pot­pour­ri

Die Wirt­schafts­wun­der-Zeit 

Die Nach­kriegs­zeit und der wirt­schaft­li­che Auf­schwung machen sich auch im Auto­mo­bil­bau bemerk­bar. Immer mehr Men­schen in Deutsch­land kön­nen sich Autos leis­ten, die Autos ent­wi­ckeln sich rasant, sie wer­den immer grö­ßer und stär­ker.

Mer­ce­des-Benz 170 D 1951

Hier wird der Mer­ce­des-Benz 180 lie­be­voll ent­staubt

Mer­ce­des-Benz 300 SL Cou­pé 1955

Mer­ce­des-Benz und die Sicher­heit

Das führt dazu, dass es auf den Stra­ßen auch enger wird. Die Luft wird schlech­ter und die Anzahl der Ver­kehrs­un­fäl­le nimmt in den 60er Jah­ren rapi­de zu. Mer­ce­des beginnt auf Bestre­ben der US-Behör­den die Ent­wick­lung der pas­si­ven Sicher­heit im Auto­mo­bil vor­an­zu­trei­ben,

Die im Jahr 1970 erreich­te Zahl von 9000 getö­te­te­ten Unfall­op­fern auf deut­schen Stras­sen ist seit­dem kon­ti­nu­ier­lich rück­läu­fig. Ob Knautsch­zo­ne, ABS oder Air­bag, Mer­ce­des-Benz war und ist immer ganz vor­ne bei der Ent­wick­lung und der Ein­füh­rung von Sicher­heits­sys­te­men.

Berühm­te Mer­ce­des-Fah­rer

Eine eige­ne Abtei­lung wid­met das Muse­um sei­nen berühm­ten Fah­rern. Hier nur eini­ge:

Mer­ce­des-Benz 300 GD „Otto” 1988

Otto (Mer­ce­des G‑Klasse) hat mich beson­ders fas­zi­niert. Sein Fah­rer Gun­ther Hol­torf reis­te mit Frau und Kind 26 Jah­re um die Welt. Und er star­te­te erst mit 52 Jah­ren zu sei­ner 26 Jah­re dau­ern­den Tour.

Mer­ce­des-Benz CLA StreetStyle desi­gned by Cro 2015

Mercedes_Benz 300 „Ade­nau­er-Mer­ce­des” 1952

Gol­de­ne Chry­san­the­me an der Pull­man-Limou­si­ne des japa­ni­schen Kai­sers Hiro­hi­to

Dann sind wir auch schon wie­der fast an der Kas­se ange­langt. Fahr­zeu­ge mit alter­na­ti­ven Antrie­ben sind hier noch zu sehen. Hybrid, Elek­tro oder Brenn­stoff­zel­le, auch bei Daim­ler hat sich da eini­ges getan. Ver­wun­dert stel­len wir fest, dass tat­säch­lich seit 2003 seri­en­mä­ßig PKWs mit Brenn­stoff­zel­len ange­bo­ten wur­den. Irgend­wie habe ich das nicht mit­ge­kriegt.

Mer­ce­des-Ben­z/­Al­pha-Real Solar­mo­bil 1985

Mercedes-Benz Museum Stuttgart

Blick auf Zukunfts­mo­del­le oder die es mal wer­den soll­ten

Am Schluss sind wir ganz schön erschla­gen von den vie­len schö­nen Fahr­zeu­gen. Obwohl das Muse­um natür­lich sehr für Mer­ce­des-Benz wirbt, ist ein Besuch abso­lut loh­nens­wert.

Lust auf noch mehr Bil­der? Hier geht’s zu unse­rer Gale­rie mit vie­len Autos aus dem Mer­ce­des Benz Muse­um.

Adres­se:

Mer­ce­des-Benz Muse­um
Mer­ce­des­str. 100, 70372 Stutt­gart

Öff­nungs­zei­ten und Ein­tritts­prei­se

Diens­tag bis Sonn­tag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Mon­tag geschlos­sen

Tages­kar­te für Erwach­se­ne: 10 €, Tages­kar­te ermäs­sigt: 5 €, Kin­der unter 14 Jah­ren in Beglei­tung eines Erwach­se­nen kos­ten­los

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