Siem Reap – nicht nur Tor zu Angkor Wat

Nach dem gechillten Homestay in Banteay Chhmar graust es mich schon ein wenig wegen der Touristen-Massen in Siem Reap und Angkor Wat. Aber wir können uns natürlich bei einem Kambodscha-Besuch dieses Highlight nicht entgehen lassen.

Liegender Buddha im Tempel

Die Fahrt nach Siem Reap geht schneller als erwartet, nur auf das bestellte Hotel-Tuktuk, das uns vom Busbahnhof abholen soll, warten wir vergebens. Stattdessen lernen wir Sky kennen, einen anderen Tuktuk-Fahrer, der uns zum Hotel bringt und mit dem wir auch gleich die Tour nach Angkor Wat planen.

Nach den Einchecken im Hotel machen wir uns auf, auf dem Markt eine Kleinigkeit zu essen und einen Tempel zu besichtigen. Die Art der Darstellung der Figuren ist neu für uns. Diese stehen in zwei Reihen, sind bunt und wirken etwas kitschig. Sie zeigen Auszüge aus Buddhas Leben.

Bunte Pferde erinnern uns an Kirmes
Buddha unterm Bodhi-Baum

Am nächsten Tag weden wir früh morgens vom Tuktuk abgeholt, wir fahren nach Angkor Wat. Den kompletten Tag und einen weiteren brauchen wir für die Besichtigung. Dazu gibt es einen eigenen Artikel mit vieeelen Bildern ?.

Siem Reap als Ort hat uns wegen des Rummels nicht so gut gefallen. Zu voll, teurer als in kleinen Orten, aufdringlichere Tuktuk-Fahrer und Bettler. Ok, ganz so schlimm ist es nun nicht, meine Bewertung folgt aus dem Vergleich mit dem bisher Erlebten. Um Party zu machen und Leute zu treffen ist Siem Reap durchaus zu empfehlen.

Einen Tag, an dem wir nicht Tempel und Ruinen anschauen, verbringen wir mit einem Besuch von Werkstätten, in denen jungen Kambodschanern das Kunsthandwerk beigebracht wird. Sowohl die Bearbeitung von Stein, Metall als auch Holz, die Jugendlichen erlernen hier richtige Berufe. Einige Hörbehinderte haben in den Werkstätten die Chance, das Lackieren oder die Seidenmalerei auszuüben.

Bei der Arbeit

Später besuchen wir eine Seidenfarm. Zuerst sehen wir die kleinen Seidenraupen, wie sie sich gefräßig durch die Blätter fressen, um groß zu werden. 80% der Raupen werden bei einem gewissen Verpuppungszustand getötet und aus den Kokons werden die Seidenfäden hergestellt. Die restlichen 20% werden zur weiteren Zucht verwendet. Wir sehen, wie aus den Seidenfäden verwebbare Fäden gesponnen werden. In einer kleinen Halle sitzen überwiegend junge Frauen an ihren Webstühlen. Wie früher werden die Räder per Pedale angetrieben. Aus den mittlerweile gefärbten Seidenfäden werden wunderschöne Seidenarbeiten. Es ist schwül-warm in der Halle. Nach einiger Zeit sprüht aus an der Decke montierten Rohren Wasser, um den Arbeiterinnen etwas Kühlung zu verschaffen.

Verpuppte Seidenraupen
Hier werden die Seidenfäden aus den Kokons extrahiert
Handantrieb
Am Webstuhl

Anschließend können wir im angrenzenden Shop nach Herzenslust einkaufen. Gina, Victoria und Elke kaufen hier Seidenschals. Gut zu wissen, woher die Ware kommt und wie sie produziert wurde.

In dem Zusammenhang versuchen wir auch immer herauszubekommen, wie denn die Arbeit in einer Fabrik für die Bekleidungsindustrie gesehen wird. Hier und da erfahren wir, dass das Einkommen in der Fabrik gut doppelt so hoch ist wie in der Landwirtschaft. Aber schon in der kleinen Seidenfabrik konnten wir sehen, dass die Arbeitsbedingungen dort längst noch nicht den westlichen Standard haben.

Erschöpft und überhitzt komme wir zum Hotel zurück. Ich hatte noch nicht erwähnt, dass es einen kleinen Pool hat. Mir ist das Wasser viel zu kalt, aber die Damen sind ja nicht so fimschig wie ich. Gina und Victoria ziehen mutig ihre Kreise, wobei der Pool von seiner Größe her nicht viel mehr als Kreisschwimmen zuläßt.

Die Abkühlung tut gut

Den Abend verbringen wir auf dem Markt, und da gibt es etwas ganz Besonderes: vor unseren Augen wird Eis selbst gemacht. Angeboten wird alles, was zerstampft und mit Milch gemischt werden kann. Ob Früchte, Nüsse, Nutella oder Kekse. Nach dem Zerstampfen und Mischen wird die Masse dünn auf eine Kälteplatte gestrichen und nach kurzer Zeit mit einem Spatel aufgerollt. Die so entstandenen Eisröllchen kommen in einen Becher, obendrauf gibts noch ein Topping nach Wahl. Fertig ist der Eisbecher. Lecker!

Erst kommen die einzelnen Zutaten auf die Platte
Dann werden diese zerkleinert und vermischt
Die auf die Platte verstrichene und gefrorene Masse wird zu Eisröllchen geschoben
Lecker!!!

Dann ist die Zeit in Siem Reap auch schon wieder vorbei. Am nächsten Tag gehts nach Kampong Thom. (M)

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