Regenwald und wilde Tiere – Roadtrip mit Kermit Tag 1 – 3

Unterwegs zum Daintree Nationalpark

Nachdem wir Kermit mit der Grundausstattung Lebensmittel beladen haben, geht es Richtung Norden. Weite Zuckerrohrfelder säumen die Straße. Etwas später folgen wir in vielen Kurven der Küste und erhaschen immer mal wieder einen Blick aufs Meer.

Alle Campervans nach rechts! Auf der Seilfähre über den Daintree River
Alle Campervans nach rechts! Auf der Seilfähre über den Daintree River

Der Daintree River markiert die Grenze des Daintree Nationalparks. Mit einer Seilfähre setzen wir über. Die schmale Straße führt durch dichten, tropischen Regenwald. Schilder warnen vor kreuzenden Kasuaren. Dieser große Laufvogel ist leider bedroht.

Achtung, Kasuare kreuzen!
Achtung, Kasuare kreuzen!

Unser erstes Camp mit Kermit schlagen wir in Lync Haven auf, ein kleiner Campingplatz mitten im Regenwald. Beim Einchecken an der Rezeption irritiert mich lautes Kreischen eines Papageis und ich schaue mich erst vergebens nach dem Störenfried um, bis ich ihn endlich auf der Schulter der Rezeptionsdame mir gegenüber erblicke.

Auch ein Kakadu gehört zum Haushalt
Auch ein Kakadu gehört zum Haushalt

Von Krokodilen und Kängurus

Nicht nur diverse tropische Vögel werden hier gehalten. In der kleinen Halle stehen mehrere Terrarien mit Schlangen. Außerdem gibt es ein Gehege mit Wallabies, kleinen Kängurus. Das Highlight ist aber eine Krokodilstation. Hier werden Krokodile, die in illegaler Gefangenschaft gehalten wurden, gepflegt. Wir dürfen uns am nächsten Morgen die Fütterung ansehen. Ein kerniger Aussie erklärt uns die Eigenarten der Krokodile. Zwei kleinere Arten, eins ziemlich scheu, das andere eher aggressiv machen den Auftakt, ehe wir zu Doris kommen, einem ausgewachsenen Salzwasserkrokodil.

"Wenn der Typ noch ein bisschen näher kommt, schnapp ich ihn"
„Wenn der Typ noch ein bisschen näher kommt, schnapp ich ihn“

Doris hat jahrelang in einem viel zu kleinen Betongehege ein trauriges Dasein fristen müssen, ehe sie befreit wurde und hier ein großes Gehege mit einem eigenem Pool eingerichtet bekam. Sie ist allerdings kein bisschen dankbar und würde ihren Pfleger sofort verspeisen, wenn er nah genug rankäme. Tut er aber nicht, mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand bewegt er sich um sie herum und hält ihr mit einer an einen Stock gebundenen Schnur ein Stück Fleisch hin. Als sie danach schnappt, hören wir einen lauten Knall, verursacht durch die schiere Beißkraft ihrer Kiefer.

Nach dieser schaurigen Vorführung geht es ins Gehege der Wallabies, die niedlich und zutraulich sind und sich von uns mit Süßkartoffelstücken füttern lassen.

Süße Wallabies ♡
Süße Wallabies ♡

Später sitzen wir im Auto am Tisch, als Marcus plötzlich unartikulierte Laute von sich gibt und aufgeregt in die Richtung hinter meinem Rücken fuchtelt. Ich drehe mich um und erwarte eine Riesenspinne hinter mir. Aber nein, ein Kasuar schreitet würdevoll über den Campingplatz! Ich schnappe mir die Kamera und springe aus dem Auto, um aus gebührendem Abstand – Kasuare können sehr aggressiv werden und mit ihren kräftigen Klauen sehr unangenehme Sachen anstellen – ein paar Fotos zu schießen.

Eine Inspektionsrunde über den Campingplatz
Eine Inspektionsrunde über den Campingplatz

Regenwald ganz nah

Nachmittags erkunden wir im Daintree Discovery Center den Aufbau des Regenwalds. Auf einem Boardwalk, einem Plankensteg, bekommen wir mit einem Audioguide Erläuterungen zu verschiedenen Stationen. Dabei führt der Boardwalk immer weiter in die Höhe, bis wir schließlich über den Wipfeln der höchsten Bäume sind. So können wir alle Etagen des Regenwalds sehen, von den mächtigen Wurzeln über Lianen und Schlingpflanzen, in den Bäumen wachsende Farne bis zu den Kronen der Urwaldriesen.

Reise-Ringel chillt in der Fächerpalme
Reise-Ringel chillt in der Fächerpalme
Mächtige Stützpfeiler-Wurzeln der Urwaldriesen
Mächtige Stützpfeiler-Wurzeln der Urwaldriesen
Auch ein Weg nach oben: Schlingpflanzen
Auch ein Weg nach oben: Schlingpflanzen
Würgefeige, die ihren Wirtsbaum erstickt hat
Würgefeige, die ihren Wirtsbaum erstickt hat

Auf diese Art ist der Besuch des Urwald viel aufschlussreicher als der im sehr ähnlichen Dschungel im peruanischen Amazonasgebiet.

Abends sitzen wir in der offenen camp kitchen, der Campküche mit mehreren anderen Reisenden zusammen, die wie wir mit gemieteten Motorhomes unterwegs sind. Was wir da an Geschichten über schadhafte und ungepflegte Fahrzeuge hören, überzeugt uns, mit Kermit einen guten Fang gemacht zu haben. Trotz der ein oder anderen kleinen Macke, die wir bis jetzt entdeckt haben.

Cape Tribulation

Am nächsten Tag fahren wir Richtung Cape Tribulation, dem nördlichsten Punkt des Daintree Nationalparks.

Over the Boardwalk...
Over the Boardwalk…

Auf dem Weg dorthin laufen wir einen weiteren Boardwalk, der uns diesmal in die Welt der Mangroven führt.

Mangrovenwurzeln
Mangrovenwurzeln

Auch das riesige Nest eines brush turkey bekommen wir zu sehen. Der etwas mehr als hühnergroße Vögel trägt Blätter und Zweige zu einem gigantischen Haufen zusammen, der ein bis zwei Meter Höhe erreicht und einen entsprechenden Durchmesser hat.

Brush turkey, ganz schön clever
Brush turkey, ganz schön clever

Dort legt er seine Eier hinein, die durch die Wärme des Kompostierungsprozesses ausgebrütet werden. So braucht er nicht selber dumm darauf rumzusitzen. ?

Am Cape Tribulation machen wir eine Pause am Strand.

Cape Tribulation
Cape Tribulation

Wir setzen uns in den weichen Sand, mit respektvollem Abstand zum Wasser, wegen der Krokodile, und schauen auf den dichten Regenwald des Kaps. Schön ist es hier! (G)

Kermit-Logbuch:

Roadtrip mit Kermit Tag 1 – 3:

Cairns bis Daintree Nationalpark 

Kilometer 176

Camp: Lync Haven Rainforest Retreat   

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