Kampong Thom und der älteste Tempel Südostasiens

Kampong Thom ist wie erwartet ruhiger als Siem Reap. Die Fahrt dorthin verläuft unspektakulär.

Warten am Ticketbüro der Busgesellschaft

Am Busbahnhof in Kampong Thom besteigen wir das Tuktuk eines Fahrers, der uns am nächsten Tag zu den vor-angkorianischen Ruinen bringen möchte. Der Preis ist schnell ausgehandelt und schon kurze Zeit später sind wir im Hotel.

Noch am Nachmittag gehen wir zur nahegelegenen Uferpromenade. Der Ort gefällt uns, er ist klein und einige schöne Häuser säumen die Promenade. Erstmal lassen wir uns von lauter Musik locken. Schon von Weitem sehen wir ungefähr zwanzig Frauen und einen Quotenmann im Sportdress. Mitten auf der Promenade beginnt gerade die Aerobic-Stunde. Ein Vorturner mit Mikro steht am Strassenrand und gibt die Kommandos. Aus dicken Lautsprecherboxen dröhnt die rythmische Musik, am liebsten würden wir mitmachen. Einige Kleinkinder tanzen auch mit, wirklich süß! Wir sitzen noch eine ganze Weile auf einem Mäuerchen und schauen und hören uns das Spektakel an. Am Schluss läuft der Trainer herum und kassiert Geld von den Teilnehmern. Interessant ist, dass während der 40 Minuten kaum ein Teilnehmer Wasser getrunken hat. Und das bei 30 Grad im Schatten. Bei uns ist das jedenfalls anders.

Beeindruckender Pavillon an der Ufer-Promenade
Outdoor-Gym

Am nächsten Tag werden wir pünktlich vom Tuktuk abgeholt. Vorbei am Seerosenteich, in dem sich die noch geöffneten Seerosen befinden, und kleinen Dörfern, in denen Palmzucker hergestellt wird, düsen wir Richtung Ruinen. Morgens ist es doch noch etwas kühl in dem offenen Tuktuk.

Seerosen

Die Bauwerke des Hindu-Tempelkomplexes Sambor Prei Kuk sind aus dem 7. – 9. Jahrhundert und wurden von Isanavarman I. erbaut. Die Ruinen sind atemberaubend anzuschauen, da sie mitten im Wald liegen und einige Tempel eine innige Sybiose mit den Baumwurzeln eingegangen sind. Sambor Prei Kuk gilt zudem als die älteste Tempelstadt Südostasiens.

Am Eingang des Komplexes erwarten uns einige Kinder. Sie wollen uns Tücher verkaufen. Nein, Kinderarbeit unterstützen wir nicht, daher lehnen wir dankend ab. Immer wieder faszinierend ist, dass die Kleinen verschiedene Sätze in mehreren Sprachen sprechen können. Erst fragen sie auf Englisch, „where do you come from?“. Outen wir uns als Deutsche, geht es weiter: „Wie heißen Sie?“ Auch können sie ihre Waren auf deutsch, englisch oder französisch anbieten. Sie laufen kichernd hinter uns her, zwischendurch fragen sie immer wieder, ob wir etwas kaufen möchten. Aber wirklich aufdringlich sind sie nicht. Da sich hier nur wenige Touristen hin verirren, sind wir für die Kleinen wohl eine willkommene Abwechselung.

Von Wurzeln umarmter Tempel
Sieht modelliert aus, ist aber echt
Noch mehr Wurzeln

Es gibt einiges zu sehen. Wobei ich merke, dass meine Aufnahmefähigkeit bezüglich alter Tempel und Ruinen langsam nachlässt. Doch gerade hier, wo wir fast allein sind, gibt es unglaublich schöne Motive zu bestaunen. Allerdings dürfen wir nicht von den ausgetretenen Pfaden abweichen, es können immer noch scharfe Tretminen herumliegen. Also besser brav auf den Wegen bleiben.

Wieder zurück im Tuktuk, halten wir auf halber Strecke an einem Haus. Auf einem kleinem Feuer im Hof wird Palmzucker gekocht. Unser Tuktuk-Fahrer erklärt uns den Prozess, dann dürfen wir probieren. Der Zucker ist noch braun und schmeckt anders als unser Zucker, zwar auch schön süß, aber mit mehr Geschmack. Davon kaufen wir gerne etwas.

Da kocht der Palmzucker

Auf dem weiteren Rückweg schauen wir nochmal auf den Seerosenteich. Alle Blüten, die am Morgen noch offen waren, sind jetzt geschlossen, wegen der Hitze. Dann lassen wir uns am Markt absetzen. Von hier aus besuchen wir noch einen Tempel im Ort.

Im Tempel
Figur vor dem Tempel

Es gibt wieder viel zu sehen. Und immer wieder faszinieren uns die Lademöglichkeiten der hiesigen Roller. (M)

Mobiler Verkaufsstand
Fahrzeug mit unbekanntem Zweck

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