Eines Tages werden wir alt sein, Baby…

Viele von euch kennen bestimmt den wunderbaren Slam von Julia Engelmann:

„Eines Tages werden wir alt sein, Baby, und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können…“

Es gibt doch immer genug Gründe, unsere Lebensträume noch ein bisschen aufzuschieben. Jetzt passt es halt gerade nicht, aber später. Bestimmt!

Oder es wäre ja schön, aber eigentlich unvernünftig, unverantwortlich, unmöglich.

Aber werden wir uns am Ende unseres Lebens freuen, dass wir immer vernünftig waren? Oder uns nicht gerne an das erinnern, was verrückt und außergewöhnlich war?

Ich hatte scNeptunhon mit 15 Jahren den Traum, um die Welt zu reisen. Am liebsten als Weltumseglung, das war familiär bedingt. Mit meinen Eltern machten wir viele Jahre Segelurlaub in der – damals noch jugoslawischen – Adria, schipperten von Insel zu Insel, ankerten in einsamen Buchten oder legten in pittoresken Hafenstädtchen an. So wurde ich für ein Vagabunden-Leben geprägt – zumindest, was den Urlaub betrifft 😉

Allein traute ich mich allerdings doch nicht los, der abenteuerwillige Gefährte für die große Weltumseglung stellte sich leider nicht ein und ehe ich mich versah. verlief mein Leben in geregelter bürgerlicher Bahn: Studium, Ehe, zwei Kinder, Eigenheim.

Und immer gab es gute, vernünftige Gründe, warum ich zu diesem Zeitpunkt nun wirklich nicht auf die große Reise gehen konnte. Die Karriere lief gerade so gut, das Haus musste abbezahlt werden… Spätestens, als die Kinder in der Schule waren, war das Thema Weltreise für lange Jahre erledigt.

Korsika_kleinAbenteuerlust keimte wieder auf, als wir mit Anfang 40 das Wildwasserpaddeln für uns entdeckten. So haben wir einige spannende Urlaube auf spritzigen Bergflüssen verbracht, Schluchten durchpaddelt, in die man nur per Boot kommt und oft großartige Naturkulissen bewundern können. Der Höhepunkt war ein Paddeltrip durch den Grand Canyon und damit unsere erste Fernreise. Eine Folge davon war die erneute Infektion mit dem Reisevirus.

Grand_Canyon Morgenlicht

Die Kinder waren inzwischen groß und wir – alt? Zu alt, um noch auf die große Weltreise zu gehen? Zu alt, um es zu wagen, den sicheren Job zu kündigen und auf eine neue Stelle nach der Rückkehr hoffen zu können? Alt genug, um zu spüren, dass Gesundheit und Fitness nicht unbedingt lebenslange Gaben sind.

Also erstmal „Weltreise auf Raten“: möglichst viel von dem sehen, was uns interessiert, uns langsam rantasten ans individuelle Reisen. Über diese Reisen berichte ich hier. Und wenn unsere Kinder mit dem Studium fertig sind und auf eigenen Füßen stehen, dann… Dann können wir endlich los, wenn wir uns trauen? Nicht dann, jetzt!

Sonst werden wir eines Tages alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können, wenn wir uns getraut hätten. Und soweit soll es nicht kommen. „Wir werden alt sein und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.“

Auch wenn wir mit Anfang 50 nicht mehr jung sind, wir sind noch jung genug, um es zu wagen – und alt genug, um echte und vermeintliche Schwierigkeiten gelassen zu sehen. „Also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gerne erzählen!“

8 Replies to “Eines Tages werden wir alt sein, Baby…”

  1. eines Tages…..wird Marcus wieder zurück kommen und uns die tollsten Reiseerinnerungen erzählen können. Bis dahin werden meine Frau und ich mit Spannung und großem Interesse diese Seite lesen 🙂

  2. Hallo Volker, wir werden uns alle Mühe geben um Eure Erwartungen zu erfüllen. Bis dahin gibt es noch allerhand vorzubereiten.

  3. Wow, Gina + Marcus! Euer Text hat mich berührt und euer Mut mich tief beeindruckt! Toll, dass ihr das wirklich macht! Ich wünsche euch das Allerbeste für eure lange Reise!

    1. Liebe Bettina,
      vielen Dank für das Lob und die guten Wünsche.
      Manchmal sind wir selber noch ganz beeindruckt, dass wir das wirklich machen 😉
      In drei Monaten sind wir schon weg, das fühlt sich noch ganz unwirklich an.

  4. Wow, ihr beiden macht mir Mut. Mir geht es genauso, knapp 50, die Kinder aus dem Haus und mich packt das große Fernweh, Angst, etwas verpasst zu haben. Allerdings traue ich mich nicht mehr, alleine auf Weltreise zu gehen. Aber ich versuche, größere individuelle Reisen zu gestalten, um möglichst viel kennen zu lernen. Toll, dass ich einem Paar aus meinem Alter folgen kann und nicht nur blutjungen Reisenden. Ich freu mich auf mehr!

    1. Oh, das freut uns, dass dich unsere Seite inspiriert. Genauso wünschen wir es uns.
      Und du hast recht, es muss nicht die große Weltreise sein. Sich nach und nach in verschiedenen Regionen der Welt umzuschauen ist genauso gut und bereichernd.
      Ich wünsche dir viel Spaß und den Mut, der immer weiter wachsen wird, je mehr du reist.
      Vielen Dank für deinen Kommentar!
      LG
      Gina

  5. Wow – herzlichen Gratulation zu eurem Mut den Schritt zu wagen. Julias Song begleitet mich auch schon länger und ich bin so dankbar, dass ich den Schritt gewagt habe, den Job an den Nagel gehängt & die Wohnung gekündigt habe! Seit 10. Juli bin ich unterwegs. Geplant ist Mittel-/Südamerika. Mal schauen, wo es mich überall hin verschlägt 🙂 danke für die super Berichte!
    http://www.blacky-on-tour.ch

    1. Vielen lieben Dank, es freut uns, dass dir unsere Berichte gefallen.
      Wir wünschen dir eine tolle Reise und viele gute Erfahrungen!

      LG Gina

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