Bangkok, das erste Mal Südostasien

Da der Flug nach Bangkok erst am frühen Nachmittag losgeht, kommen wir auch erst um Mitternacht an. Wir sind wirklich gespannt, was auf uns zukommt, da wir zum ersten Mal nach Asien reisen.

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Überall gibt es Tempel zu sehen

Ich war zwar schonmal dienstlich in Peking, aber irgendwie zählt das nicht wirklich. Der Immigrationsprozess ist einfach und gegen 02:00 stehen wir am Taxistand. Die Fahrt mit dem Taxi gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht. Der Taxifahrer kennt weder die Unterkunft noch die Adresse, also geht er mit Gina zur nahegelegenen Taxizentrale, während ich auf unser Gepäck aufpasse. Nach zehn Minuten kommen beide wieder. Dank Google Maps kann es losgehen. Kurz vor dem Hostel drehen wir noch zwei Ehrenrunden, dann ist endlich das Hostel erreicht. Da wir am Geldautomaten nur große Scheine bekommen haben, wird das Bezahlen des Taxis zum Problem, äh, nicht wirklich ein Problem. Der Taxifahrer läuft mit unserem großen Schein zu irgendeinem Laden und wechselt. Und das mitten in der Nacht. Wir erahnen schon, wie es hier in Thailand läuft. Wortreich und entschuldigend wegen der Warterei verabschiedet er sich.

Was uns jetzt schon entzückt, ist die Tatsache, dass es selbst jetzt noch schön warm ist.

Am nächsten Morgen sind wir erstaunt: die in der Nacht freien Bürgersteige vor unserer Unterkunft sind über und über mit kleinen Verkaufsständen besetzt. Es herrscht ein emsiges Treiben, dichtes Gedränge und auf der Straße schieben sich Autos und unzählige Mopeds durch den Verkehr.

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Hier kann man alles kaufen

Da wir in der Nacht nicht viel geschlafen haben, gehen wir es heute langsam an. Erstmal orientieren, wo gibt es Frühstück, wo kann man was einkaufen, was gibt es zu essen?

Bangkok macht es uns da recht leicht, nach wenigen hundert Metern haben wir einen kleinen Laden entdeckt, der Toasts und Kaffee anbietet. Als Spezialität erweist sich dicke, süße Kondensmilch als Brotaufstrich, lecker.

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Toast mit dicker, süßer Kondensmilch – lecker!!

Wir probieren unsere kürzlich erworbenen Thai-Wörter an. Hallo, danke, tschüss, allein diese drei Wörter zu behalten, fällt uns schwer.

Neben der Touristen-Info wollen wir noch den Bahnhof aufsuchen, um Fahrkarten für den Nachtzug nach Chiang-Mai zu kaufen. Das Verkehrsmittel unserer Wahl in der Stadt ist das Express-Boot. Zehn Minuten fußläufig vom Hostel entfernt verkehren tagsüber zahlreiche Boote. Die Fahrten sind preiswert und für sich schon eine kleine Attraktion. Wir haben schnell mitgekriegt, dass es in Bangkok sehr laut zugeht. Diese Tatsache macht auch vor den Booten nicht halt. Diese sind mit dicken, qualmenden Dieselmotoren ausgerüstet. Wenn ein Boot an einer Haltestelle anlegt, erfolgt ein ständiges Gepfeife vom  Boots-Maat aus und Gerufe vom an Land winkenden Fahrkartenverkäufer. Das Boot knallt mit Wucht an den Ponton und lässt die darauf wartenden Passagiere taumeln. Dann werden die Passagiere unter lauten Anweisungen vom Boot bzw. aufs Boot getrieben. Auf dem Fluss knattert und röhrt es stetig. Trotzdem ist das Boot das schnellste Verkehrsmittel, weil staufrei. Manchmal müssen wir beim Anlanden warten, bis ein Schleppverband vorbeigetuckert ist.

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Die Boote sind oft ziemlich voll
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Schicke Boote 🙂
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Der Fluss ist ziemlich dreckig

Abends suchen wir noch ein kleines Lokal fürs Abendessen auf, wo wir zusammen für umgerechnet drei Euro essen.

Uns interessieren immer auch die örtlichen Märkte. Die gibt es in Bangkok zuhauf, wir wählen den Flower- and Fruitmarket aus. Ob Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch, hier gibt es alles, was man zum Leben braucht. Es wimmelt vor Menschen und Waren, zwischendrin ziehen die Händler vollbeladene Karren hinter sich her oder ein Motorroller liefert Waren an. Ein beeindruckendes Szenario.

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Märkte, immer wieder interessant
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Fürs leibliche Wohl ist auch gesorgt
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Erinnert mich irgendwie an die Geschichte von Max und Moritz und Witwe Bolte

Die nächsten beiden Tage verbringen wir mit dem Einleben in die für uns noch fremde Kultur. Immer wieder probieren wir neue Gerichte zu essen. Meine Aversion gegen Koriander schrumpft spürbar. Auch das Obst ist superlecker.

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Ist zwar kein Obst,  aber dieser Bäcker hatte sooo schöne Torten 🙂

Außerdem wollen wir ins Museum of Siam, in der es um die Geschichte und die Kultur Thailands geht. Gerade zu Anfang unseres Aufenthalts hier finden wir solche Information wichtig. Schade nur, dass wir vor verschlossenen Türen ankommen, das Museum wird bis Anfang nächsten Jahres renoviert.

Stattdessen gehen wir zum Platz vor dem Königspalast. Dieser ist ungewöhnlich voll. Seit König Bhumipol gestorben ist, gibt es eine einjährige Staatstrauer. Viele Menschen haben eine schwarze Schleife angesteckt oder tragen schwarze Kleidung. Sie kommen hier hin, um sich vom König zu verabschieden. Der Platz ist abgesperrt, man kommt nur durch wenige Eingänge hinein und wird wie beim Check-In am Flughafen kontrolliert.  Als wir auf dem Platz sind, staunen wir nicht schlecht. Tausende von Menschen stehen in langen Schlangen zur Trauerfeier an. Dann geht man zu den Essensständen, an denen gratis Essen und Getränke gereicht werden. Auch wir profitieren davon. So können wir noch einige leckere Spezialitäten probieren und es uns wie die anderen auf dem Rasen  gemütlich machen.

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Alle wollen sich vom König verabschieden
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Und dann essen und trinken
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Hier wird im Akkord aufgeschöpft

Wir finden aber noch das Nationalmuseum. Der Eintritt ist frei, da der  König verstorben ist. Wir schauen uns buddhistische Statuen aus verschiedenen Zeit-Epochen an. Auch so bekommt man einen Einblick in die Kultur des Landes.

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Diese Figur finde ich unglaublich schön

Am nächsten Abend geht der Nachtzug nach Chiang Mai. Wir kaufen am Tag noch Lebensmittel ein und besuchen ein Einkaufszentrum. Diese Malls sind bei Weitem nicht so interessant wie die Märkte. Aber hier gibt es SIM-Karten, die wir kaufen wollen. Nachmittags bestellen das Taxi, das uns zum Bahnhof bringt. Unsere erste Zugfahrt in Asien steht bevor. (M)

2 Kommentare

  1. Hallo ihr Beiden, ein schöner Bericht, konnten mit Euch mitfühlen, -schmecken und -riechen. Freuen uns auf den Chiang Mai Bericht (falls ihr noch nicht gebucht habt, geht in Gaps Guesthouse – nahe dem Tape-Gate – eine Oase in Chiang Mai, leider nicht reservierbar).
    Liebe Grüße
    Peter und Evi

    1. Vielen lieben Dank!
      Der Chiang Mai Bericht kommt bald, es war sehr schön dort.

      Liebe Grüße
      Gina und Marcus

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