Warum du Antofagasta unbedingt besuchen solltest

Nach Antofagasta sind wir hauptsächlich gekommen, um das VLT, das Very Large Telescope zu besichtigen. Einen Besichtigungstermin des weltweit größten optischen Teleskops hatten wir schon Anfang des Jahres gebucht. Aber dazu später.

Wegen des Teleskops sind wir gekommen

Die Busfahrt nach Antofagasta war geprägt von einem einmaligen Panorama. Rechts erstreckte sich der strahlend blaue Pazifik, während links atemberaubende Landschaften der Atacamawüste vorbeizogen.

Traumhafte Landschaft

Antofagasta liegt in Chile etwa 1.300 km nördlich von Santiago de Chile am Rande der Atacama Wüste. Ausserdem liegt es am Meer. Dies lud uns ein, am Hafenmarkt die heimische Küche auszuprobieren, wobei Fisch und Meeresfrüchte den Speiseplan dominierten. An der Mole ließen sich leider keine Seelöwen blicken, dafür entschädigten zahlreiche Pelikane mit ihren watschelnden Landgängen.

Große Fische
…noch mehr Fische
Die Beiden hätten gern was ab von den Fischen

Eine alte Pier mit Schienen lädt zum Flanieren ein. Diese wurde früher zum Transport und Verladen von Erzen und fertigen Minenprodukten genutzt. Gegenüber befindet sich die alte Eisenbahnstation. Leider ist diese nicht öffentlich zugänglich, man kann jedoch durch den Gitterzaun alte Lokomotiven bestaunen.

tmp_9671-IMG_20160716_165802655706491975
Altes Bahnhofsgebäude mit Zug davor

Die Stadt verdankt ihren Wohlstand den nahegelegenen Salpeterminen. Ende des 19. Jahunderts wurden die Minen entdeckt. Später, als die Salpetergewinnung unwirtschaftlich wurde, förderte man Erze. Der Lebensstandard ist an den hohen Lebenshaltungskosten zu erkennen. Heute können die Ruinen einer alten Anlage zur Silberschmelze besichtigt werden. Die Erze wurden aus dem weit entfernten Bolivien mit der eigens dafür gebauten Eisenbahn gebracht. Die Anlage wirkt auf den ersten Blick wie eine alte Inkastätte.

Alte Anlage, sieht doch aus wie bei den Inkas ?

Im angeschlossenen Museo del Desierto findet man Erläuterungen zur Geschichte des Bergbau und zur geologischen Historie der Wüste. Direkt daneben ist das Kunstwerk „Out of Sync“ zu bewundern.  Es ist ein Werk aus 10.000 im Boden steckenden Narzissen des chilenischen Bildhauers Fernando Casasempere. Diese wurden aus Recycling-Materialien des Bergbaus hergestellt.

10.000 Narzissen

Ausserdem ist zu meiner Freude auch der Prototyp eines Marsroboters ausgestellt. Die nahegelegene Atacamawüste gilt als trockenste Wüste der Welt. Sie ähnelt stark der Marsoberfläche, weshalb der Marsroboter hier getestet wurde.

Marcus und der Mars-Roboter

Was auch einen weiteren Grund darstellt, ein Riesenteleskop in die Wüste zu stellen. Da es in der trockenen Gegend fast nie Wolken gibt, die Luft sehr klar ist und in großem Umkreis kein künstliches Licht stört, ist dieser Platz ideal. 130 km von Antofagasta auf 2600 m Höhe gelegen wurde das Teleskop 2001 in Betrieb genommen, um unter anderem den Ursprung des Universums zu erforschen. Der große Spiegel mit 8 Meter Durchmesser kann mit mehreren kleinen Spiegeln zusammengeschaltet werden und erhält dadurch eine enorme Leistungsfähigkeit. Die Mannschaft, die die Anlage bedient, wartet und die Auswertungen durchführt, wohnt in einem extra dafür gebauten unterirdischen Hotel. Unterirdich deswegen, damit nachts kein Licht austritt und den Betrieb des Teleskops stört. Der Eingangsbereich des Hotels wirkt wie eine moderne Spaßbad-Architektur mit den vielen Pflanzen und dem Schwimmbecken. Wer würde da nicht gerne arbeiten ? (M)

Gina hat gut lachen – gleich geht die Besichtigung des Teleskops los
…und ich komm auch mit ?
Teleskop-Anlage
Das ist alles, was man von draussen vom Hotel sieht
Und so siehts drinnen aus

Kommentar verfassen