4000 Islands – vom Lazy Mekong zum größten Wasserfall Asiens

Don Det ist eine der 4000 Islands oder Si Phan Don. Hier im Süden von Laos weitet sich der Mekong auf eine Breite von 14 Kilometer. Zahlreiche Inseln bilden eine zauberhafte Landschaft. Sehr entspannt geht es hier zu. Das ist auch gut so, denn leider hat sich der Schnupfen, der gestern begann zu einer fetten Erkältung ausgewachsen. Also ist für mich erstmal Ruhe angesagt. Auf der Frühstücksterrasse mit Blick auf den Mekong mache ich es mir gemütlich. In trauter Gesellschaft mit einer Rolle Klopapier für die Schniefnase. Unser Zimmer ist zwar modern und hell, aber ziemlich steril und es fehlen wichtige Dinge wie Hängematte und Mekongblick.

4000 islands Mekongblick
Mekongblick muss sein

Marcus macht sich auf zu einem Spaziergang Richtung Süden der Insel. Dort haben uns Freunde eine Unterkunft empfohlen. Nachmittags kehrt er freudestrahlend zurück. Für umgerechnet sechs Euro hat er ein Zimmer gebucht, mit Hängematten auf der Terrasse über dem Mekong. Perfekt! Wir brauchen auch nicht die zwei Kilometer dorthin laufen, der Wirt will den Transport organisieren.

4000 islands Hängematte
Hängematte in Sicht!

Umzug ins neue Guesthouse

Am nächsten Tag sitzen wir auf unserem Gepäck und warten darauf, abgeholt zu werden. Und warten. Und warten. Schließlich ruft Marcus im Guesthouse an. Hups, hatten sie doch ganz vergessen! Aber gleich kommt jemand. Nach einer weiteren halben Stunde (Reisen ist eine gute Möglichkeit, Geduld zu lernen!) kommen zwei junge Leute auf Motorrollern. Das Mädchen verstaut kichernd Marcus riesigen Rucksack zwischen Lenker und Sitz. Marcus selbst will sie in einer zweiten Tour abholen. Der junge Mann hat mehr Ehrgeiz. Nachdem er meinen großen Backpack zwischen seine Knie geklemmt hat, bedeutet er mir, hinten aufzusteigen.

4000 islands motorbike
Nichts ist unmöglich…

Dann geht es sehr wacklig über den holprigen, schmalen Uferpfad. Es ist eine ziemlich aufregende Fahrt. Mit einer Hand klammere ich mich hinten am Rahmen fest, jederzeit bereit abzuspringen, falls der Roller kippen sollte. Kurz bevor wir das Guesthouse erreichen, kommt der große Rucksack ins Rutschen. Wir halten an und mein Fahrer hat einige Mühe, ihn wieder zu verstauen. Ich beschließe, die letzten Meter zu Fuß zu gehen.

Das Mädchen kommt uns inzwischen entgegen auf ihrem Weg, Marcus abzuholen. Der hat sich schon aufgemacht und kommt ihr auch ein Stück entgegen. Gefahren wird er nur einen Teil der restlichen Strecke, denn 200 Meter vor dem Guesthouse ist der Sprit zu Ende.

Von der mit Hängematten bestückten Terrasse gucken wir auf den Mekong und die französische Brücke, eine ehemalige Eisenbahnbrücke. Diese überqueren wir am Nachmittag, um auf der gegenüberliegenden Insel Don Khon einen Eiskaffee zu trinken.

4000 islands französische Brücke
Die französische Brücke zwischen Don Det und Don Khon
4000 islands Brücke Geländer
Stimmt, die hat kein Geländer. Wieso?

Unser Guesthouse hat zwar auch ein Restaurant. Nachdem wir aber gesehen haben, dass dort die Hühner auf der Arbeitsfläche rumlaufen und in Essensresten picken, ziehen wir es vor, das benachbarte Restaurant zum Frühstück und Abendessen aufzusuchen.

4000 islands Hühnchen
Hühnchen in der Küche stellt man sich anders vor

Die Chefin des Restaurants, Dheng, versucht uns, ein paar erste Brocken Laotisch beizubringen. Da es dem Thailändischen sehr ähnlich ist, erkennen wir einige Begriffe schnell wieder.

Ruhiges Inselleben

Ein paar Tage verbringen wir ganz ruhig, ich kuriere meine Erkältung aus, wir machen Spaziergänge entlang des Uferpfads und genießen die Ausblicke auf den Mekong. Jetzt in der Trockenzeit fließt der Fluss in einem klaren Grünblau friedlich dahin.

4000 islands Mekong nachmittag
Mekong im Nachmittagslicht
4000 islands Mekong Insel
Ist das nicht traumhaft?
4000 islands Bootrennen
Kinder trainieren fürs nächste Bootrennen. Fünf paddeln, einer schöpft. Ganz normal…

Am Ufer baden Wasserbüffel, Hühner mit winzigen, puscheligen Küken flitzen über den Weg und merkwürdig aussehende Schweine werden bei den Häusern gehalten.

4000 islands Küken
Puschelküken wuseln herum
4000 islands Wasserbüffel
Abkühlung für den Wasserbüffel
4000 islands Schwein
Schwein im Glück

Außerdem geben wir uns dem Extrem-Chillen in der Hängematte hin. Muss ja schließlich auch mal sein auf so einer Weltreise! ?

4000 islands chillen
Hach ja…. ?

Die größten Wasserfälle Asiens

Als ich mich wieder fitter fühle, leihen wir uns Fahrräder und radeln zu den Mekongfällen, die man von der Nachbarinsel Don Khon besuchen kann. Wie immer sind wir ziemlich spät dran und beim Verleih gibt es noch genau zwei Räder. Das sind natürlich die klapprigsten von allen. Zum Glück ist die Insel eben und so holpern wir unter Klappern und Scheppern die unbefestigten Wege entlang.

4000 islands Mekongfälle
Die Mekongfälle

Der Mekong fällt auf zehn Kilometer Breite in mehreren Stufen und Terrassen hinunter. Damit ist er der breiteste Wasserfall der Welt und vom Wasservolumen her der größte Asiens. Und wir hatten noch nie davon gehört! Offenbar nicht nur wir, denn nur eine Handvoll Touristen spaziert außer uns über das Gelände. Die ganze Breite der Fälle können wir vom Ufer aus nicht erfassen. Dennoch ist es ein beeindruckendes Schauspiel, das wir in aller Ruhe genießen können.

4000 islands größter Wasserfall Asiens
Der größte Wasserfall Asiens
4000 islands Wasser
Von allen Seiten stürzt das Wasser hinab
4000 islands Schild
Geländer sind in ähnlich gepflegtem Zustand wie die Warnschilder. ? Besser nicht zu nah rangehen.

Auf den Spuren französischen Koloniallebens

Nachdem wir genug vom Wasserfall-Gucken haben, schwingen wir uns wieder auf die Klapperräder und fahren noch ein wenig über die Insel. Wir finden die rostigen Überreste einer Dampflokomotive, die aus der Zeit stammt, als die Franzosen die nicht schiffbaren Mekongfälle mit einer Eisenbahn über Don Khon und Don Det umfuhren. Im Unterholz neben einem Feld entdecken wir das Grabmal einer französischen Familie, die Anfang des 20. Jahrhunderts ermordet wurde.

4000 islands Dampflokomotive
Rostige Dampflokomotive
4000 islands Grabstein
Von wegen gute alte Zeit…

Schließlich geht es zurück ins Guesthouse. Unser Wirt hatte gestern wohl einen feucht-fröhlichen Abend, denn heute liegt er schon den ganzen Tag leidend auf dem Sofa. Er macht nicht den Eindruck, als ob er ansprechbar wäre. Daher gehen wir nach nebenan zu Dheng und buchen bei ihr die Tickets für unsere Weiterreise, denn morgen verlassen wir die 4000 Islands nach fünf sehr entspannten Tagen. Natürlich ist unser Wirt am nächsten Tag etwas beleidigt, dass wir nicht bei ihm gebucht haben… (G)

Unsere Tipps zu den 4000 Islands findest du hier.

 

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